Kapitel 30: Nachwirkungen und Leiden

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Wir standen in der großen Wohnküche des Cullen-Hauses, umgeben von der gedämpften Wärme des Kamins und dem süßlichen Duft von frischem Kaffee, der in der Luft hing. Ich konnte die Erleichterung und den Zusammenhalt in der Gruppe spüren, doch in mir brodelte eine Mischung aus Erschöpfung und einem tiefen Gefühl der Verwundbarkeit. Es war still, abgesehen von den gelegentlichen Geräuschen des Kamins, der Holz knisterte.

„Fjella, du wirst nicht glauben, was wir herausgefunden haben," begann Leah, ihre Stimme fest, aber sanft, als sie sich mir zuwandte. Alle Augen waren auf sie gerichtet. „Als wir gemerkt haben, dass du verschwunden warst, haben wir alles Mögliche unternommen, um dich zu finden. Ich habe mit Sam und den anderen gesprochen, und schließlich hatten wir eine Spur."

Leah atmete tief durch und fuhr fort. „Ich habe gesehen, wie du in La Push entführt wurdest. Es war... es war nicht einfach. Es gab diesen Mann, Alex. Er hat eine seltsame Kraft - er kann diesen schwarzen Nebel kontrollieren, der alles um ihn herum verdunkelt. Es war wie ein Schatten, der dich umhüllte, und du wurdest einfach verschlungen. Ich konnte nicht zu dir gelangen, so stark war seine Macht."

Ich schloss die Augen und versuchte, Leahs Worte zu verarbeiten. Erinnerungen an die Dunkelheit und die Angst überkamen mich erneut, doch ich wusste, ich musste stark bleiben.

„Er hat dich mit einer Leichtigkeit mitgenommen, die mir Angst gemacht hat. Es war fast so, als könnte er die Elemente selbst kontrollieren. Ich habe versucht, ihm zu folgen, aber der Nebel hat mich zurückgehalten," erklärte Leah weiter, ihre Stimme drang wie ein sanfter Lichtstrahl durch meine schmerzhaften Erinnerungen. „Ich habe dann Sam und die anderen gerufen, und gemeinsam haben wir alles in Bewegung gesetzt, um dich zu finden."

Ich sah die Besorgnis in den Gesichtern meiner Freunde, und obwohl ich von ihrer Unterstützung berührt war, spürte ich, wie die Geschehnisse der letzten Tage wie ein schwerer Mantel auf mir lasteten. Schließlich beendete Leah ihre Erzählung, und die Gespräche über den Vorfall ebbten ab.

Ich fühlte, wie die Anspannung in der Luft schwer auf uns lag. Es war Zeit, sich zurückzuziehen. Die anderen murmelten beruhigende Worte und begaben sich in ihre Zimmer, um zu entspannen und das Erlebte zu verarbeiten. Ich jedoch wusste, dass ich Zeit allein brauchte.

Ohne dass es jemand merkte, schlüpfte ich aus der Küche und machte mich auf den Weg in den Wald. Die Bäume standen hoch und stolz, die Blätter flüsterten sanft im Wind. Ich wusste, wo ich hingehen wollte - zu meinem Lieblingsort. Es war ein kleiner, versteckter Wasserfall, der in einen ruhigen See mündete, umgeben von weichem Moos und üppigem Grün. Dort fühlte ich mich immer sicher und geborgen, weit weg von der Welt.

Als ich ankam, umfing mich die kühle Luft des Wassers und die friedliche Atmosphäre des Ortes, doch die Geschehnisse prasselten wie ein unaufhörlicher Regen auf mich ein. Die Erinnerungen an Aros drohende Stimme, die Verzweiflung, als ich gefangen war, und das Grauen, das mich überkam, als ich in den Händen von jemandem war, der mir nichts Gutes wollte, schienen mich zu erdrücken.

Ich begann zu zittern, meine Hände zitterten, als ich auf die Knie fiel. Tränen schossen mir in die Augen, und ich konnte nicht anders, als zu weinen. Die Panik überkam mich wie ein reißender Fluss, der keine Kontrolle mehr kannte. Ich brach zusammen, meine Arme um meinen Körper geschlungen, um mich so klein und unauffällig wie möglich zu machen. Die Schreie des Schmerzes und der Angst, die aus mir herausbrachen, hallten durch den Wald, während ich mich eng zusammenrollte und leise vor mich hin winselte.

In diesem Moment der Verzweiflung, als ich dachte, ich würde mich in diesem Strudel der Dunkelheit verlieren, hörte ich das Knacken von Ästen. Der vertraute, beruhigende Geruch von Carlisle drang in meine Sinne. Er war hier, und ich fühlte, wie meine Schmerzen in diesem Augenblick etwas nachließen.

Bis(s) in die Ewigkeit Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt