Das rhythmische Klackern meiner Absätze hallte leise durch den Eingangsbereich, als wir das Restaurant betraten. Ein wohltuender Duft von Gewürzen und frisch zubereiteten Speisen mischte sich mit der angenehmen Wärme, die mich sofort einhüllte, wie eine sanfte Umarmung. Die gedämpfte Beleuchtung schuf eine intime Atmosphäre, während leises Gemurmel von den besetzten Tischen erklang und das dezente Klingen von Besteck auf Porzellan zu hören war.
„Wir haben einen Tisch auf den Namen Jackson reserviert,“ sagte ich höflich zu dem Kellner, der an der Rezeption stand, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Er musterte mich kurz, bevor er mit einem respektvollen Nicken antwortete.
„Guten Abend, Miss Jackson. Wenn Sie mir bitte folgen würden,“ erwiderte er mit einer sanften, professionellen Stimme. Er drehte sich elegant auf dem Absatz und führte uns durch das stilvolle, in warmen Erdtönen eingerichtete Restaurant, vorbei an elegant gedeckten Tischen und diskret plaudernden Gästen.
Wir folgten dem Kellner, das leise Klacken meiner Absätze auf dem edlen Holzfußboden begleitete uns wie ein unaufdringliches Echo. Meine Augen schweiften über die Umgebung: Die Wände waren mit kunstvollen Gemälden geschmückt, deren gedeckte Farben perfekt zur warmen Atmosphäre des Raums passten. Hier und da brannten kleine Kerzen auf den Tischen, ihr flackerndes Licht spiegelte sich in den Gläsern und schuf ein sanftes Spiel aus Schatten und Glanz.
Der Kellner führte uns zu einem Tisch, der in einer etwas abseits gelegenen Ecke stand, wo die Geräusche des Restaurants gedämpfter wirkten und eine fast private Atmosphäre herrschte. Der Tisch war makellos gedeckt, das weiße Tuch wirkte fast wie Seide und das glänzende Besteck war kunstvoll arrangiert. Eine einzelne Kerze in einem silbernen Halter flackerte sanft in der Mitte.
„Ihr Tisch, Miss Jackson,“ sagte der Kellner, der seinen Arm mit einer eleganten Bewegung ausstreckte, um den Platz zu präsentieren.
„Vielen Dank,“ erwiderte ich mit einem freundlichen Lächeln, während er eine Speisekarte vor mich legte. Kurz darauf verabschiedete er sich mit einem höflichen Nicken und verschwand diskret in Richtung der Küche.
Ich lehnte mich entspannt zurück und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen, während die sanfte Wärme des Ortes allmählich meine Wangen rosig färbte. „Das ist wirklich schön hier,“ murmelte ich leise, fast mehr zu mir selbst als zu Magan , die mir gegenüber saß. Es lag etwas Beruhigendes in der gedämpften Hektik des Restaurants, das feine Klirren von Gläsern, die gedämpften Stimmen – als ob die Außenwelt für einen Moment in weiter Ferne wäre.
Das Essen war schlichtweg traumhaft gewesen, jedes Gericht eine perfekte Komposition aus Aromen, die meine Sinne berauschten. Am liebsten hätte ich mir noch etwas bestellt, nur um diesen Genuss zu verlängern. Doch nun saßen wir, die Teller längst abgeräumt, ohne Essen, aber mit einem Glas tiefroten Weins vor uns und unterhielten uns in der entspannten Stille des Abends. Das sanfte Klingen der Gläser und das gedämpfte Murmeln der anderen Gäste mischte sich mit unserem Gespräch, während die Zeit scheinbar langsamer verstrich.
Plötzlich fiel mein Blick auf die Eingangstür. Zwei Gestalten traten gerade in den Raum und sofort war etwas an ihrer Präsenz anders. Sie schien den Raum mit einer Art selbstverständlicher Sicherheit zu betreten, ihre Bewegungen geschmeidig und entschlossen. Ihre Blicke fielen fast augenblicklich auf uns, als ob sie uns gesucht hätten und mein Herz setzte einen Moment aus.
