Kapitel 22

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Schnell zog ich meine Jacke über und öffnete leise die Zimmertür, um Melina nicht zu wecken. Der Vorfall war jetzt schon zwei Tage her und dank Melinas Heilkünsten ging es mir sehr gut. Mir tat nichts weh und erstaunlicherweise war nicht ml eine Narbe zurück geblieben

Heute sollte Mark mir das erste mal das Kämpfen mit dem Kurzschwert beibringen, auch wenn ich davon überzeugt war, dass das absolut nicht die richtige Waffe für mich war. Aber wenn Persephone mich darum bat konnte ich es ja ausprobieren. Mehr als nicht klappen konnte es ja nicht.

Am Trainingsraum angekommen war Mark bereits mit einem Kurzschwert beschäftigt und hatte mich noch nicht bemerkt, da er mit dem Rücken zu mir stand. Ich hatte Mark bis jetzt noch nicht mit einem Schwert in der Hand gesehen, nur mit einem Bogen, aber auch diese Waffe beherrschte er beispiellos.

Er trainierte alleine, bewegte das Schwert mit einer Leichtigkeit, als wären sie verbunden und die Waffe wäre perfekt auf ihn abgestimmt.  Er schien das schon eine ganze Weile zu machen, den sein Oberkörper, von dem man ziemlich viel sah, da er kein Shirt trug, war schweißbedeckt.

Es sah aus wie ein Tanz. Es war wunderschön. So wie er.

Schnell schüttelte ich den Kopf. Das hatte nichts zu bedeuten. Jedes andere Mädchen würde genauso reagieren, bei diesem Anblick.

Nur ein Sache störte sein Aussehen. Drei riesige Narben zogen sich über seinen kompletten Rücken. Es sag aus als hätten ihn dort die riesigen Krallen eines Tieres erwischt. Und sonderlich alt sahen sie auch nicht aus. Vielleicht ein paar Wochen. Ich fragte mich wieso Melina sie nicht geheilt hatte. Oder hatte es bei ihm einfach nicht so gut geklappt, wie bei mir?

"Wie lange willst du eigentlich noch da rum stehen?" Marks stimme ließ mich zusammen zucken und er drehte sich um. Ich spürte wie sich meine Wangen rot färbten und ich versuchte ihn nicht anzustarren. Verdammt, sonst war ich doch auch nicht so! Dieser Junge war ein Arsch! Das durfte ich nicht vergessen.

"Ich wollte dich nicht stören." erwiderte ich selbstsicher und gab nichts von meinem Inneren Preis. Mark schnaufte.

"Also nur um das klar zustellen." fing er an, während er anfing in einer Truhe herumzuwühlen. " Ich halte das für Zeitverschwendung. Ein Kurzschwert passt einfach nicht zu dir. Zu dir passt eher ein kleiner Bogen oder ein Speer. Aber kein Schwert." Ich verdrehte die Augen.

"Sag das mal Persephone. Wenn sie das sagt, wird schon was dran sein, Mark." Er musterte mich von oben bis unten.

"Wir werden sehen. Vielleicht überraschst du uns wieder." Er drückte mir einige Dinge in die Hand. Sie waren kühl und wogen ein bisschen was.

"Das hier schnallst du dir über Brust und Bauch. Und das hier sind Handschuhe, damit dir am Anfang das Metall vom Griff keine Probleme macht. Der Brustschutz dient dazu, dich zu schützen, wenn du versehentlich getroffen wirst. Das kommt hier schon mal öfters vor und Melina kann auch nicht immer zur Stelle sein." erklärte er mir.

"Wie beruhigend." murrte ich leise, woraufhin Mark leise lachte. Dann stellte er sich hinter mich.

"Komm ich helf' dir." Er nahm mir die Brustplatte aus der Hand  und legte sie um mich. Sie war schwer und etwas ungewohnt, aber es war aushaltbar.

"Wenn es dir zu viel wird sag bescheid, dann machen wir normal mit Bogenschießen weiter. " Ich nickte und er drückte mir sein Kurzschwert in die Hand. Der Griff war warm, trotz des Metalls, aber ich spürte jetzt schon wie es sich in meine Handfläche bohrte und ich hatte es noch nicht mal angehoben oder bewegt. Schnell zog ich die Handschuhe über. So ging es besser. 

In der Zeit hatte Mark sich vor mich gestellt.

"Du musst es so halten." belehrte er mich und drehte meine Hand richtig.  So war das Schwert direkt viel schwerer, obwohl es gar nicht so aussah. Mark hatte das Schwert so leicht bewegt, als würde es nichts wiegen und ich konnte es kaum eine Minuten oben halten.

"Wenn du es bewegst wird es durch den Schwung leichter, es oben zu halten." versprach Mark mir und ich nickte.

"Also ich werde dir jetzt ein paar dinge zeige und du versucht sie so gut wie möglich nachzumachen okay?"

"Los geht's." erwiderte ich und lächelte gespielt. Mir war jetzt schon die Lust vergangen.

Mark stellte sich neben mich und sah mich an. Ich drehte das Schwert so wie er es mir gezeigt hatte.

Meine erste Stunde fing an.



Persephones erwählteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt