Vergessen... irgendwann gerät alles mal in Vergessenheit, aber meist denkt man, es war unwichtig und nicht von Bedeutung. Aber gerade die kleinen Dinge entwickeln sich meist zu riesigen Problemen und dann steht man da total verunsichert, unvorbereitet und etwas aufgeschmissen.
Harry's POV:
"Dr. Tomlinson.", wisperte Bell geschockt und Tränen liefen ihre zart rosanen Wangen herunter. Sie hielt ihre Hand vor ihren Mund und schaute Louis mit weit aufgerissenen Augen an. Scheiße! Wie konnte ich vergessen, dass Louis der Arzt von ihrem Dad war! Ich bin so ein Idiot! Damit hätte ich rechnen müssen. Louis schaute mich unbeholfen an. Bell drehte sich um und setzte sich weinend auf die Stufe vor der Eingangstür. Scheiße, was mache ich jetzt? Tue ich so, als hätte ich es jetzt gerade erst erfahren oder soll ich ihr die Wahrheit sagen? Nein, ich sollte mich erst einmal um sie kümmern. Sie wird nur ganz kalt, wenn sie weiter im Schnee sitzt. Gott Styles, wie konnte ich das vergessen?! Ich stellte meine Sporttasche ab und bückte mich zu Bell herunter. Sanft hob ich sie im Brautstyle in meine Arme und ging einen Schritt auf den Eingang zu. Louis machte schnell die Tür weiter auf und ging einen Schritt zur Seite. Bell schluchzte in meinen Hoddie und ihr Körper zitterte sehr stark. Besorgt schaute ich zu ihr hinunter. Sie schaute starr auf meinen Hoddie, aber ihr Blick war vollkommen leer. Scheiße scheiße scheiße! Ich stand im Flur und schaffte es irgendwie meine Sneaker abzustreifen. Louis legte unsere Taschen in den Flur und schloss die Tür. "Ich dachte, du hättest es ihr erzählt.", flüsterte er und zog Bell vorsichtig die Schuhe aus. Ich schaute Louis entschuldigend an und lief mit Bell ins warme Wohnzimmer. Sofort setzte ich mich mit ihr auf die Couch und wiegte sie leicht hin und her. Ihr Blick war noch immer leer, während Tränen über ihre Wangen liefen. "Alles ist gut, Bell.", flüsterte ich. Was ist mit ihr? Ist das eine Art Panikattacke? Ich muss sie irgendwie beruhigen. "Harry?", wisperte sie weinerlich. "Ich bin hier. Alles ist gut.", flüsterte ich beruhigend und streichelte durch ihr Haar. Ihr Blick war voller Schmerz und sie zitterte noch immer. Ich drückte sie sanft enger an mich, um ihr Halt zu geben. Sie schluchzte und weinte leise in meinen Hoddie. Ich bin schuld! Ich hätte es ihr sagen müssen. Warum vergesse ich das auch? Louis saß gegenüber von uns auf einem Sessel und schaute traurig zu Bell. Er macht sich Vorwürfe, obwohl ich allein die Schuld trage. Bell schien sich etwas zu beruhigen, denn das Zittern ihres kleinen Körpers ließ nach. Sie setzte sich etwas auf und schlang ihre Arme um meinen Hals. "Es tut mir so leid.", flüsterte ich traurig. "W-warum?", schluchzte sie. "Ich habe vergessen, es dir zu sagen.", sagte ich schuldbewusst. Louis schaute zu mir und zeigte auf die Tür. Dann sprang er auf und ließ uns in der Stube allein. "Du wusstest, dass er der Arzt von meinem Dad war.", wisperte sie, setzte sich etwas auf und wischte einmal über ihre linke Wange. Ich nickte betrübt. Sie wird mich hassen. Ich bin so ein Idiot... Sie stand auf und stolperte zwei Schritte zurück. Sofort stand ich auf und wollte zu ihr gehen. Doch sie wich ein Schritt zurück. Der Tisch! "Vorsicht!", rief ich erschrocken. Doch Bell kam mit ihrem rechten Bein gegen die Tischkante und verlor ihr Gleichgewicht. Ich sprang auf sie zu und zog sie in meinen Arm. Fuck! Mein Körper haute auf den Tisch und er gab knacksend nach. Bell lag auf mir. Scheiße, tut das weh... Ich zog scharf die Luft ein. "Harry?", rief Bell besorgt und half mir etwas auf. "Herr Tomlinson.", rief sie verzweifelt und schaute mich besorgt an. "Harry, es tut mir so leid.", flüsterte sie weinend und berührte zaghaft meinen schmerzenden Arm. "Sch.", nuschelte ich und zog sie beruhigend in meinen Arm. Egal, wie weh das gerade tut, Bell ist wichtiger. Ich spürte eine warme