Ziellos durch den Sand

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Zeke führte mich mit scheinbarer Entschlossenheit durch die endlose Wüste. Doch für mich sah alles gleich aus. Die Dünen schienen sich zu wiederholen, der Wind verwischte unsere Fußspuren sofort, und ich hatte keine Ahnung, ob wir vielleicht im Kreis liefen. 

„Weißt du überhaupt, wohin wir gehen?“ fragte ich irgendwann und überlegte, ob ich ihn bitten sollte, mein Outfit zu wechseln. Mein Mund fühlte sich bereits an, als hätte ich einen Kilo Sand eingeatmet. 

„Nö, absolut kein Plan.“ 

Ich blieb stehen und starrte ihn entgeistert an. „Das ist doch jetzt nicht dein Ernst?“ 

Er zuckte nur mit den Schultern, als wäre es das Normalste der Welt. „Doch, eigentlich schon.“ 

„Zeke!“ 

Er ließ mich los und kratzte sich am Kopf. „Woher soll ich denn wissen, wo wir lang müssen? Siehst du hier irgendwo Straßenschilder oder hörst du vielleicht eine geheime Stimme, die mir nicht bekannt ist?“ Er machte eine Pause und setzte dann mit übertrieben hoher Stimme nach: „In dreißig Metern bitte links abbiegen. Ihre Ankunftszeit beträgt neun Uhr achtunddreißig.“ 

Ich verschränkte die Arme und funkelte ihn an. „Sehr lustig, Zeke.“ 

„Ich fand’s witzig.“ 

„Und warum laufen wir dann überhaupt?“ 

Er zuckte wieder mit den Schultern. „Ich dachte, wenn wir uns bewegen, finden wir vielleicht raus, wo wir sind – oder warum wir hier sind.“ 

Mir fiel alles aus dem Gesicht. „Moment mal – du weißt nicht, warum wir hier sind?!“ 

„Nope.“ 

Ich riss die Arme in die Luft und drehte mich einmal um mich selbst. „Super. Ich dachte, du hast uns hierhergebracht und tust nur so, als wüsstest du es nicht!“ 

Zeke grinste und wippte vor und zurück. „Ich mag lebensmüde und verrückt sein, aber ich bin nicht dumm genug, mich mit Fips anzulegen. Seit du wieder lebendig bist, hat er mir und Rhun klar untersagt, mit dir allein zu sein.“ 

Ich zog eine Augenbraue hoch. „Und daran hältst du dich?“ 

„Bislang hatte ich keinen Grund, mich nicht dran zu halten.“ 

Ich stöhnte und fuhr mir frustriert durch die Haare. „Du bist echt nicht mehr ganz richtig im Kopf.“ 

Zeke lachte und ging weiter. „Ich dachte, das wüsstest du längst.“

"Also irren wir jetzt weiter hier rum, bis genau was passiert?" fragte ich "eine riesige Anzeigetafel kommt die erklärt warum wir hier sind?"

"Also wirklich Cassy. Das wäre albern" er stemmte die Hände in die Hüften und sah mich kopfschüttelnd an.
Natürlich erklärte ausgerechnet er mir, was albern war.

"Kannst du uns nicht einfach zurück bringen?"

"Könnte ich" antwortete er und wendete sich von mir ab. Ich starrte auf seinen Rücken, wie er sich von mir entfernte.

"Ich finde wir sollten uns einen Team Namen überlegen. So oft wie wir zwei hier allein durch die Wüste streifen" rief er über seine Schulter.

"Ganz sicher nicht" rief ich und folgte ihm.

"Er ist auch dafür" Zeke deutete auf seinen Schatten, der sofort nickte und einen Daumen hoch zeigte.

"Redet er eigentlich mit dir?" fragte ich.

Doch ich erhielt keine Antwort, da Zeke bereits munter mit seinem Schatten über einen möglichen Team Namen diskutierte.

Ich seufzte und ließ mich zurückfallen, während Zeke munter mit seinem eigenen Schatten diskutierte. 

„Also, wie wäre es mit … Die Schattenkrieger?“ schlug er vor. 

Sein Schatten schüttelte den Kopf. 

„Zu klischeehaft? Hm … Team Albtraum?“ 

Der Schatten legte den Kopf schief und hob eine Hand zum Abwägen. 

„Stimmt, zu düster. Wie wäre es mit … Die fantastischen Zwei?“ 

Der Schatten zeigte ihm einen Mittelfinger. 

„Okay, okay, zu arrogant. Hm … Zeke und sein Sidekick?“ 

Ich verdrehte die Augen. „Vergiss es.“ 

Zeke ignorierte mich und wandte sich wieder seinem Schatten zu. „Oh, du hast recht! Zeke und die Wüstenmaus wäre viel cooler!“ 

Ich blieb stehen und sah ihn mit offenem Mund an. „Sag das noch einmal und ich lasse dich hier verdursten.“ 

„Okay, war nur ein Vorschlag! Dann halt was Heldenhaftes: Die Wüstenlegenden!“ 

Der Schatten machte eine Geste, die eindeutig nach „meh“ aussah. 

„Gut, dann eben was Bedrohliches: Die Chaosbringer!“ 

Der Schatten machte eine wackelnde Handbewegung, als würde er sagen: „Geht so.“ 

„Pff, okay, dann eben Die Sandstürmer!“ 

Ich stöhnte genervt. „Kannst du aufhören, Namen zu erfinden, die klingen, als wären wir eine billige Rockband?“ 

„Puh, du bist echt schwer zufriedenzustellen.“ Zeke sah zu seinem Schatten. „Was hältst du von Dunkel & Dümmer?“ 

„ZEKE!“ 

Er lachte. „Schon gut, schon gut! Aber Die zornige Zauberin und ihr grandioser Begleiter klingt doch nach einem soliden Namen, oder?“ 

„Ich weigere mich, auf irgendwas einzugehen, was du gerade sagst.“ 

„Ha! Damit stimmst du zu! Schatten, wir haben einen Namen!“ 

Sein Schatten klatschte sich an die Stirn. 

Ich verdrehte die Augen und marschierte weiter. „Ich hoffe wirklich, dass wir bald irgendwo ankommen, bevor du noch eine Geschäftsidee für T-Shirts mit unserem Logo entwickelst.“ 

„Oh! Team Zassie auf T-Shirts – das ist genial!“ 

Ich tat so, als würde ich ihn nicht hören.

Achtsam jammern mit dem Osterhasen | Eine Julien Bam FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt