Mona hatte sich von mir verabschiedet und nun stand ich allein in diesem viel zu großen Haus. Die Stille legte sich über die Räume, als würde sie die Leere noch betonen.
Ich durfte wirklich alleine in Monas Haus bleiben.Lisa und Hannah standen vor der Tür. Es fühlte sich merkwürdig an, sie hereinzulassen – schließlich war es nicht mein Haus. Doch Mona hatte mir das Okay gegeben, also ließ ich sie hinein. Ihre Stimmen erfüllten den Raum, doch die Leere blieb bestehen, als würde sie sich weigern, von der neuen Energie durchbrochen zu werden.
Mein Handy vibrierte unaufhörlich in meiner Tasche. Immer wieder leuchtete derselbe Name auf dem Display auf: Megan. Ich starrte auf das blinkende Licht, konnte mich aber nicht dazu durchringen, ranzugehen. Es gab nichts mehr zu sagen, zumindest nicht jetzt.
"Alles in Ordnung?" fragte Lisa, ihre Stirn in Sorge gelegt. Sie hatte bemerkt, dass ich das Handy ignorierte.
Ein Anruf nach dem anderen, die Benachrichtigungen häuften sich, eine Flut aus Nachrichten, die mich bombardierte. Jede Nachricht ein Stoß, jeder Anruf ein Schlag. Ich wusste, wer es war, bevor ich den Namen auf dem Bildschirm sah. Magan.
Trotz der Unsicherheit in meinem Bauch, trotz der ständigen Versuchung, einfach aufzugeben und abzunehmen, ließ ich mein Handy auf den Tisch sinken. Ich ignorierte alles. Die Vibrationen, die das Gerät erschütterten, das ständige Blinken der Benachrichtigungen – sie schienen in diesem Moment nichts weiter als ein schwaches Echo aus einer anderen Welt.
Es tat weh. Das konnte ich nicht leugnen. Es war ein schmerzhafter Stich, der tief in meiner Brust saß, wie ein alter, längst vergessener Schmerz, der wieder zum Leben erweckt wurde. Doch der Schmerz war nicht das einzige, was mich beschäftigte. Es war mehr als das.
Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst war, wusste ich, dass mein Herz seit dem ersten Moment, in dem ich Mona gesehen hatte, nur für sie geschlagen hatte. Es war nicht nur eine unerklärliche Anziehungskraft gewesen, sondern etwas Tieferes, das sich mit der Zeit gefestigt hatte. Diese Liebe, dieser Drang, ihr nah sein zu wollen, zu verstehen, vielleicht sogar zu heilen – es war immer da gewesen, in jedem Atemzug, den ich nahm, in jedem Gedanken, der mir kam.Und nach all den Jahren, all den Schmerz, all den Geheimnissen – mein Herz gehörte immer noch ihr. Auch wenn ich wusste, dass das, was zwischen uns stand, nie so einfach sein würde.

DU LIEST GERADE
Die Professorin- Grenze Der Macht
Short StoryDies ist die Fortsetzung von dem ersten Teil ,,Die Professorin - Das Machtspiel", es empfiehlt sich also diesen Teil zuerst zu lesen. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aus Angst, den Moment zu zerstören. Ihre Berührungen waren vertraut, aber...