Ein sicherer Ort

142 12 21
                                    

Kaum hatte ich die Barriere geöffnet, waren wir alle ins Freie getreten, wo die kühle Wüstenluft uns willkommen hieß. Für einen kurzen Moment war es still, bis ich Zeke einen Seitenblick zuwarf.

"Hat dich eigentlich niemand erkannt?" fragte ich neugierig.

"Nein," murmelte er, ohne mich anzusehen.

"Dein Glück," meinte ich spöttisch.

Zeke hob eine Augenbraue. "Und wie kommt es, dass sie dich ganz gelassen haben?"

Ich grinste breit. "Ich hab halt gesagt, dass ich dich nicht leiden kann. Bewirkt wahre Wunder."

Zeke schnaubte abfällig, doch Cassy unterbrach uns mit einer gereizten Stimme: "Könnt ihr diese Sticheleien bitte einfach mal lassen?"

Ich zuckte mit den Schultern, dann lächelte ich. "Klar, Cassy. Aber vergiss nicht, du bist immer noch meine Freundin." Damit zog ich sie einfach aus Zekes Griff, woraufhin sie mir in die Arme fiel. "Ich hab mir solche sorgen um dich gemacht" nuschelte sie in die Umarmung hinein. Zögernd erwiederte ich die Umarmung. "Ich bin ein Überlebenskünstler" grinste ich und marschierte los. Cassy warf mir einen irritierten Blick zu, ließ es aber geschehen.

Die beiden Drachen, Azhar und Seraphine, machten es sich auf ihren Schultern bequem, wobei Seraphine mich argwöhnisch musterte.

"Wie kommen wir hier weg?" fragte Cassy schließlich.

Ich drehte mich halb um und deutete auf Zeke. "Also, gehen lassen die uns nicht freiwillig. Aber ich bin mir sicher, dass Zeke ein Portal öffnen kann. Oder?"

Ich wartete, doch Zeke war nicht hinter mir. Verwirrt sah ich mich um. Schließlich entdeckte ich ihn einige Meter entfernt.

"Hau den Zeke? Ernsthaft, Fips?" rief er, während er eine der Puppen begutachtete, die für das Spiel benutzt wurden.

Ich lachte schallend. "Warte ab, bis du mal Zeke ärger dich nicht spielst!"

Cassy seufzte genervt. "Jungs! Fokus, bitte!" Sie wandte sich Zeke zu. "Zeke, kannst du uns ..."

Abrupt verstummte sie, ihre Augen wurden groß. Ich blinzelte und bemerkte, dass etwas nicht stimmte.

"Was zum ...?" murmelte ich.

Der Wüstenboden unter unseren Füßen war verschwunden. Stattdessen standen wir plötzlich mitten in einem dichten, dampfenden Dschungel. Überall waren Bäume, Ranken und das Summen von Insekten zu hören.

"Wo sind die Zelte?" fragte Azhar, der sich nervös umsah.

"Das ist gar nicht gut," flüsterte Seraphine, die sofort zu Zeke flog.

Cassy sah sich hektisch um und sah Seraphine an. "Soll ich ihn wieder an die Hand nehmen?"

Seraphine schüttelte den Kopf. "Das wird nichts nützen. Wir ..." Sie verstummte plötzlich und blickte hektisch umher.

Bevor ich fragen konnte, was los war, veränderte sich unsere Umgebung erneut. Mit einem einzigen Blinzeln war der Dschungel verschwunden, und wir standen wieder in der Wüste. Dieses Mal war der Sand überall – keine Zelte, keine Menschen, nur endlose Dünen bis zum Horizont.

"Was geht hier ab?" fragte ich nervös.

"Wir müssen hier weg," sagte Zeke plötzlich mit fester Stimme, seine Zähne waren zusammengebissen. Cassy warf ihm einen besorgten Blick zu.

"Drehst du jetzt noch mehr durch als eh schon?" fragte ich, meine Stimme überschlug sich fast vor Aufregung.

"Cassy hat das Siegel kaputt gemacht," erklärte Seraphine, und ihre Worte hingen wie ein Hammerschlag in der Luft.

Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt