Kapitel 78: Der Weg zur Kontrolle

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Die Tage vergingen schnell, und während ich mich an mein neues Leben als Vampir gewöhnte, bemerkte ich, wie wichtig das Training für meine Entwicklung war. Es war ein Prozess, der mich forderte, aber auch unglaublich erfüllend war. Ich konnte mich auf die Unterstützung meiner Familie verlassen, und gemeinsam arbeiteten wir daran, meine Fähigkeiten zu stärken.

An einem sonnigen Morgen traf ich mich mit George und Jasper im Wald. Die Bäume um uns herum waren hoch und majestätisch, und die Luft war frisch und klar. Es war der perfekte Ort, um an unseren Fähigkeiten zu arbeiten. Jasper, mit seiner Erfahrung in der Emotionsmanipulation, hatte sich bereit erklärt, mir zu helfen, meine Kräfte besser zu verstehen.

„Okay, Fjella", begann Jasper mit einem aufmunternden Lächeln. „Heute werden wir an deiner Kontrolle arbeiten. Wir wissen, dass deine Fähigkeit mit der Luft zu tun hat, und wir müssen sicherstellen, dass du sie in stressigen Situationen nutzen kannst."

Ich nickte, aufgeregt und nervös zugleich. „Ich bin bereit. Lass uns anfangen."

George trat an meine Seite und grinste. „Ich werde dich unterstützen, während Jasper dir hilft, deine Luftkontrolle zu stärken. Versuche, die Luft um uns herum zu beeinflussen, ohne dabei die Konzentration zu verlieren."

Jasper nickte. „Genau. Finde deinen Fokus. Lass die Luft um dich herum fließen und lenke sie in die Richtung, in die du möchtest."

Ich schloss die Augen und konzentrierte mich. Ich stellte mir vor, wie die Luft um uns herum sanft begann zu zirkulieren, wie ein unsichtbarer Strom, den ich kontrollieren konnte. Langsam spürte ich, wie sich ein leichtes Lüftchen um mich herum bildete. Es war ein erstaunliches Gefühl, und ich fühlte mich stärker.

„Gut so, Fjella! Du machst Fortschritte", lobte Jasper, während ich meine Augen öffnete und das sanfte Schwingen der Blätter um uns herum beobachtete.

George kicherte. „Du bist wie eine kleine Wetterfee!"

Wir trainierten stundenlang, und ich spürte, wie ich mit jeder Übung selbstbewusster wurde. Die Kontrolle über die Luft war nicht nur eine Fähigkeit, die ich erlernen wollte, sondern sie war auch eine Art Ausdruck meiner Persönlichkeit.

Später am Tag stand ein weiteres wichtiges Training auf dem Programm. Carlisle hatte mich gebeten, mit ihm zu üben, wie ich mit meinem Jagdinstinkt umgehen konnte. Wir fanden einen ruhigen Platz in der Nähe eines Bachs, wo die frische Luft und das Plätschern des Wassers eine beruhigende Atmosphäre schufen.

„Fjella, wir werden heute daran arbeiten, deine Kontrolle zu schärfen und sicherzustellen, dass du in der Lage bist, deine Instinkte zu zügeln", erklärte Carlisle, während er sich mir gegenüber aufstellte.

„Ich weiß, dass es wichtig ist, aber manchmal überkommt es mich einfach", gestand ich.

„Das ist normal, besonders in dieser Phase. Lass uns an einer Übung arbeiten. Ich werde ein Tier anlocken, und du wirst versuchen, deinen Instinkt zu kontrollieren", sagte er und bereitete sich vor.

Er ließ seine Sinne spielen und bald spürte ich ein Reh in der Nähe. Mein Herz schlug schneller, und ich fühlte das Prickeln in meinem Mund. Carlisle warf mir einen aufmunternden Blick zu. „Denke daran, du kontrollierst es, es kontrolliert nicht dich. Wenn du bereit bist, lasse den Drang kommen, aber lerne auch, ihn abzulehnen, wenn es notwendig ist."

Ich nickte, und als das Reh näher kam, spürte ich den Drang, es zu jagen, stärker werden. Ich kämpfte gegen die aufkommenden Gefühle an, versuchte, die Kontrolle zu behalten. Es war ein intensives Gefühl, aber ich wusste, dass ich es schaffen konnte.

Nach einer Weile gab Carlisle mir ein Zeichen, und ich ließ das Reh wieder ziehen. „Gut gemacht, Fjella. Du hast dich gut gehalten", sagte er mit Stolz in der Stimme.

Am Nachmittag übte ich mit Sarah, die mir half, den Geruch des Menschenbluts standzuhalten. Wir setzten uns in die Nähe des Hauses, während die anderen sich in der Villa versammelten. Sarah hatte einen kleinen Blutbeutel mitgebracht, und ich wusste, dass es jetzt Zeit war, meine Grenzen zu testen.

„Du kannst das, Fjella. Denk daran, dass es nur eine Übung ist. Du musst lernen, dich nicht davon überwältigen zu lassen", ermutigte Sarah mich.

Ich hielt den Beutel in der Hand, und schon der Duft, der mir entgegenschlug, ließ mein Verlangen steigen. Aber ich konzentrierte mich und versuchte, den Drang zu unterdrücken. „Ich kann das", flüsterte ich.

Nach mehreren Versuchen und dem ständigen Zuspruch von Sarah gelang es mir schließlich, ruhig zu bleiben. „Du bist stark!", lobte sie mich, und ich fühlte mich wie ein kleiner Sieg.

Alice war in der Nähe und beobachtete uns. „Du machst so große Fortschritte, Fjella. Ich kann sehen, dass du alles schaffen kannst, was du dir vornimmst", sagte sie und strahlte vor Freude.

Später in der Woche hatte ich eine interessante Erfahrung mit Emmett. Er hatte beschlossen, mich immer wieder herauszufordern, und jedes Mal, wenn ich seine Stärke übertraf, wurde er nur noch motivierter. „Das ist nicht fair! Ich bin nicht so schnell wie du", protestierte er, als ich ihn im Armdrücken besiegte.

„Vielleicht solltest du etwas mehr trainieren, Emmett", schmunzelte ich, während ich ihn ansah.

„Das mache ich! Aber lass uns gleich nochmal versuchen", forderte er mich heraus, und wir lachten, während wir unser Spiel fortsetzten.

Rosalie war eine große Hilfe und erklärte mir, wie ich meine Fähigkeiten besser nutzen konnte. Sie gab mir Tipps, die ich in mein Training integrieren konnte, und ich schätzte ihre Unterstützung. „Du hast so viel Potenzial, Fjella. Lass es nicht verschwinden", sagte sie mit einem warmen Lächeln.

Auch Lena und Ria waren da, um mich anzufeuern. Sie halfen mir dabei, mich emotional zu stabilisieren, was für mich von größter Bedeutung war. „Wir sind hier für dich, egal was passiert", versicherte mir Lena und umarmte mich.

Die gemeinsame Zeit mit meiner Familie, das Training und die Unterstützung halfen mir, mich weiterzuentwickeln und meine neuen Fähigkeiten zu akzeptieren. Ich wusste, dass ich auf dem richtigen Weg war, und die Verbindung, die ich zu den Cullens hatte, gab mir die Kraft, die ich brauchte.

Bis(s) in die Ewigkeit Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt