Pov Fips
Zeke lag auf dem Sofa, in eine Decke gewickelt wie ein Baby, das man zur Ruhe zwingen wollte. Klaus saß direkt neben ihm, den Eimer mit kaltem Wasser griffbereit, und tupfte ihm den Schweiß von der Stirn. Es war ein fast schon rührender Anblick, auch wenn Zeke sich wohl kaum an diesen Moment erinnern würde.
Klaus hob den Blick, als ich den Raum betrat, und wartete darauf, dass ich etwas sagte.
„Rhun ist wieder ganz der Alte,“ begann ich, ließ mich auf den nächsten freien Sessel fallen und seufzte. „Aber mich beschleicht das Gefühl, dass Mister Sandmann sich als Köder geopfert hat.“ Ich warf Zeke einen missmutigen Blick zu.
„Was meinst du?“ fragte Klaus, die Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Ich verschränkte die Arme. „Rhun und Zeke – ich muss dir wohl nicht erklären, wie eng die beiden miteinander sind, oder? Das ist keine simple Geschwisterbeziehung, das ist... na ja, irgendwas zwischen Brüderlicher-Best-Freund-und-Nemesis-Komplex. Jedenfalls ist es ganz klare Sache: Dark hat gespürt, dass Zeke leidet. Und genau das hat ihn hergelockt, damit Rhun sich mit ihm wieder vereinen konnte. Der da,“ ich deutete auf Zeke, der noch immer mit weit offenen Augen ins Leere starrte, „der Verrückte wusste das! Das war sein Plan, von Anfang an.“
Klaus runzelte die Stirn und sah zu Zeke. „Gut möglich,“ seufzte er schließlich und wrang den Lappen aus, bevor er ihn erneut auf Zekes glühende Stirn legte. „Aber dann hat sein Plan funktioniert.“
„Funktioniert hat er vielleicht, aber zu welchem Preis?“ Ich beugte mich zu Zeke hinüber und ließ meine Hand vor seinen offenen Augen hin und her gleiten. Keine Reaktion. Keine Regung.
„Zählt der Schäfchen?“ murmelte ich und lehnte mich zurück, enttäuscht über die absolute Abwesenheit seines sonst so spöttischen Ichs.
„Der Kampf scheint noch nicht vorüber,“ sagte Klaus, sein Blick war schwer. „Aber wen wundert das?“
Bevor ich etwas erwidern konnte, erklang Rhuns Stimme hinter uns: „Wie geht es ihm?“
Ich drehte mich um und betrachtete ihn kurz. Da stand er, wie aus dem Bilderbuch entsprungen. Der Zylinder saß perfekt, der graue Anzug war wieder so makellos, als hätte er nie ein Fenster durchbrochen. Und sein Gesicht? Zur Hälfte wieder der Totenkopf. Der alte Rhun war definitiv zurück.
„Er reagiert auf nichts,“ erklärte Klaus, bevor ich etwas sagen konnte. „Der Kampf scheint innerlich weiterzugehen.“
„Und das kleine Menschenmädchen?“ fragte Rhun, wobei sein Blick sich auf mich richtete.
Oh, richtig. Cassy. Sie war gar nicht hier.
„Sie wollte allein sein,“ antwortete Klaus, ohne seinen Blick von Zeke abzuwenden. „Es war viel für sie, und wir sollten ihr diesen Freiraum lassen.“
Ich nickte, wenn auch nur halbherzig. Irgendwie fühlte es sich falsch an, sie allein zu lassen, aber Klaus hatte recht – sie hatte genug durchgemacht.
„Freiraum also,“ murmelte Rhun. Seine Augen glitzerten in einer Art, die mir gar nicht gefiel.
„Vor allem du wirst sie in Ruhe lassen,“ wies ich Rhun mit einer Bestimmtheit zurecht, die selbst mich überraschte.
Rhun zog eine Augenbraue hoch, und ein dunkles, amüsiertes Lachen entwich ihm. „Du hast sie an das Verrückteste, was unsere Familie zu bieten hat, ausgeliefert und stellst mich als das Böse dar?“ Seine Worte tropften vor Spott, und dieses fiese Lächeln, das er so oft trug, unterstrich nur, wie wenig er von meiner Einmischung hielt.
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Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FF
FanfictionKeine Panik, Leute - das hier wird kein Buch über Achtsamkeit. Ich weiß, der Titel klingt, als ob gleich Meditations-Tipps und Rezepte für Smoothies folgen würden. Keine Sorge, hab selbst keine Ahnung von dem Zeug. Aber irgendeinen Titel musste das...