58. Chloroform

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Wir warteten ungefähr 10 Minuten, bis wir ein Auto hörten, dass musste der Kunde sein. Die anderen Männer, sowie Ezra stellten sich vor die Taschen mit Drogen, ich tat es ihnen gleich.

Herein kamen vier Männer, alle trugen sie Masken, einer von ihnen hatte einen Stoffbeutel in der Hand, in dem versteckte sich wahrscheinlich eine große Menge Geld.

„Hey Ezra! Was soll das? Warum seid ihr einer mehr? Sowas wird normalerweise abgesprochen. Daran muss ich dich doch nicht erinnern oder?" rief uns einer der Unbekannten direkt entgegen.

„Ich schreib es dir gerne auf, damit du es nicht vergisst." setzte er fort und zog aus seiner Tasche ein Messer. Ich merkte, wie mein gesamter Körper sich anspannte, ich versuchte die Ruhe zu waren, sie waren weit genug weg, dass wir falls dieser Mann etwas machen sollte, frühzeitig reagieren konnten. Alles gut, Marlon.

„Alles gut, er ist neu. Es war eine kurzfristige Entscheidung. Ich dachte er sollte unseren besten Kunden früh genug kennenlernen." Ezra war wirklich gut im Honig ums Maul schmieren.

Eine Zeit lang musterte der Mann uns alle, durch die Masken konnte er natürlich nicht erkennen über wen Ezra gesprochen hatte.

Dann nickte er. „Lass uns zum geschäftlichen kommen." sagte er und nickte mit dem Kopf den Mann mit dem Geldbeutel zu uns rüber.

Ezras Männer nahmen die Taschen und kamen dem Mann entgegen, ich tat es ihnen gleich und nahm auch eine Tasche mit auf den Weg. Wir stellten sie ab und erhielten im Gegenzug den Stoffbeutel, sogleich wir zurück bei Ezra waren wurde das Geld gezählt. Das waren mindestens 100.000€, verdammt.

Auf der anderen Seite konnte ich sehen, wie einer der Männer wahrscheinlich eine Kofferwaage aus seiner Tasche zog und begann die Drogen zu wiegen und den Inhalt zu prüfen.

Meiner Meinung nach war es ein Bild für die Götter. Man hörte so etwas nur in Filmen und jetzt war es für mich Realität geworden. Es war, wie zwei Rudeln an Raubkatzen zuzusehen, welche sich über ihre Beuten hermachten.

Man spürte die Dominanz jedes einzelnen in dieser Halle und obwohl der Raum so groß war, füllten sie ihn. Kein Wunder, dass Ezra so angespannt war. Das Ego dieses Mannes wollte man nicht kränken, man wollte nicht mal irgendwas damit zutun haben.

Aber bis jetzt schien doch alles gut zu laufen. Jede Seite hatte was sie wollte und bis jetzt schien die Mengen zu stimmen.

Wer dieser Mann wohl war? Wie lange der Staat wohl schon nach ihm suchte? Man hörte von solchen Leuten nur, sie wirklich zu sehen war surreal.

Der Cocktail-Mann gab Ezra Bescheid, dass die Summe passte und auch die andere Seite schien zu einem Ergebnis gekommen zu sein. „Passt alles?" fragte Ezra sie.

„Alles wie immer. Ich freue mich bald wieder mit dir Geschäfte machen zu können." lobte der Mann Ezra.
„Ich freue mich wieder von dir zu hören." erwiderte Ezra.

Gerade als der Mann sich umdrehte, hörten wir alle plötzlich, wie sich mehrere große Autos dem Lagerhaus näherten. „Wer zum Teufel ist das!?" rief der Fremde Mann, seine Stimme so scharf, sie könnte Papier schneiden.

„Scheiße, ich weiß es nicht!" rief Ezra. Plötzlich zog jeder einzelne seine Waffe hervor, wie zu erwarten hatten alle mindestens eine dabei.

