Manchmal braucht man ein Gespräch, um sich zu beruhigen und mit jemanden seine Gedanken zu teilen, weil man nicht weiter weiß...
Harry's POV
Leise schloss ich Annabell's Zimmertür und ging die Treppe herunter. "Na endlich.", sagte die nervige Stimme ihrer Mum. Ich könnte sie erwürgen... Wie sie mit Annabell umgegangen ist, ist unmöglich! Annabell ist ihre Tochter! "Wenn ich von Annabell mitbekomme, dass sie sie noch einmal so behandeln, dann haben sie ein Problem mit mir.", knurrte ich wütend und schlug die Tür hinter mir zu. Das nennt sich Mum... Gott, Annabell musste kotzen wegen ihr. Sie tut mir so leid. Ich kann sie doch da jetzt nicht alleine lassen... Ich hätte nicht auf sie hören sollen. Mir ist es egal, wenn ich Ärger bekomme. Jetzt ist sie allein mit ihrer Furie von Mum. Ich muss umkehren... Aber ihre Mum würde mich nicht hinein lassen und Annabell braucht Ruhe. Ich hoffe ihre Mum gibt ihr diese auch... Ich kam bei Onkel Louis an und klingelte einfach ohne nachzudenken. Schnell ging die Tür auf und ein wütend aussehender Louis schaute mich an. "Wo warst du Freundchen? ", fragte er wütend, aber man hörte, dass er sich Sorgen gemacht hatte. "Du kannst nicht einfach abhauen ohne Bescheid zu sagen. Was bei Anne galt, gilt hier nicht. Das ist meine Wohnung und hier schleicht man sich nicht einfach hinaus.", sagte er vorwurfsvoll. "Tut mir leid Louis.", murmelte ich und war mit meinen Gedanken noch immer bei Annabell. Besorgt musterte mich Louis. "Ist etwas passiert Harry?", fragte er nun schnell. Mal wieder kann ich ihm nichts verheimlichen... "Ich war bei einem Mädchen.", sagte ich kurz und lief hinein. Louis schloss die Tür hinter mir und lief mir nach. "Was für ein Mädchen? Macht sie Probleme? Ist es einer deiner Freundinnen? Gott, ist sie etwa schwanger?", fragte er und klang zum Schluss vollkommen fertig. Wo denkt er nur hin... "Nein, sie ist nicht schwanger und sie geht in meine neue Klasse.", erklärte ich schnell, um ihn zu beruhigen. Wie es ihr geht? Ob sie schläft? Hat ihre Mum sie in Ruhe gelassen? "Harry, wieso bist du dann so durch den Wind?", fragte Louis besorgt und zeigte ins Wohnzimmer. Wir liefen hinein und setzten uns auf die Couch. "Das Mädchen, Annabell, kenne ich seit einer Woche. Sie war letzte Woche Montag in mich hinein gelaufen. Sie war sehr gehetzt und hat sich einfach nur entschuldigt. Dann ist sie weg gerannt. Na ja und dann kam ich heute in die Klasse und setzte mich neben ein Mädchen. Sie schaute total vertieft nach draußen. Als ich sie darauf ansprach, was da draußen denn so spannendes sei, drehte sie sich um und wir hatten uns sofort wieder erkannt.", begann ich zu erklären. "Und ist sie nett?", fragte Louis lächelnd. Schnell nickte ich. "Sie ist unglaublich nett und süß.", fügte ich hinzu. Louis grinste plötzlich wie ein Honigkuchenpferd. "Ist mein kleiner Harry zum ersten Mal richtig verliebt, wie es scheint.", sagte er und klang stolz. "Ich mag sie wirklich sehr, aber ich weiß nicht, ob ich sie liebe. Ich kenne sie doch erst so richtig seit heute, obwohl ich das Gefühl habe, sie schon ewig zu kennen.", nuschelte ich vor mir her. "Deine Augen sprechen eine andere Sprache. Wenn du von ihr redest, leuchten sie.", sagte er überglücklich und sprang auf. "Das müssen wir feiern.", rief er plötzlich. "Ich bin nicht in der Stimmung dazu.", sagte ich ernst und seufzte. "Wieso?", fragte er verwirrt. "Louis du kennst sie.", sagte ich leise. "Ich kenne keine Annabell.", murmelte er nachdenklich. "D-doch.", stotterte ich und holte tief Luft. "Du hast ihr vor einer Woche gesagt, das ihr Dad tot ist.", murmelte ich. Meine Stimme brach und ich ließ meinen Kopf in meine Hände sinken. "Was?", quietschte er hervor. "Ja.", sagte ich und schaute wieder zu ihm hinauf. Mit einem undefinierbarem Blick ließ er sich auf die Couch zurückfallen. "Wie geht's ihr?", fragte er und schaute mich nicht an. Sein Blick fixierte die Wand. "Nicht sonderlich gut.", flüsterte ich. Er holte tief Luft. "Jetzt höre mir gut zu.", sagte er ernst und schaute mich an. "Annabell ist nicht irgendeine deiner Mädchen. Wenn du sie verletzt, mache ich dich kalt. Sie hat genug mit gemacht. Sie braucht keinen der mit ihr spielt bis er sie im Bett hat und dann fallen lässt.", sagte er ernst und schaute mich durchdringlich an. Ich nickte. "Louis ich kann ihr nicht weh tun. Wenn ich sie weinen sehe, rutscht mir mein Herz in die Hose und ich würde alles tun, um sie wieder zum Lächeln zu bringen. Louis sie ist so anders als alle anderen Mädchen vor ihr. Sie macht