Es war Hannah, die als Erste auf uns zutrat, ihre Lippen formten ein Lächeln, das sowohl freundlich wirkte. Hinter ihr folgte Mona, ihre Präsenz beeindruckend. Sie strahlte eine Energie aus, die den Raum für mich plötzlich enger erscheinen ließ, als wäre die Luft zwischen uns und ihnen aufgeladen. Meine Gedanken überschlugen sich, während mein Herzschlag sich beschleunigte – so schnell, dass ich glaubte, man könnte es über den Tisch hinweg hören.
„Hey, das ist aber ein Zufall,“ sagte Hannah leichthin, als sie bei uns am Tisch angekommen war. Ihr Lächeln war breiter als zuvor, aber immer noch ruhig und unverfälscht. Ich stand auf, umarmte Hannah herzlich und versuchte, meine Überraschung zu verbergen.Als ich mich zu Mona wandte, wusste ich nicht genau, wie ich sie begrüßen sollte. Die Worte schienen mir im Hals stecken zu bleiben, daher nickte ich ihr nur kurz zu und setzte mich wieder hin, mein Blick fest auf Mona gerichtet.
„Hey, ich bin Hannah,“ stellte sich Hannah vor, während sie ihre Hand ausstreckte und Magan freundlich die Hand schüttelte. „Magan, freut mich.“ Magan lächelte höflich und erwiderte den Händedruck.
„Naja, wir wollen euch nicht länger stören,“ flötete Hannah, während sie sich mit Mona auf den freien Stuhl setzte. „Außerdem haben wir Hunger.“ Ihre Stimme war leicht und unbeschwert, doch ich konnte meine Aufmerksamkeit nicht von Mona abwenden. Ihre Präsenz, ihre Aura – sie schien den Raum um uns herum ein wenig intensiver zu machen und ich fand es schwer, meinen Blick von ihr abzuwenden.
Hannah und Mona setzten sich an ihren Tisch, der leider perfekt in unserem Blickfeld lag. Trotz aller Bemühungen konnte ich meine Augen nicht von Mona abwenden; ihre Anwesenheit hatte eine fast magnetische Anziehungskraft auf mich.
Magan bemerkte meinen ständigen Blick und folgte meinem Blickfeld. Nach einem Moment der Stille fragte sie schließlich leise, „Ist sie das? Ist das Mona?“ Ihre Stimme war leise, jedoch musste sie die Wut in dieser mit aller Kraft unterdrücken.
Waren unsere Blicke so offensichtlich, dass es niemanden entging? Ich nickte vorsichtig.
„Hör auf, sie so anzustarren, Ella,“ sagte Magan, ihre Stimme scharf und durchdringend, als wollte sie den Raum von der Spannung befreien. Die Worte schnitteten fast körperlich in mich und ich fühlte, wie mein Blick von Mona abwandte.In einem Reflex nahm ich mein Glas und leerte es in einem Zug, die Wärme des Weins half mir, die plötzliche Verlegenheit zu verbergen. Der Geschmack blieb mir auf der Zunge, während ich versuchte, mich wieder zu fassen und die Situation zu entspannen.
„Lass uns gehen,“ sagte Magan und brach damit die unangenehme Stille. Ihre Stimme war fest, ohne Raum für Diskussionen. Als der Kellner an uns vorbeiging, hob sie ihre Hand und sprach: „Wir würden dann bitte zahlen.“ Der Kellner nickte und kam kurze Zeit später mit dem Kartenlesegerät zurück.
Magan bezahlte schnell, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Als wir das Restaurant verließen, versuchte ich, meine Hand nach ihrer auszustrecken, aber sie zog sich zurück. Ein kurzer Schmerz schoss durch mich – sie war offensichtlich verärgert. Die Kälte ihrer Reaktion ließ mich wissen, dass ich jetzt keine Gelegenheit hatte, die Situation zu erklären oder zu entschuldigen. Wir gingen schweigend nebeneinander her, die Unruhe zwischen uns fast greifbar.
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Die Professorin- Grenze Der Macht
Short StoryDies ist die Fortsetzung von dem ersten Teil ,,Die Professorin - Das Machtspiel", es empfiehlt sich also diesen Teil zuerst zu lesen. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aus Angst, den Moment zu zerstören. Ihre Berührungen waren vertraut, aber...