Pov Fips
Ich verschränkte die Arme und sah Rhun misstrauisch an, als er endlich zurückkam. Sein selbstsicherer Blick nervte mich, wie immer. „Wo warst du so lange?" fragte ich scharf.
Als Antwort hielt er eine kleine Ampulle hoch, deren Inhalt in einem unheimlichen, leuchtenden Orange schimmerte. Natürlich war es etwas Mysteriöses. Hinter ihm tauchte Cassy auf, was mein Misstrauen nur verstärkte. Ihre Wangen waren leicht gerötet, und sie wich meinem Blick aus.
„Wie geht es ihm?" fragte sie an Klaus gewandt und trat näher an uns heran.
„Unverändert, fürchte ich," antwortete Klaus und rückte ein Stück zur Seite, um ihr einen Blick auf Zeke zu ermöglichen. „Ich kann nicht beurteilen, was in ihm vorgeht."
Zeke lag immer noch reglos auf dem Sofa, die Decke fest um ihn geschlungen. Sein Gesicht war blass, und obwohl er schwitzte, wirkte er kalt.
„Hier." Rhun hielt Cassy die Ampulle hin.
Sie wich zurück, als ob sie sich vor dem leuchtenden Gebräu fürchtete. „Ich werde ihm nicht schon wieder einen eurer Zaubertränke geben," sagte sie, ihre Stimme bebte leicht.
„Das hier wird ihm helfen," erklärte Rhun gelassen und trat an Zekes Seite. Er hockte sich neben ihn und schob die Öffnung der Ampulle zwischen Zekes Lippen. „Du musst es nur schlucken," murmelte er leise, fast eindringlich.
Cassy trat einen Schritt zurück und sah mich an, ihre Unsicherheit war offensichtlich. Ich griff nach ihrer Hand und drückte sie leicht, um ihr zu zeigen, dass sie nicht allein war.
„Zeke, ich weiß, dass du mich hören kannst," fuhr Rhun fort, seine Stimme wurde strenger. „Schluck es runter."
Für einen Moment passierte nichts, und ich wollte gerade etwas sagen, da bewegte sich Zekes Kehle leicht. Der Trank war hinunter. Rhun richtete sich langsam auf, sein Blick noch immer auf Zeke gerichtet, als würde er darauf warten, dass sich etwas verändert.
„Er hat sich definitiv überschätzt," murmelte Klaus und nahm den Lappen, um Zekes Stirn erneut abzutupfen.
„Du kennst ihn, das tut er immer," antwortete Rhun leise, seine Worte fast ein Vorwurf.
Ich konnte es nicht länger für mich behalten. „Und dennoch habt ihr es beide zugelassen," zischte ich.
Rhun drehte sich langsam zu mir um, seine Haltung war die übliche Mischung aus Gelassenheit und Arroganz, die mich zur Weißglut brachte. „Willst du uns jetzt die Schuld geben für etwas, das Zeke entschieden hat?" fragte er spöttisch.
Ich trat einen Schritt vor und starrte ihn an. „Nein," sagte ich entschieden. „Die Schuld gebe ich ganz alleine dir!"
Rhun hob eine Augenbraue, und für einen Moment war es, als würde ein Blitz zwischen uns beiden hin und her springen. Die Spannung im Raum wurde beinahe greifbar.
„Ihr seid schlimmer als kleine Kinder," stöhnte Cassy schließlich und schob uns mit unerwarteter Entschlossenheit auseinander. „Gibt es auch mal eine Stunde am Tag, in der ihr vier einfach mal normal miteinander redet? Statt euch gegenseitig an die Kehle zu gehen, könntet ihr euch vielleicht freuen, dass ihr ein Problem gelöst habt. Oder einfach nur um euren Bruder sorgen?"
„Recht hat sie," brummte Klaus, ohne aufzusehen. „Das Gezanke hilft Zeke keinesfalls."
Ich öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, hielt dann aber inne. Cassys Blick war fest und unerschütterlich.
„Ihm hilft es auch nicht, wenn ich Rhun abknutsche," murmelte ich schließlich und versuchte, die Spannung mit einem Witz zu brechen.
Das schaffte ich aber nur halb, denn Rhun warf mir einen Blick zu, der gleichzeitig belustigt und genervt wirkte. „Du hast wenigstens deinen Humor nicht verloren," sagte er trocken, bevor er sich wieder Zeke zuwandte.
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Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FF
FanfictionKeine Panik, Leute - das hier wird kein Buch über Achtsamkeit. Ich weiß, der Titel klingt, als ob gleich Meditations-Tipps und Rezepte für Smoothies folgen würden. Keine Sorge, hab selbst keine Ahnung von dem Zeug. Aber irgendeinen Titel musste das...