Pov Cassy
Zeke hielt das Quatt abrupt an, der Motor verstummte, und das Brüllen des nahenden Sandsturms wurde überwältigend.
„Komm,“ forderte er mich auf und schwang sich vom Quatt. „Wir können dem Sandsturm nicht entkommen.“
Ich folgte ihm, während der Wind bereits so stark geworden war, dass ich das Gleichgewicht kaum halten konnte. Einige Meter entfernt erkannte ich eine Felsformation mit einem schmalen Vorsprung, der gerade groß genug aussah, um sich darunter zu verkriechen.
„Kletter darunter,“ befahl Zeke und hielt seine Kapuze fest, damit sie nicht vom Wind heruntergerissen wurde.
Ich zögerte kurz, aber der immer lauter werdende Sturm ließ mir keine Wahl. Auf dem Bauch kroch ich unter den Vorsprung, der sich noch enger anfühlte, als er aussah. Kaum war ich darunter, rutschte Zeke ebenfalls hinein, sein Körper drängte sich in die schmale Lücke neben mir.
Es war eng. Viel zu eng. Die Felswände schienen mich einzuquetschen, und mein Atem ging plötzlich flacher.
„Ganz ruhig weiteratmen,“ sagte Zeke leise neben mir und griff nach meiner Hand. Seine warme, starke Hand umschloss meine, und ich klammerte mich daran fest, als wäre sie der letzte Anker in der tobenden Welt um uns herum.
„Uns wird hier nichts passieren, hörst du?“ Seine Stimme war ruhig, bestimmt und trug eine beruhigende Sicherheit in sich.
Ich nickte stumm, atmete langsam aus und zwang mich, den klaustrophobischen Druck der Enge zu ignorieren.
Der Sandsturm erreichte uns mit voller Wucht. Es war, als ob eine gewaltige Welle aus Sand und Wind über uns hinwegrollte, rüttelte und tobte. Zeke zog seine Beine an und schob sich so dicht wie möglich vor mich, sein Körper bildete eine Barriere gegen den Sturm.
Die Luft war dick und staubig. Ich konnte kaum etwas erkennen, aber dank der Fliegerbrille und dem Tuch vor meinem Gesicht konnte ich wenigstens halbwegs atmen. Trotzdem fühlte ich mich von der erdrückenden Gewalt des Sturms verschluckt.
„Wie lange dauert so ein Sandsturm?“ rief ich gegen den ohrenbetäubenden Lärm an.
Zeke blieb vollkommen ruhig, obwohl der Wind erbarmungslos an ihm zerrte. Er lag da wie ein Fels, der unerschütterlich den Naturgewalten trotzte, und hielt meine Hand fest.
„Das ist komplett unterschiedlich,“ antwortete er gelassen, seine Stimme fast unheimlich ruhig im Chaos. „Aber ich denke, dieser hier ist nur kurz und heftig.“
Ich schloss kurz die Augen und konzentrierte mich auf seinen festen Griff, die beruhigende Wärme seiner Hand in meiner, während die Welt um uns herum tobte.
„Kannst du bitte etwas erzählen?“ Meine Stimme zitterte, und ich klammerte mich fester an Zekes Hand. Die erdrückende Enge des Felsvorsprungs ließ meine Panik erneut aufsteigen. Das Gefühl, nicht wegzukommen, war überwältigend.
Zeke drehte den Kopf ein wenig zu mir. „Und was soll ich erzählen?“ rief er laut, damit ich ihn trotz des tosenden Sturms hören konnte.
„Irgendwas!“ Meine Stimme brach leicht, und ich biss die Zähne zusammen, um nicht loszuheulen.
„Okay, also ... ich weiß nicht, wie es ist zu träumen.“
Das überraschte mich. „Was? Du bist doch der Sandmann!“ rief ich zurück.
„Genau das ist der Punkt.“ Seine Stimme klang nachdenklich, aber nicht bedrückt. „Ich bin verantwortlich für die Träume anderer, aber selbst habe ich keine. Ich kann meine Augen schließen und mich ausruhen, aber ich falle nicht in den Schlaf wie du oder meine Brüder. Da ist einfach ... nichts.“
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Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FF
FanfictionKeine Panik, Leute - das hier wird kein Buch über Achtsamkeit. Ich weiß, der Titel klingt, als ob gleich Meditations-Tipps und Rezepte für Smoothies folgen würden. Keine Sorge, hab selbst keine Ahnung von dem Zeug. Aber irgendeinen Titel musste das...