Pov Mona
Ich sehnte mich danach, dass dieser Tag endlich ein Ende finden würde. Seit fünf Uhr morgens war ich auf den Beinen, und die ständige Anspannung nagte an meinen Kräften. Ein Notfall jagte den nächsten, und obwohl ich es gewohnt war, unter Druck zu arbeiten, fühlte ich mich ausgelaugt. Meine Gedanken rasten, ohne einen Moment zur Ruhe zu kommen. Seufzend griff ich nach meiner Wasserflasche und schraubte sie auf. Wenigstens ein kurzer Moment, um etwas zu trinken – das musste drin sein.
Im Vergleich zu vor zwei Stunden war es ruhiger geworden. Mein Funker, der vorher alle paar Minuten Alarm schlug, blieb nun still. Ich war dankbar dafür. Nur noch dreißig Minuten, dann war endlich Feierabend. Ella und ich könnten nach Hause gehen. Der Gedanke an sie brachte ein schwaches Lächeln auf mein Gesicht.
Ella. Sie war das Licht in meiner Dunkelheit, mein Anker. Ich wollte es nicht zugeben, aber sie machte mich glücklich, mehr, als ich es je für möglich gehalten hätte. Ihr Lächeln, ihre Art, die Wärme, die sie ausstrahlte – einfach alles an ihr war wunderbar. Aber ein Teil von mir konnte nicht begreifen, warum sie immer noch bei mir war. Nach allem, was passiert war, nach all meinen Fehlern… Wie hielt sie es nur mit mir aus? Sie musste mich wirklich lieben.
Ich drehte mich um und wollte gerade zu meinem nächsten Patienten gehen, als ich plötzlich etwas Kaltes und Hartes an meinem Hals spürte. Metall. Den Lauf einer Waffe.
Bevor ich reagieren konnte, legte sich ein Arm fest um meinen Hals und zog mich zurück. Ich war wie erstarrt, mein Körper angespannt, aber ich wusste, dass ich mich nicht wehren durfte.
„Ich will, dass du Ella anfunkst. Sie soll herkommen.“
Die Stimme schnitt wie ein Messer durch die Luft – kalt, scharf und unmissverständlich. Magan. Mein Herz raste, während sich ein Schauer durch meinen Körper zog. Ihre Nähe, die Gewalt in ihrer Stimme, die Waffe an meiner Haut – es war alles zu viel.
Ich wagte es nicht, mich zu bewegen, und schluckte schwer. Was hatte sie vor? Meine Gedanken rasten, während ich versuchte, irgendeinen Ausweg zu finden.
„Los oder ich knall dich ab!“, zischte sie und drückte den Lauf der Waffe fester gegen meinen Hals. Ein stechender Schmerz jagte durch mich, und ich wusste, dass sie keinen Moment zögern würde, ihre Drohung wahrzumachen.
Mit zitternden Fingern griff ich nach meinem Pieper und wählte Ellas Nummer. Mein Atem war flach, meine Stimme bebte. „Ella?“, sagte ich, so ruhig wie möglich, während ich den Druck der Waffe immer stärker spürte. „Komm auf gar keinen Fall zum Empfang.“
Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, spürte ich einen harten Schlag gegen meine Schulter, der mich fast zu Boden schickte, jedoch hinderte mich der Arm um meinen Hals daran. Ein scharfer Schmerz explodierte in meinem Arm, aber ich hielt mich aufrecht.
„Hast du mich nicht verstanden?“ Magans Stimme war wie Gift, und ich konnte ihren Atem an meinem Ohr spüren. Sie riss mir den Pieper aus der Hand, während ihr Griff um meinen Hals noch enger wurde.
„Ihr bleibt alle da, wo ihr seid!“, brüllte sie zu den beiden Krankenschwestern am Empfang. Ihre Augen waren weit aufgerissen, und sie nickten hastig, zu verängstigt, um etwas anderes zu tun.
Magan drückte meinen Pieper und sprach mit einer Stimme, die vor Spott und Boshaftigkeit triefte: „Ella, Schatz. Komm zum Empfang. Du willst doch nicht, dass es deiner kleinen Ärztin gleich schlecht geht, oder?“
Mein Atem stockte, und ich spürte, wie die Panik in mir aufstieg. Ich versuchte, mich aus ihrem Griff zu winden, aber sie war stärker, und die Pistole an meinem Hals machte jeden Gedanken an Widerstand sinnlos.

DU LIEST GERADE
Die Professorin- Grenze Der Macht
Short StoryDies ist die Fortsetzung von dem ersten Teil ,,Die Professorin - Das Machtspiel", es empfiehlt sich also diesen Teil zuerst zu lesen. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aus Angst, den Moment zu zerstören. Ihre Berührungen waren vertraut, aber...