Flüssigkeit meinen Arm herunterlaufen. "Harry, du blutest.", sagte sie besorgt und die Tür knallte auf. Louis kam herein und schaute sich besorgt um. Wir kamen in sein Blickfeld und seine Augen weiteten sich geschockt. "Harry.", rief er und eilte zu mir. "Bell hast du dir weh getan?", fragte ich. Selbst jetzt kann ich nur an sie denken. Sie schüttelte den Kopf und schaute mich einfach nur besorgt an. Louis setzte sich neben mich und betrachtete meinen Arm. "Was ist passiert?", fragte er. "Harry hat mir gesagt, dass er wusste, dass Sie Dad's Arzt waren und ich... Es war eine Kurzschlussreaktion. Ich wollte in dem Moment seine Nähe nicht. Ich bin rückwärts gelaufen und über den Tisch gestolpert. Ich... Es tut mir so leid.", erzählte sie weinend. Das ist doch nicht ihre Schuld. Sie soll sich keine Vorwürfe machen. "Harry ist aufgesprungen und hat dich aufgefangen.", erriet Louis. Ich nickte, aber mein Blick blieb bei Bell, die traurig auf den Boden schaute und noch immer weinte. Mein Herz rutschte mir in die Hose, wie immer, wenn ich sie weinen sah. Ich stupste sie sanft mit meinem Finger an. Sie schaute auf. "Ist okay.", flüsterte ich und lächelte sie an. "Das muss genäht werden.", stellte Louis fest und stand auf. "Ich bin gleich wieder da. Annabell halte das Tuch gegen Harry's Wunde.", sagte er und verschwand. Mit zitternder Hand ergriff Bell das Tuch und legte es zaghaft an meinen Arm. Sie übte leichten Druck aus, weswegen ich scharf die Luft einzog. Sofort schaute sie mich besorgt an. "Entschuldige.", wisperte sie. "Nicht schlimm.", flüsterte ich beruhigend. "Harry, es tut mir leid. Ich hätte aufpassen müssen.", murmelte sie traurig und eine Träne lief ihre Wange hinunter. Höre auf damit Bell... "Mache dir keine Vorwürfe.", sagte ich. "Ich bin doch selber Schuld.", fügte ich hinzu. "Harry?", fragte sie leise. Ich nickte ihr zu. "Bin ich nur ein soziales Projekt?", fragte sie unsicher. "Wie?", fragte ich verwirrt. "Ja, das kleine Kind, was traurig ist, weil sie ihren Dad verloren hat. Dann bin ich mal nett und beweise einigen, dass auch etwas gutes in mir steckt.", flüsterte sie und schaute hinunter auf ihre linke Hand. Wie kann sie so etwas nur denken? "Bell, ich liebe dich. Du bist kein Projekt oder Mission. Ich möchte bei dir sein, weil ich mich bei dir gut fühle, weil ich bei dir sein kann, wie ich bin, weil du mir wichtig bist, weil seit drei Tagen keine Sekunde vergeht, in der ich nicht an dich denke. Ich hätte es dir mit Louis sagen müssen, aber ich habe es vergessen. Ich habe heute nicht daran gedacht, weil wenn du in meiner Nähe bist, ich nur an dich denken kann.", gab ich offen zu. Sie schaute auf und ihre Wangen waren wieder rot angelaufen. Leicht schmunzelte ich. Ihre Augen suchten die meinen. "Ich liebe dich.", flüsterte sie und küsste mich liebevoll. Zärtlich strich sie über meine linke Wange und ich vereinte unsere Lippen ein zweites Mal. "Da ist man mal zwei Minuten weg und verpasst alles.", sagte Louis lachend. Er setzte sich neben Bell mit einem größeren Koffer. "Was ist das?", fragte ich amüsiert. "Mein Notfallkoffer.", sagte er. "Bell's war süßer.", flüsterte ich lachend. Bell begann zu kichern. Louis zog eine Augenbraue hoch und schaute mich verwirrt an. Ich hob meine Hand mit dem Verband und begann zu erklären: "Ich habe nicht bemerkt, dass die Milch übergekocht ist." Louis schüttelte schmunzelnd den Kopf. "Wo waren deine Gedanken, Styles?", fragte er lachend. "Bei Bell.", flüsterte ich und Bell's Wangen leuchteten zart rosa. Sie ist einfach süß...
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Do you rescue me? (Harry ff)
FanfictionAllein, wann ist man allein? Man kann allein sein, weil man weder Freunde noch Familie hat oder man besitzt beides und fühlt sich allein... Annabell ist 16 und ist eigentlich glücklich mit ihrem Leben bis etwas Schreckliches geschieht. Wer wird sie...