"Alexa." Eine sanfte Stimme weckte mich. Ich fühlte mich seltsam leicht und befreit.
Ein paar mal blinzelte ich schnell, bevor ich komplett die Augen öffnete. Ruckartig setzte mich auf und ein stechender Schmerz durchzuckte mich, sodass ich kurz aufkeuchten musste.
Dann sah ich mich um. Es war ein wunderschöner Garten, keine Frage, aber wo war ich? War ich etwa schon tod? War ich mit meiner Aufgabe jetzt schon gescheitert?
Ich fühlte mich nicht tod.
"Das bist du auch nicht." Das war die Stimme, die mich geweckt hatte. Schnell drehte mich um und sah in das Gesicht der wunderschönsten Frau, die ich je gesehen hatte. Ihre Augen waren braun, aber schimmerten im Licht grünlich. Ihre Haare waren schwarz und reichten ihr in Wellen bis zur Taille. Das Gesicht war...einfach Perfekt. Eine reine Haut, mandelförmige Augen, eine stupsnase und wohlgeformte Lippen.
Ich musste schlucken. Neben dieser Frau fühlte ich mich richtig hässlich.
"Wer bist du?" Sie lachte auf. Verdammt, selbst das klang perfekt. "Ich denke das weißt du, mein Kind." Ich biss mir auf die Lippe. Geahnt hatte ich es ja schon, also nickte ich.
"Persephone." Sie lächelte mich an und strich mir über die Haare.
"Es tut mir leid, dass ich dich enttäuscht habe." flüsterte ich. Sie hatte ihre Hoffnung auf mich gesetzt und ich hatte es nicht geschafft.
"Das hast du nicht. Ich habe vollstes vertrauen in dich. Du bist besonders, Alexa. Besonderer als es alle vor dir waren" Ich schüttelte den Kopf.
"Wieso bin ich hier? Bin ich vielleicht doch...Tod?" Es fiel mir schwer das auszusprechen. Ich wollte noch nicht tot sein. Es gab noch so viel was ich tun wollte oder noch erleben wollte.
"Du bist nicht tod. Nur schwer verletzt. Gerade tun deine Freunde alles um dich zurück zu holen. Ich nutze die Chance und rief dich zu mir. Entschuldige wenn ich dir Angst eingejagt habe. Das lag nicht in meiner Absicht."
"Oh. Nein, das ist schon okay. Ich habe mich nur erschrocken."
Etwas schnüffelte an meiner Hand. Ich zuckte zusammen und machte reflexartig einen Schritt zur Seite. Neben Persephone war der Dreiköpfige Hund, Kerberos, aufgetaucht und ließ sich von ihr Kraulen.
"Kerberos wird dir in deiner Welt helfen. Du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten." Kurz zögerte sie. "Ich spüre wie deine Präsenz schwächer wird. Du wirst gleich aufwachen. Einen Tipp will ich dir noch geben. Lass dir das kämpfen mit dem Kurzschwert beibringen."
Ich runzelte die Stirn.
"Wieso soll ich-" Ich konnte den Satz nicht zu Ende bringen, da mich ein starker Schwindel erfasste und es sich anfühlte als würde man von allen Seiten an meinem Körper zehren."Alexa." sagte eine erleichterte Stimme. Ich erkannte dass es Melina war. Ich rieb mir über die Augen und kurz sah ich Sterne.
"Geht's ihr gut?" Das war Tim. Er hörte besorgt an.
"Ja ihr gehts gut."
"Sie kann euch auch hören." stieß ich hervor. Mein Körper fühlte sich Bleischwer an. Vorsichtig hob ich den Kopf und sah an mir herunter. Über meinem Oberkörper lag ein dicker Verband.
"Was ist passiert?" fragte ich. Melina wollte antworten aber Mark, der gerade den Raum betrat kam ihr zuvor.
"Die Drecksvicher sind an verschiedenen Stellen reingekommen. Und sie waren stärker als sonst. Tim und ich sind euch hinterher, aber einer ist schon auf dich zugesprungen. Er hat dich mit den krallen am Oberkörper erwicht. Es war echt schlimm. Melina hat ganze Arbeit geleistet." Mark sah seine Schwester stolz an und sie wurde rot und freute sich offensichtlich über das Kompliment.
"Nicht zu vergessen, dass Mark das Vieh auseinander genommen hat wie eine Weihnachtsgans" sagte Tim, klang aber nicht sonderlich erfreut. Ich runzelte die Stirn. Dann blickte ich zu Mark. Auch er hatte einen komischen Glanz in den Augen.
"Was ist los?" Mark blickte zu Melina und sie kaute auf ihrer Unterlippe.
"Naja, irgendwie können wir uns nicht erklären wieso du noch lebst."
"Wie meinst du das?" flüsterte ich leise.
"Deine Wunde war tödlich. Selbst für einen von uns. Jedem anderen hätten diese Krallen den Kopf von den Schultern getrennt."
Ich schluckte.
"Und was heißt das für mich?"
"Das wissen wir auch nicht. Noch nicht." Jetzt bekam ich auch noch Magenschmerzen. Es konnte ja nur noch besser werden.
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Persephones erwählte
RastgeleSchon seid es die Götter gibt, gibt es auch ihre Vertreter auf der Erde, ihrer sogenannten "Erwählten". Das sieht Persephone als die Chance wieder frei sein zu können nachdem sie von Hades zur Heirat gezwungen wurde. Würde ein Erwählter von Perseph...