Von draußen hörten wir laute Stimmen. Ich konnte nur nicht ganz verstehen, was gesagt wurde. Meine Haare standen mittlerweile zu Berge. Wer war das? Ich wusste nur, dass es nichts Gutes war. Ich betete, dass wir hier alle heile rauskommen würden. Auch wenn die Chance um jede Sekunde geringer wurde.

„Hey man Marlon, wünsch dir besser, dass das nicht deine Leute sind." brüllte mich der Cocktail-Mann an. Meine Leute!? War das etwa die Polzei da draußen?! Ach du Scheiße, wir sind am Arsch, wir sind komplett am Arsch.

Drei Sekunden später hörte ich, wie die Tür aufgebrochen wurde und ein Dutzend Polizisten das Gebäude stürmten.

„POLIZEI, LASSEN SIE IHRE WAFFEN FALLEN!" riefen sie uns entgegen. Vor uns stand niemand anderes als das verfickte SEK...

Ezra schaute mich entrüstet an. Sein Blick traf mich mitten ins Herz. Dachte er etwa, dass ich was damit zutun habe?! Ich schüttelte panisch den Kopf. Nein, das war ich nicht! Du musst mir vertrauen Ezra. Ich brachte kein Wort raus.

„AUF DEN BODEN!" riefen sie uns entgegen, aber keiner schien auch nur in Erwägung zu ziehen, genau das zutun.

Plötzlich lag eine Rauchbombe genau vor meinen Füßen, die musste von unserer Seite gekommen sein. Schneller als ich denken konnte, verlor ich die Sicht zum SEK.

„Hier lang!" hörte ich einen auf unserer Seite rufen. Blind folgte ich der Stimme, gleichzeitig hörte ich die Schritte des SEKs, wie sie immer näher kamen. Sie schrieen uns an, aber meine Gedanken waren nur bei Ezra.

Wo zum Teufel war er? Sollte ich nach ihm rufen? Ich sollte nicht seinen Namen verraten. Ich rannte und rannte, wo waren die anderen nur?

Plötzlich vielen Schüsse, ich konnte sie aber nicht zuordnen. Bitte nicht nochmal... ich hörte wie knapp neben mir, jemand zu Boden ging. Verdammt, war das einer von uns!?

Ich sah Licht und rannte darauf zu, vielleicht schaffte ich es noch zum Auto. Wahrscheinlich waren es nur wenige Sekunden, bis ich das Auto erreicht hatte, es fühlte sich aber an, wie eine halbe Ewigkeit.

Ich rannte in die Arme der drei Männer von Ezra. Ihn selbst sah ich nicht. „Wo ist er?" rief ich panisch. Er wurde doch nicht etwa festgenommen? So leicht würde das doch nicht gehen.

Ezra fand immer einen Ausweg, sie durften ihn nicht haben. „Was zum Teufel hast du gemacht!? Wegen dir ist einer unserer besten Männer weg!" schrie mich der eine an und schlug mir mitten ins Gesicht.

Danach drehten sie sich um und stiegen schnellstmöglich zurück in ihr Auto. Ich folgte ihnen. „Wir müssen noch auf Ezra warten, ihr dürft noch nicht fahren!" bettelte ich sie an.

„Er ist weg, krieg das in deinen beschissenen Kopf." der Mann packte mich und drückte mich gegen die Rückbank. Während wir fuhren schlug er mehrmals auf mich ein, ich schmeckte Blut.

Trotzdem waren meine Gedanken nur bei Ezra. Bitte lass das nicht unseren letzten Momente gewesen sein. Er durfte nicht so von mir denken. Ich hatte damit nichts zutun...

„Bitte... wir müssen ihm helfen." mir liefen Tränen übers Gesicht. „Jetzt tu nicht so, als ob das nicht deine Schuld wäre." motzte der Mann mich an.

Er schlug mir nochmal ins Gesicht und bevor ich nach Luft schnappen konnte, drückte er mir ein Lappen vor den Mund. Eine verdammt geschickte Art Chloroform anzuwenden...

Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt