Kapitel 22: Schwere Entscheidungen

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Nachdem ich das Gespräch mit Sam und Leah hinter mich gebracht hatte, fühlte ich mich, als wäre ich in einen Strudel aus Unsicherheiten geraten. Ich hatte gehofft, dass es einfacher sein würde, doch die Realität war alles andere als klar. Ihre Worte wiederholten sich in meinem Kopf, und die Last der Verantwortung drückte schwer auf meine Schultern. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.

Also suchte ich nach der einen Person, die mir helfen konnte, wieder einen klaren Kopf zu bekommen: Carlisle.

Ich fand ihn in der Bibliothek, vertieft in ein altes medizinisches Buch. Als ich den Raum betrat, sah er sofort auf und legte das Buch beiseite, als er den Ausdruck in meinen Augen erkannte.

„Fjella," sagte er leise und stand auf, um mir entgegenzukommen. „Was ist los?"

Meine Lippen bebten leicht, bevor ich sprechen konnte. „Ich habe mit Sam und Leah gesprochen... Sie wissen alles. Sie bieten ihre Hilfe an, aber ich... ich weiß nicht, was ich tun soll."

Carlisle führte mich zu einem der Ledersessel. „Setz dich", sagte er sanft, und ich ließ mich in den weichen Sitz fallen. „Erzähl mir alles."

Ich erzählte ihm von dem Gespräch mit den Wölfen, meiner Angst und der Verantwortung, die ich plötzlich spürte. „Ich weiß nicht, was ich tun soll, Carlisle. Es ist alles so überwältigend... Was, wenn sie recht haben? Was, wenn ich wirklich eine Gefahr bin?"

Er schwieg einen Moment, bevor er seine Hand auf meine legte. „Du bist keine Gefahr, Fjella. Du bist mutig und stark, aber in einer Situation, die für jeden überwältigend wäre. Es ist normal, dass du dich so fühlst. Aber du bist nicht allein."

„Aber die Volturi... Sam... Leah... Es ist, als ob alle erwarten, dass ich entscheide, was als Nächstes passiert." Meine Stimme klang brüchig. „Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll."

Carlisle zog mich sanft in seine Arme. „Du musst nicht sofort eine Entscheidung treffen. Wir finden gemeinsam einen Weg. Ich bin hier, um dich zu unterstützen. Vertraue darauf, dass wir das schaffen."

Ich lehnte mich an ihn, und für einen Moment wurde die Last auf meinen Schultern leichter.

Später, als wir gemeinsam in der Küche saßen und Tee tranken, überraschte mich Carlisle mit einem kleinen Plan. „Weißt du," begann er mit einem leichten Lächeln, „ich dachte, du könntest eine Ablenkung gebrauchen."

„Eine Ablenkung?" Ich hob neugierig eine Augenbraue.

Carlisle grinste. „Komm mit." Er nahm meine Hand und führte mich nach draußen.

Was folgte, waren Stunden voller Leichtigkeit und Freude. Carlisle hatte ein kleines Picknick im Wald vorbereitet, abseits von allem. Es war einfach, aber perfekt. Wir saßen zusammen, genossen die frische Luft, sprachen über Carlisles langes Leben und meine Zeit in Seattle. Die Welt schien für einige Stunden stillzustehen, und es gab nur uns beide.

Als die Sonne unterging, machten wir uns auf den Weg zurück zum Cullen-Haus. Ich fühlte mich angenehm erschöpft. Zuhause angekommen, nahm Carlisle mich in seine Arme, und ich schmiegte mich an ihn. Es dauerte nicht lange, bis ich in seinen Armen einschlief.

Die Tage vergingen, und ich fand es erstaunlich leicht, das Gespräch mit den Volturi und den Wölfen zu verdrängen. Die Erinnerungen verblassten allmählich, und ich konzentrierte mich auf die schönen Momente mit Carlisle und meiner neuen Familie. Doch die Ruhe hielt nicht lange an.

Es war ein kühler Nachmittag, als es an der Tür klopfte. Ich war im Wohnzimmer und sah überrascht auf, als Alice hereinkam, ihr Gesicht ernst. „Da ist jemand für dich, Fjella", sagte sie, ihre Stimme angespannt.

Ich folgte ihr zur Tür. Dort stand Demetri, in einen schwarzen Mantel gehüllt, seine Augen tief und unruhig.

„Demetri?" Ein Knoten bildete sich in meinem Magen.

Er nickte. „Es tut mir leid, Fjella, aber wir müssen reden."

Carlisle trat hinter mich und stellte sich schützend an meine Seite. „Was willst du, Demetri?" fragte er ruhig, aber scharf.

Demetri sah zwischen uns hin und her, sichtlich besorgt. „Aro... Er plant, Fjella zu verwandeln, ob sie es will oder nicht."

„Was?" Meine Stimme war kaum ein Flüstern.

„Er glaubt, dass du eine Fähigkeit entwickeln wirst, die für ihn von unschätzbarem Wert ist", erklärte Demetri. „Er wird keine Wahl lassen. Er wird dich verwandeln."

„Das wird er nicht", unterbrach Carlisle scharf. „Wir werden sie schützen."

Demetri seufzte. „Deshalb bin ich hier. Ich kann das nicht verhindern, aber ich kann euch warnen."

„Warum tust du das?" fragte ich misstrauisch.

„Wegen Lena", sagte er schlicht. „Ich liebe sie, und ich werde alles tun, um sie und dich zu schützen."

In diesem Moment hörten wir ein Geräusch hinter uns. Lena stand in der Tür und hatte offensichtlich alles gehört. Ihr Gesicht war ausdruckslos, doch ihre Augen verrieten Verwirrung und Verletztheit.

„Wir müssen reden", sagte sie ruhig zu Demetri und führte ihn nach draußen.

Carlisle und ich zogen uns zurück ins Wohnzimmer, wissend, dass dieses Gespräch entscheidend für unsere Zukunft sein würde.

Bis(s) in die Ewigkeit Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt