Kapitel 54: Gespräche im Abendlicht

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Nachdem die anderen sich zurückgezogen hatten, um ihre eigenen Gedanken zu sortieren, blieb ich mit George in der Küche zurück. Das Licht der untergehenden Sonne fiel durch das große Fenster und tauchte den Raum in ein warmes, goldenes Licht. Ich stellte ein paar Dinge zusammen, um ein einfaches Abendessen zuzubereiten. Sarah war in ihrem Zimmer beschäftigt, und ich genoss die ruhigen Momente, die wir hatten.

„Kann ich dir helfen?", fragte George, als er an den Küchenschrank trat, um nach einem Glas Wasser zu suchen. Sein Interesse schien aufrichtig zu sein, und ich lächelte.

„Das ist nett von dir, aber es ist wirklich nichts Aufregendes. Nur ein paar Sandwiches und Salat", antwortete ich und schnitt Tomaten in gleichmäßige Scheiben. „Aber ich nehme gerne Gesellschaft."

„Sandwiches?", wiederholte er, während er sich an die Kücheninsel lehnte. „Ich habe das Gefühl, dass ich etwas anderes erwarten sollte, wenn ich bei den Cullens bin. Irgendetwas Exotisches vielleicht?"

Ich musste lachen. „Das wäre ein bisschen zu viel. Ich bin nicht gerade die große Köchin hier. Sarah ist die, die gut im Kochen ist. Ich mache nur das Nötigste." Ich machte eine Pause und sah ihm in die Augen. „Und du bist nicht gerade der Einzige, der hier etwas anderes erwartet. Ich denke, die meisten von uns machen sich Gedanken darüber, was als Nächstes kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es für dich ist, zwischen uns zu sein."

George schüttelte den Kopf. „Es ist in Ordnung. Ich weiß, dass ich nicht der Erste bin, den ihr um Hilfe gebeten habt. Und ich bin mir bewusst, dass die Situation ein bisschen... nun ja, kompliziert ist."

Ich spürte, wie sich eine Spannung in der Luft aufbaute, als er das Thema anschneiderte. „Aber was ich an dieser Familie schätze, ist, wie stark sie zusammenhalten. Ich habe das Gefühl, dass ich hier einen Platz finde, selbst wenn ich nicht ganz dazu gehöre."

„Das kann ich nachvollziehen", sagte ich und nahm einen Schluck Wasser. „Es ist ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass man Teil von etwas Größerem ist. Ich habe immer gedacht, dass ich alleine bin und dass niemand wirklich für mich da ist. Aber jetzt..."

Ich unterbrach mich, als mir die Emotionen übermannten. „Jetzt habe ich die Cullen, und es gibt so viele Menschen, die sich um mich kümmern. Aber ich weiß, dass es auch eine Belastung sein kann. Ich möchte nicht, dass jemand hier in Gefahr gerät wegen mir."

George sah mich mit einem Ausdruck an, der sowohl Verständnis als auch Mitgefühl zeigte. „Fjella, du bist nicht die Ursache für die Probleme, die die Volturi mit sich bringen. Es ist Aro, der diese Bedrohung darstellt. Und es ist nicht deine Schuld, dass er sich für dich interessiert."

Ich atmete tief durch und nickte. „Es fühlt sich einfach so an, als ob ich immer im Mittelpunkt stehe, als wäre ich eine Trophäe, die sie erobern wollen."

„Ich verstehe, wie du dich fühlst", sagte George. „Aber denk daran, dass du auch eine unglaubliche Stärke in dir hast. Du bist mehr als nur ein Ziel. Du bist jemand, der sich um andere kümmert und bereit ist, für die zu kämpfen, die du liebst. Das ist ein Geschenk."

„Danke, George", murmelte ich, und seine Worte gaben mir ein wenig Kraft.

„Kann ich dir eine Frage stellen?" fragte er und sah mich ernsthaft an.

„Klar", antwortete ich neugierig.

„Wie fühlt es sich an, von Carlisle zu erfahren, dass er dich verwandeln möchte?" Er lehnte sich auf der Insel und beobachtete mich aufmerksam.

Ich überlegte kurz, wie ich meine Gefühle in Worte fassen konnte. „Es ist... aufregend und beängstigend zugleich. Die Idee, für immer mit ihm zusammen zu sein, ist atemberaubend. Aber der Gedanke an die Veränderung, an das, was ich hinterlassen würde, macht mir Angst. Ich weiß nicht, ob ich bereit bin, alles Alte hinter mir zu lassen."

„Es ist eine große Entscheidung, und ich kann das respektieren", sagte er sanft. „Aber wenn du das tust, tust du es für dich selbst, nicht für andere. Und ich glaube, dass du es schaffst, egal, was passiert."

Ich fühlte mich in diesem Moment demütig, und seine ehrlichen Worte schenkten mir ein Gefühl der Sicherheit. „Danke, dass du so verständnisvoll bist, George. Es ist manchmal schwer, sich auszudrücken, besonders in dieser Situation."

„Das ist das Mindeste, was ich tun kann", antwortete er mit einem Lächeln. „Ich bin hier, um zu helfen, wo ich kann. Und ich bin froh, dass ich hier bin, auch wenn es manchmal kompliziert ist."

In diesem Moment bemerkte ich, dass Sarah in der Nähe war. Sie hatte die Küchentür geöffnet und beobachtete uns mit einem breiten Lächeln. „Es scheint, als hättet ihr euch ganz gut unterhalten", sagte sie fröhlich und trat näher.

„Wir versuchen nur, die Welt zu erobern, oder zumindest das Abendessen", grinste George zurück.

„Ich mache den Salat!", rief Sarah, während sie an mir vorbeiging und ein paar Zutaten aus dem Kühlschrank holte. „Und ich kann es kaum erwarten, euch zu erzählen, wie das Rennen auf der Strecke war!"

George und ich tauschten einen Blick aus, der sowohl Vertrautheit als auch ein stilles Versprechen enthielt, dass wir uns besser kennenlernen würden. Es war ein kleiner, aber bedeutender Schritt in Richtung einer tieferen Verbindung, und ich war gespannt, wohin uns dieser Weg führen würde.

Bis(s) in die Ewigkeit Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt