Pov Fips
Während wir die Pizza verschlangen, starrte Zeke fast ununterbrochen auf sein Handy. Seine Stirn war in Falten gelegt, und er wirkte noch genervter als sonst. Aber was mich am meisten beschäftigte, war Cassy. Sie saß still da, aß kaum etwas und sah aus, als würde sie am liebsten irgendwo anders sein.
Zeke hatte definitiv etwas gesagt, das sie verletzt hatte, und es machte mich wütend, wie gleichgültig er dabei wirkte.
„Hast du 'ne Entschuldigung zum Vorlesen gefunden?" fragte ich schließlich und sah ihn herausfordernd an.
Zeke ignorierte mich natürlich, was mich dazu brachte, eine zusammengeknüllte Serviette direkt auf seinen Kopf zu werfen. Treffer!
„Was?" fauchte er und sah endlich von seinem Handy auf.
„Was auch immer du gemacht hast, sag einfach ‚sorry' und gut ist," murmelte ich.
Statt darauf einzugehen, hielt er uns sein Handy hin. „Klaus hat mir irgendwelche Zahlen geschickt."
Cassy und ich beugten uns nach vorne, um besser sehen zu können. Die Reihe von Zahlen auf dem Bildschirm war klein und kryptisch.
„Das sind Koordinaten," sagte Cassy nach einem Moment.
„Was ist das?" fragte Azhar neugierig. Ich konnte nicht anders, als innerlich aufzuatmen. Zum Glück hatte er gefragt, denn ich hatte ehrlich gesagt auch keine Ahnung.
„Damit kann man Orte bestimmen," erklärte Cassy geduldig. „Jeder Ort auf der Welt hat seine eigenen Koordinaten, wie eine Adresse, nur genauer."
„Also hat Klaus dir einen Ort geschickt und sonst nichts?" fragte ich und schielte zu Zeke.
„Siehst du da etwa noch was?" kam seine scharfe Antwort zurück.
Ich zog eine Grimasse. Typisch Zeke. „Dann ruf ihn an!"
„Das habe ich bereits dreimal versucht," knurrte er und zeigte uns seine Anrufliste.
Cassy legte den Kopf leicht schief, ihr Gesichtsausdruck wurde nachdenklich. „Vielleicht kann ich die Koordinaten auf meinem Laptop nachschauen."
„Vielleicht hat Klaus einfach keinen Empfang da, wo er ist," mischte ich mich ein und schnappte mir das letzte Stück Pizza. „Oder er ist wieder mitten in irgendeinem Abenteuer."
„Wäre ja nicht das erste Mal," murmelte Zeke und lehnte sich zurück.
Cassy stand auf und verschwand in Richtung ihres Zimmers. „Ich hole meinen Laptop," rief sie über die Schulter, während Azhar ihr neugierig hinterherlief.
Ich sah Zeke an, der wieder in Gedanken versunken auf sein Handy starrte. „Du weißt, dass Cassy kein Spielzeug ist, oder?" fragte ich leise.
Sein Blick wanderte langsam zu mir. „Was willst du damit sagen?"
Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme. „Ich meine, dass du sie nicht wie irgendein Werkzeug behandeln solltest, das du benutzt, wenn's dir gerade passt."
Für einen Moment sagte Zeke nichts, dann schnaubte er leise. „Pass auf, was du sagst, Hase. Du verstehst nicht, was hier auf dem Spiel steht."
„Vielleicht nicht," entgegnete ich, „aber ich sehe, was du tust und ich habe dir und Rhun gesagt, dass ihr euch von ihr fernhalten sollt. Ihr zieht das unheil förmlich an."
Zeke verzog keine Miene, aber irgendetwas in seinem Blick veränderte sich, bevor Cassy mit dem Laptop zurückkam. „Ich hab sie," sagte sie, setzte sich zu uns und klappte das Gerät auf.
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Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FF
FanfictionKeine Panik, Leute - das hier wird kein Buch über Achtsamkeit. Ich weiß, der Titel klingt, als ob gleich Meditations-Tipps und Rezepte für Smoothies folgen würden. Keine Sorge, hab selbst keine Ahnung von dem Zeug. Aber irgendeinen Titel musste das...