1978

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Heyoo Fips hier

Ihr wollt die Story von 1978 hören? Puh, seid ihr sicher? Datenschutz und so. Spaß beiseite – als ob hier irgendjemand Rücksicht auf sowas nehmen würde. Also gut, lehnt euch zurück, kuschelt euch in eine Decke, macht es euch gemütlich, und lasst Onkel Fips euch was erzählen. Aber hey, nicht einschlafen!

Wir schreiben das Jahr 1978. Eine Kuh namens Cinnamon wurde in den USA zur "Kuh des Jahres" gekürt, nachdem sie in einer Parade in Wisconsin mit einer Krone dekoriert wurde. Ich meine, wer käme auf die Idee, eine Kuh zu krönen? Die Menschen sind komisch. Ach, und dann war da dieser betrunkene Passagier, der ein Flugzeug entführen wollte, indem er behauptete, er hätte eine Ananas als Bombe. Die Situation wurde schnell entschärft, aber bis heute bin ich mir sicher, das war Zeke. 

So, zurück zu unserer Geschichte. Wie jedes Jahr im Dezember flatterte die unvermeidliche Einladung von Klaus ins Haus: „Liebe Geschwister, Weihnachten naht, und ich habe eine Villa gemietet. Speisen und Getränke sind reichlich vorhanden. Kommt zahlreich!

Ich meine, wer sagt bei gratis Essen nein? Ich jedenfalls nicht. Also habe ich zugesagt – ganz oben auf der Liste. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war, dass alle kommen würden. Das Drama begann schon, bevor wir überhaupt alle in der Villa angekommen waren. 

Die Villa war beeindruckend, ich gebe es zu. Klaus hatte Geschmack – und vor allem Geld, das er für sowas rausschmeißen konnte. Sie lag mitten in einem verschneiten Wald, mit hohen Decken, einem riesigen Kamin und genug Zimmern, dass wir uns eigentlich aus dem Weg gehen könnten. Eigentlich. 

Ich war der Erste, der ankam, und ich hatte mir schon das gemütlichste Zimmer gesichert. Alles lief nach Plan. Doch dann kamen die anderen – und mit ihnen das Chaos. 

Minty war die Erste, die ein Drama veranstaltete. Ich weiß gar nicht warum Rhun sie überhaupt mitgebracht hat. Sie beschwerte sich, dass der Weihnachtsbaum nicht symmetrisch genug geschmückt war. Ich meine, wer achtet auf sowas? Sie hat dann angefangen, jeden einzelnen Baumschmuck neu zu arrangieren. 

Rhun hatte seinen Zylinder auf und trug diesen langen Mantel, der ihn wie eine wandelnde Gothic-Kathedrale aussehen ließ. Klaus hat versucht, ihn mit Lebkuchen aufzupäppeln, was ihn nur noch gruseliger gemacht hat. 

Und dann kam Zeke. 

Er kam zu spät – wie immer. Und natürlich brachte er keine Geschenke mit. Stattdessen schleppte er eine riesige Kiste mit ... ich weiß bis heute nicht, was da drin war. Er behauptete, es seien "Spezialeffekte für die ultimative Weihnachtsüberraschung." Ich habe ihm kein Wort geglaubt, aber was soll ich sagen? Ich liebe Überraschungen. 

Der Schneesturm begann kurz nach seiner Ankunft. Es war wie in einem kitschigen Film: riesige Flocken, eisiger Wind, und bevor wir es realisierten, waren wir eingeschneit. 

Klaus blieb erstaunlich ruhig. Er erklärte, dass wir genug Vorräte hätten, um mehrere Tage auszuhalten. Zeke hatte allerdings andere Pläne. 

Ich glaube, es war gegen Mitternacht, als es passierte. Wir saßen alle im Wohnzimmer, Zeke hatte sich in eine Ecke verzogen und an seiner ominösen Kiste herumgebastelt. Plötzlich ein lauter Knall, gefolgt von Rauch, der durch den Raum zog. Minty schrie auf – sie dachte, der Baum brenne. Ich warf mich auf den Boden, weil ich sicher war, dass Zeke mal wieder irgendwas Explosives gezündet hatte. 

Doch nein. Es war ... Glitzer. Überall Glitzer. Der ganze Raum funkelte wie ein Schneegestöber aus Diamanten. „Frohe Weihnachten!“ rief Zeke und grinste wie ein Verrückter. 

Minty hatte danach wochenlang Glitzer in ihren Haaren.  

Nach diesem Chaos beschlossen wir, dass Zeke kein Feuerwerk, Glitzer oder überhaupt irgendwas mitbringen durfte, das nicht essbar war. Klaus schwor, nie wieder ein Familientreffen zu organisieren. (Er hat’s natürlich trotzdem wieder getan.) 

Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt