Kapitel 65: Mut zum Glück

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Die Tage vergingen, und die Vorbereitungen für die Hochzeit, die immer noch in der Luft schwebten, nahmen mehr und mehr Raum in unserem Alltag ein. Alice war ein Wirbelwind voller Ideen, die sie kaum bändigen konnte. Ihre Begeisterung war ansteckend, aber gleichzeitig schwang in meiner Brust auch eine gewisse Nervosität mit.

Eines Nachmittags, als ich gerade dabei war, meine Gedanken zu sortieren, klopfte es an meiner Zimmertür. Sarah trat ein, ein strahlendes Lächeln auf den Lippen.

„Hey, Fjella! Hast du ein paar Minuten? Ich wollte mit dir über etwas sprechen", sagte sie, während sie sich auf mein Bett setzte.

„Natürlich! Was gibt's?", fragte ich und stellte meine Bücher beiseite.

„Ich habe George in letzter Zeit besser kennengelernt, und ich... ich wollte dir einfach mal erzählen, wie ich mich fühle", begann sie, ihre Stimme war aufgeregt und gleichzeitig nervös.

Ich nickte, gespannt, was sie sagen würde. „Okay, ich höre."

„Es ist nur, dass ich das Gefühl habe, dass zwischen uns etwas ganz Besonderes ist. Wir haben so viel gemeinsam, und ich genieße jeden Moment, den wir zusammen verbringen", gestand sie und ihre Wangen färbten sich leicht rot.

Ein warmes Gefühl breitete sich in meinem Herzen aus. „Das klingt wunderbar, Sarah! Ich freue mich für dich. Aber hast du ihm schon gesagt, wie du dich fühlst?"

Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe Angst, dass ich mich blamiere. Ich meine, was, wenn er nicht dasselbe empfindet?"

„Aber was ist, wenn er es tut? Du kannst es nur herausfinden, wenn du es versuchst", ermutigte ich sie. „Es ist normal, nervös zu sein, aber du solltest keine Angst haben, deine Gefühle auszudrücken."

Sarah nickte und schien über meine Worte nachzudenken. „Du hast recht. Ich werde mit ihm reden. Ich will es wirklich versuchen."

„Das ist der Geist! Du wirst es großartig machen", sagte ich aufmunternd.

Plötzlich klopfte es wieder an der Tür, und George trat ein. „Ich hoffe, ich störe nicht", sagte er mit einem schüchternen Lächeln, das mir das Herz erwärmte.

„Nein, komm rein! Sarah und ich haben gerade nur ein bisschen geplaudert", antwortete ich.

Sarah sprang auf und grinste ihn an. „Ich wollte gerade mit dir reden, George!"

„Oh, wirklich?" Er wirkte neugierig und sah von mir zu ihr.

Ich nutzte die Gelegenheit, um mich zurückzulehnen und ihnen ein wenig Raum zu geben. „Ich lasse euch dann mal alleine", sagte ich, als ich aufstand. „Ich bin nur im Flur, falls ihr mich braucht."

Ich ging hinaus, aber ich konnte nicht anders, als an die beiden zu denken. Was sie gerade besprachen, könnte für sie beide einen Wendepunkt darstellen. Während ich im Flur umherwanderte, überlegte ich, wie viel sich in meinem eigenen Leben verändert hatte. Ich war nicht mehr das unsichere Mädchen von früher.

Nach einigen Minuten hörte ich ein leises Kichern aus meinem Zimmer. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie viel Freude George Sarah brachte. Das war genau das, was sie brauchte, und ich hoffte, dass sie ihren Mut finden würde, um ihm zu gestehen, was sie fühlte.

Während ich in Gedanken versunken war, kam Carlisle aus seinem Büro und schaute mich an. „Fjella, alles in Ordnung?"

Ich nickte. „Ja, ich habe nur mit Sarah gesprochen. Sie scheint George wirklich zu mögen."

„Das freut mich zu hören. Ich hoffe, es wird für sie beide gut ausgehen", sagte er mit einem warmen Lächeln.

„Das hoffe ich auch. Ich denke, sie wird ihm bald sagen, was sie fühlt", erwiderte ich.

Carlisle nickte nachdenklich. „Es ist wichtig, dass wir unsere Gefühle ausdrücken, vor allem in Zeiten der Unsicherheit. Die Gefahr von außen kann uns dazu bringen, alles noch mehr zu schätzen, was wir haben."

Seine Worte hallten in mir nach. „Ja, das habe ich auch festgestellt. Es ist komisch, aber ich fühle mich, als ob ich immer mehr begreife, was wirklich zählt."

Carlisle lächelte. „Und was ist das für dich?"

Ich dachte einen Moment nach. „Es sind die Beziehungen, die ich mit den Menschen um mich herum habe. Die Unterstützung von dir, von Alice, Jasper, von allen. Ich habe das Gefühl, dass wir alle zusammenhalten müssen."

„Das ist eine weise Erkenntnis, Fjella", sagte er und seine Augen funkelten. „Es gibt nichts Wichtigeres als die Liebe und die Unterstützung unserer Familie."

In diesem Moment spürte ich, wie mir die Emotionen über die Welle liefen. Carlisle war mehr als nur mein Partner und mein Gefährte. Er war jemand, der mich in den dunkelsten Zeiten ermutigte und mir half, meine Stärken zu erkennen.

„Danke, Carlisle. Ich weiß es wirklich zu schätzen, wie du immer für mich da bist", sagte ich und fühlte mich von seiner Liebe und Unterstützung umgeben.

„Ich werde immer für dich da sein, Fjella. Du bist ein Teil meiner Familie", antwortete er ernsthaft.

In diesem Moment wurde mir klar, dass wir alle, egal wie groß die Herausforderungen auch sein mochten, gemeinsam stark waren. Und das war etwas, das ich niemals aufgeben würde.

Nach einer Weile hörte ich Sarah und George lachen. Ich konnte nicht anders, als zu lächeln, während ich auf sie wartete. Es war ein kleiner Lichtblick in einer Zeit voller Unsicherheiten, und ich war entschlossen, die kostbaren Momente zu genießen, die wir hatten.

Bis(s) in die Ewigkeit Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt