27. Juli 1777
Langsam und bedacht trat ich zwischen den vielen Menschen hindurch, die sich auf dem morgendlichen Markt im Zentrum New York's tummelten. Verschiedenste Holzstände reihten Sich aneinander und boten eine große Auswahl an Gemüse, Obst, Fisch und weiteren Kleinigkeiten und der Geräuschpegel der unzähligen Menschen war beinahe unerträglich.
Ich hatte meinen Blick starr auf das Kopfsteinpflaster geheftet, dass sich durch die Stadt schlängelte und zog mir die Kapuze die ich trug noch ein Stück tiefer in mein ausdrucksloses Gesicht, während ich mir einige rote Strähnen die unter ihr hervorlugten hinter die Ohren schob. Dies diente dem Zweck, dass mich niemand erkannte und mich eventuell verfolgte, denn ich befand mich auf meinem Weg zu jenem treffen, dass mein Vater für mich organisiert hatte.
Doch war der Brief, der mich so aufgewühlt hatte wirklich von meinem Vater? Was wenn sich alles als ein Hinterhalt entpuppt, nur um ein weiteres Glied des Ordens auszuschalten? Diesbezüglich wären meine eigene Dummheit und Naivität daran schuld und der Tod wäre die gerechte Strafe dafür, dass ich den Orden sabotierte.
Obwohl ich es mir insgeheim wünschte dass dem nicht so wäre, musste ich trotzdem davon ausgehen, dass mein Vater nicht am Leben war und jemand seine Identität zu seinem Vor- und meinem Nachteil nutzte.
Die Nervosität darüber, was mich erwartete, ließ mich innerlich erschaudern und ich versuchte mich von meinen eigenen Gedanken ablenken. Ich dachte an das Gespräch, dass ich am gestrigen Nachmittag mit Gorden geführt hatte. Zu meinem Bedauern brachte es mich kein Stück weiter. Gordon erzählte mir von dem Tag an dem Vater verschwand doch er konnte mir keinerlei Information darüber geben, warum er uns verlassen musste. Er hatte ihn eben so wie Mutter und ich Tod geglaubt und war aus diesem Grund viel zu verwirrt um mir weitere Auskunft zu geben. Ich nahm es ihm nicht übel, dies bezüglich konnte ich keine weiteren Informationen aus ihm heraus bekommen. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Gordon mehr wusste und war enttäuscht, dass dem nicht so war.
Ich drängte mich immer weiter durch die dichter werdende Masse, nervös und den Blick immer noch auf den Boden geheftet. Meine Hand ruhte auf dem Griff meines Schwertes, bereit die gefährlich scharfe Waffe so schnell wie möglich aus ihrer Halterung zu ziehen und es meinem Feind im Notfall in den Leib rammen zu können, ohne wichtige Sekunden zu verlieren die eventuell über mein eigenes Leben entscheiden konnten.
Ich Entzog mich der riesigen Menschentraube und bog mit erhöhtem Tempo in eine der unzähligen Seitengassen. Automatisch stoppte ich, als zwei Rotröcke die an einer der Hauswände lehnten in meinem Sichtfeld auftauchten und machte auf dem Absatz kehrt, ich wollte jeglicher Art von Konflikt aus dem Weg gehen.
Ich hoffte, dass sie mich nicht wahrgenommen hatten, spürte jedoch schnell ihre Blicke in meinem Rücken, als sie sich verwundert zu mir umdrehten, dann aber wieder mit ihrem Getuschel fortfuhren.
Noch immer hatte ich meine Hand nicht von dem Griff meines Schwertes genommen und umschloss den Stahl noch ein wenig fester, als ich in die nächste Gasse bog und in einen von reichlich Hühnern belebten Hinterhof gelante.
Die unangenehme Hitze trieb mir Schweißperlen auf die Stirn, jedoch wollt ich nicht riskieren die Kapuze abzunehmen und so wischte ich mir die lästige Feuchtigkeit mit meinem Handrücken vom Gesicht.
Ich fühlte mich beobachtet. Hastig Schritt ich zwischen den gefiederten Tieren hindurch und scheuchte die auf, was jedoch einen positiven Nebeneffekt hatte: sie begannen wie wild mit ihren Flügeln zu schlagen und machten Lärm. Falls mich jemand verfolgte, würde ich es ein paar Meter weiter an dem selben Gegacker erkennen.
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Assassin's Creed III (fanfiction)
Fiksi PenggemarAvery Carter ist zwischen zwei Welten hin und hergerissen. Sie ist Schülerin des Templergroßmeisters Haytham Kenway. Als dieser sie auf eine Mission im Grenzland schickt, begegnet sie Connor. Sie geraten in einen Kampf, bei dem sie schwer verletzt w...