mich verrückt. Ein Blick mit ihren großen dunkelblauen Augen und ich bin wie hypnotisiert. Wenn sie lächelt, muss ich auch lächeln. Wenn sie weint, will ich auch weinen. So etwas habe ich noch nie zuvor gespürt, aber Louis ich könnte sie nie verletzen.", erklärte ich und lief am Ende zu meinem Erschrecken leicht rot an. Er begann wieder zu lächeln. "Hat sie dir eine Gehirnwäsche verpasst?", fragte er plötzlich lachend. "N-nein.", stotterte ich. "Okay, Schluss damit und warum warst du jetzt bei ihr?", fragte er und klang sichtlich interessiert. "Sie ist heute nach der zweiten Stunde gegangen, weil es ihr nicht gut ging und na ja dann habe ich sie halt heute nach der Schule angeschrieben, ob es ihr besser gehen würde. Das war nicht wirklich der Fall und deswegen wollte ich sie ablenken. Also haben wir uns zur Nachhilfe getroffen.", erklärte ich und musste lächeln, als ich daran dachte, wie ich sie schlafend auf der Fensterbank gefunden hatte. Sie ist so süß... "Erde an Harry.", sagte Louis lachend und wedelte mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum. Sofort wurde ich rot. "Wieso Nachhilfe?", fragte Louis verwirrt. "Wegen meiner Matheschwäche.", antwortete ich schnell. "Sie kann total gut erklären. So schnell habe ich Mathe noch nie verstanden.", fügte ich hinzu. Louis schmunzelte. "Als ich bei ihr ankam, war sie auf ihrer Fensterbank eingeschlafen. Sie sah unglaublich süß aus. Ich hatte sie dann ins Bett gebracht und sie wollte nicht, dass ich gehe und dann hat sie auf meiner Brust gelegen. Richtig niedlich, ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln.", erzählte ich weiter. Louis begann zu lächeln. "Sie ist die Unschuld in Person.", sagte er. Ich nickte zustimmend. "Na ja wir hatten Mathe gelernt und geredet. Sie ist Fußballfan. Nur ich Trottel habe sie gefragt, wie sie dazu kam.", sagte ich und war wütend auf mich selbst, da ich sie zum Weinen gebracht hatte. "Lass mich raten, durch ihren Dad?", murmelte er bedrückt. Ich nickte. "Ja, sie hat angefangen zu weinen und ich habe sie getröstet. Dann kam ihre Mum und hat gefragt, ob ich mit essen will. Tja, damit begann der Mist.", sagte ich und meine Stimme wurde zum Ende hin lauter und wütender. "Wieso?", fragte Louis verwirrt. "Wir sind zum Essen gegangen und Annabell war total süß. Sie hat bemerkt, dass ich irgendwie unsicher war und dann hat sie meine Hand genommen.", erzählte ich und stoppte, da ich bei der Erinnerung lächeln musste. Meine Wut war wie verflogen bei dem Gedanken an sie. "Na ja dann beim Essen, konnte Annabell nicht mehr. Ich glaube, sie hatte gar keinen Hunger und plötzlich schrie ihre Mum sie an, dass sie auf essen solle, da sie seit einer Woche nichts mehr essen würde und nicht Annabell tot sei und sondern ihr Dad.", erzählte ich und meine Stimme wurde wieder kräftiger und wütend. "Ich hab versucht Annabell in Schutz zu nehmen, aber ihre Mum schrie wie eine Furie weiter. Annabell hat das Essen schlussendlich versucht in sich hinein zu stopfen und musste sich dann paar Minuten später übergeben. Ich bin ihr sofort nach gelaufen in die Toilette, weil ich mir Sorgen gemacht hatte. Ihre Mum kam dann auch und versuchte nicht einmal ihr zu helfen. Da konnte ich mich dann nicht mehr beherrschen und habe sie angeschrien, dass es ihre Schuld sei, dass Annabell jetzt kotzen musste. Dann wollte sie mich rausschmeißen, aber ich durfte mich noch zehn Minuten um Annabell kümmern. Ich wollte nicht gehen, aber Annabell wollte nicht, dass ich durch sie Ärger bekomme. Aber das ist mir vollkommen egal, ich will sie beschützen. Wieso bin ich gegangen?", erklärte ich und griff mir wütend durch die Haare. "Hey ganz ruhig Harry.", versuchte Louis mich zu beruhigen. "Es wird nichts passieren und ich glaube, Annabell würde sich auch melden, wenn etwas wäre.", sagte Louis und klang nachdenklich. Worüber denkt er nach? "Louis, woran denkst du?", fragte ich neugierig. "Ich verstehe das Verhalten ihrer Mutter nicht. Im Krankenhaus war sie ganz anders. Da war sie für Annabell da und hat sie total liebevoll behandelt.", flüsterte er vor sich her. Das Klingeln der Haustür ließ uns zusammenzucken. Schnell sprang ich auf und lief zur Tür...
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Do you rescue me? (Harry ff)
FanfictionAllein, wann ist man allein? Man kann allein sein, weil man weder Freunde noch Familie hat oder man besitzt beides und fühlt sich allein... Annabell ist 16 und ist eigentlich glücklich mit ihrem Leben bis etwas Schreckliches geschieht. Wer wird sie...