Das Summen in meinen Ohren verstummte langsam, während ich schwach auf den Boden sackte. Meine Handgelenke brannten noch von den Fesseln, meine Muskeln zitterten vor Erschöpfung. Die Welt um mich herum verschwamm, aber ich hörte immer wieder dieselbe Stimme - Carlisle. Ich blinzelte, versuchte meine Augen zu fokussieren, doch die Dunkelheit blieb zäh und schwer.
Ich spürte, wie sich eine kühle Hand unter meinen Nacken schob und mich sanft anhob. Carlisle kniete vor mir, sein Gesicht angespannt vor Sorge. „Fjella... du bist in Sicherheit," flüsterte er, seine Finger strichen beruhigend über mein Haar. Ich spürte den vertrauten Geruch von ihm - medizinisch, rein und voller Zuversicht. Aber meine Gedanken waren noch ein Chaos, gefangen zwischen der Panik und dem Schmerz von zuvor.
„Was... was ist passiert?" flüsterte ich heiser. Meine Stimme war kaum mehr als ein Krächzen, mein Körper fühlte sich taub und schwer an.
Carlisle warf einen schnellen Blick über seine Schulter, wo die Werwölfe und die Cullens gegen die Volturi antraten. Demetri und Marcus standen wie schützende Wächter vor mir, ihre Blicke voller Entschlossenheit auf Aro gerichtet, der am Rand des Raumes stand. Aro's Gesicht war voller Wut, aber auch etwas anderes - ein unheimliches Glitzern in seinen Augen, als ob er sich seines Sieges sicher wäre, selbst jetzt noch.
„Aro hat versucht, dich zu brechen, Fjella," sagte Carlisle schließlich, seine Stimme leise und eindringlich. „Er wollte, dass du aufgibst, dass du dich ihm unterwirfst. Aber wir sind gekommen, um dich zu retten. Und wir werden dich hier rausbringen, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann."
Ich nickte schwach, aber die Angst saß tief in meinem Inneren. „Er... er wollte mich verwandeln, nicht wahr? Er hat es fast geschafft."
Carlisle hielt einen Moment inne, bevor er langsam nickte. „Ja. Das war sein Plan. Aber er wird es nicht tun. Nicht heute."
In diesem Moment trat Aro einen Schritt nach vorn, seine Stimme durchdrang die Luft wie ein kalter Stahl. „Ihr alle denkt, ihr habt etwas gewonnen," sagte er mit einer Mischung aus Verachtung und Amüsement. „Aber das hier ist noch nicht vorbei. Fjella gehört mir."
Ein tiefes Knurren kam aus der Kehle von Jacob, der in seiner Wolfsgestalt an meiner Seite stand. „Sie gehört dir nicht, Aro," knurrte er. „Du wirst sie nie bekommen."
Aro ließ ein bedrohliches Lächeln aufblitzen. „Wir werden sehen."
In diesem Moment trat Demetri einen Schritt nach vorn, sein Gesicht hart und entschlossen. „Es ist vorbei, Aro. Du kannst nicht gewinnen." Er warf einen schnellen Blick zu Lena, die neben ihm stand und einen ebenso entschlossenen Ausdruck hatte. „Nicht dieses Mal."
„Du verrätst mich?" Aro's Stimme war ein gefährliches Zischen, seine Augen voller Zorn auf Demetri gerichtet. „Nach all den Jahren? Wegen ihr?" Er deutete mit einem abfälligen Nicken in meine Richtung.
Demetri trat näher an Aro heran. „Es geht nicht nur um sie. Es geht um das, was richtig ist. Du bist besessen von Macht, Aro. Das hier hat nichts mehr mit Ordnung oder Schutz zu tun." Seine Worte waren leise, aber voller Überzeugung.
Aro blieb für einen Moment still, seine Augen zu Schlitzen verengt. Dann, mit einer plötzlichen Bewegung, schoss er auf mich zu. Bevor ich reagieren konnte, spürte ich seine kalten Finger um mein Handgelenk, die mich festhielten, als er mich wieder auf die Beine zwang. Meine Knie zitterten, meine Gedanken waren noch zu vernebelt, um Widerstand zu leisten.
„Ihr habt vielleicht heute einen kleinen Sieg errungen," zischte er, seine Augen bohrten sich in meine, „aber glaubt nicht, dass dies das Ende ist. Fjella wird zu mir gehören. Früher oder später."
Demetri und Marcus traten näher, gefolgt von Carlisle und den anderen. „Du hast verloren, Aro," sagte Marcus mit einer ruhigen, aber bestimmten Stimme. „Geh, bevor du noch mehr Schaden anrichtest."
Für einen Moment schien es, als würde Aro überlegen, ob er weiterkämpfen oder einen anderen Weg einschlagen sollte. Dann ließ er plötzlich mein Handgelenk los und trat einen Schritt zurück, ein unheilvolles Lächeln auf seinen Lippen. „Das ist noch nicht vorbei," sagte er leise, fast triumphierend. „Ihr werdet von mir hören."
Mit diesen Worten wandte er sich ab und verschwand aus dem Raum, gefolgt von seinen Wachen. Die Spannung in der Luft löste sich auf, aber ich konnte spüren, dass dies nur ein vorübergehender Sieg war. Irgendetwas sagte mir, dass Aro nicht so leicht aufgeben würde.
Carlisle half mir langsam auf die Beine, seine Hände stützten mich, während ich schwankte. „Bist du in Ordnung?" fragte er sanft, seine Stirn besorgt gerunzelt.
Ich nickte schwach, aber tief in mir wusste ich, dass nichts in Ordnung war. Dieser Kampf war noch lange nicht vorbei. Und der nächste Schritt würde noch gefährlicher werden.
„Wir sollten hier verschwinden," sagte Jacob, der sich neben mich stellte. „Bevor noch mehr Probleme auftauchen."
Alle stimmten zu, und in einem schnellen, stillen Einverständnis verließen wir den Raum, die Werwölfe und die Cullens in einer angespannten Stille vereint. Als wir uns von diesem düsteren Ort entfernten, lag eine unausgesprochene Drohung in der Luft - Aro würde zurückkommen, und das nächste Mal könnte es noch schwerer sein, ihm zu entkommen.
Doch für den Moment waren wir frei.
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Bis(s) in die Ewigkeit
FanfictionFjella Holm gerät in den Bann des mysteriösen Vampirs Carlisle Cullen und entdeckt eine gefährliche, übernatürliche Welt. Ihre aufkeimende Liebe wird von düsteren Visionen und inneren Konflikten bedroht, während sie sich immer tiefer in das Geheimni...