Pov Cassy
Ich stand tatsächlich allein draußen mit Zeke. Fabio war im Haus geblieben, entweder aus Angst vor dem Sandmann oder weil er beschlossen hatte, dass der ganze Wahnsinn nicht mehr sein Problem war. Ehrlich gesagt konnte ich es ihm nicht verübeln.
Zeke stand vor einem wuchtigen Quatt, dessen metallene Oberfläche in der untergehenden Sonne glitzerte. Er zog sich ein Tuch über die Nase und warf mir einen Blick zu, der gleichzeitig auffordernd und leicht genervt wirkte.
"Schwing dich hinten drauf," sagte er und klopfte auf den Sitz hinter sich. "Wir laufen ganz sicher nicht den ganzen Weg. Du vielleicht, aber ich nicht."
Ich zog meine Brille auf, knotete mein Tuch fest über Mund und Nase und stieg zögerlich hinter ihn auf das Fahrzeug. Dabei entging mir nicht, wie er mich von der Seite musterte. Ob er sich fragte, ob ich überhaupt überleben würde, wenn wir mit voller Geschwindigkeit durch die Wüste bretterten? Vermutlich.
Als ich endlich saß, stellte sich ein neues Problem: Wohin mit meinen Händen? Das Quatt hatte keine Griffe, zumindest keine, die ich auf die Schnelle entdecken konnte. Meine Finger schwebten einen Moment lang unschlüssig in der Luft. Ich wollte Zeke nicht direkt anfassen - der Typ war immer noch eine wandelnde Bedrohung mit Sandproblemen. Doch bevor ich eine Lösung finden konnte, rief er über die Schulter:
"Halt dich fest, oder du landest im nächsten Sandloch!"
Kaum hatte er den Satz beendet, fuhr er ruckartig an. Ich kreischte - leise, aber genug, dass er es vermutlich gehört hatte - und griff reflexartig nach seinem Gürtel. Der war meine einzige Rettung, also krallte ich mich daran fest wie eine Klette.
Hinter uns wirbelte der Sand in einer riesigen Wolke auf, und der Wind schnitt mir wie winzige Nadeln ins Gesicht.
"Du bist nicht gerade zimperlich, oder?" rief ich über das Brummen des Motors hinweg.
"Du bist nicht gerade mutig, oder?" konterte er trocken, ohne sich umzudrehen.
Ich biss mir auf die Lippe, um eine bissige Antwort zu unterdrücken. Jetzt war nicht der Moment für Streitereien - vor allem, da ich das Gefühl hatte, dass er jede Sekunde einen noch verrückteren Schlenker mit dem Quatt machen könnte, nur um zu sehen, wie ich reagiere.
Wir fuhren immer tiefer in die Wüste hinein, und die Dünen wurden höher und steiler. Der Sand unter uns glitt wie Wasser, und ich hatte keine Ahnung, wie Zeke es schaffte, das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten. Es war fast so, als würde der Sand selbst ihm gehorchen.
Nach einer Weile ließ das Geräusch des Motors etwas nach, und Zeke drehte sich leicht zu mir um.
"Angst, Cassy?" fragte er mit einem schiefen Grinsen, das ich trotz seines Tuchs erahnen konnte.
"Ich? Niemals," log ich, obwohl mein Herz so schnell schlug, dass ich befürchtete, er könnte es hören.
"Du hast Glück," sagte er. "Nicht viele Menschen bekommen die Gelegenheit, mit dem Sandmann durch die Wüste zu cruisen. Die meisten sehen mich nur, wenn sie schlafen."
Ich hob eine Augenbraue. "Soll das ein Kompliment sein?"
"Kompliment? Nein. Ich gebe dir nur die Fakten. Mach was draus, was du willst."
Ich schnaubte leise und konzentrierte mich darauf, nicht den Halt zu verlieren, während wir weiter durch die scheinbar endlose Wüste fuhren. In der Ferne konnte ich gerade so etwas erkennen, das wie ein riesiger Sandsturm aussah - oder eine Mauer aus Sand, die sich langsam bewegte.
"Was ist das?" fragte ich und nickte in die Richtung des Sturms.
"Das?" Zekes Tonfall wurde ernster. "Das ist die Grenze. Weiter geht es nicht, zumindest nicht für dich. Aber keine Sorge, wir biegen vorher ab."
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Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FF
FanfictionKeine Panik, Leute - das hier wird kein Buch über Achtsamkeit. Ich weiß, der Titel klingt, als ob gleich Meditations-Tipps und Rezepte für Smoothies folgen würden. Keine Sorge, hab selbst keine Ahnung von dem Zeug. Aber irgendeinen Titel musste das...