„Ich kann nicht verstehen, wieso du ihm zugesagt hast!", schimpfte Addison mit mir, als ich gerade dabei war meine Bücher in meinem Schließfach zu verstauen.
Nachdenklich drehte ich den kleinen Schlüssel um und zog es heraus. Nachdem ich mein Schließfach zu machte, steckte ich mein Schlüsselbund wieder in meine Tasche. Seufzend sah ich dann auf und blickte in Addisons aufgebrachtes Gesicht. Wenn sie doch nur so willensmutig bei einem Jungen sein könnte, hätte sie vielleicht sogar einen Freund.
„Ich weiß auch nicht", murmelte ich vor mich hin und fing an meiner Unterlippe zu kauen.
„Ich dachte, dass du dich von ihm fern halten wolltest. Echt Grace! Ich will nicht, dass du verletzt wirst!", klang sie kurz noch wütend, aber schaute mich dann besorgt an.
Wir entschieden uns weiter zu gehen und traten vor dem Eingang der Schule.
„Ich weiß, aber ... ach keine Ahnung", fiel mir nichts besseres ein.
Ich war ziemlich frustriert. Ehrlich! Wie konnte ich nur so sinken? Ungern wollte ich in Addisons Gesicht schauen, weil sie einen echt Schuldgefühle machte. Deshalb schaute ich mich hier draußen um und erblickte dann Jake. Er war an seinem Auto gelehnt und zum ersten mal sah ich, wie er mit einem Mädchen redete bezeichnenderweise sie an flirtete. Noch einmal seufzte ich und konnte nicht aufhören die zwei zu beobachten. Irgendwie fühlte ich mich ein bisschen gekränkt. Das Mädchen, was viel hübscher aussah als ich und viel schmaler und länger war, lehnte sich gegen Jakes Brust und kuschelte sich an ihm ran. Sie verteilte ihm leichte Küsse im Gesicht und es widerte mich wirklich an. Addison bemerkte, dass etwas nicht mit mir stimmte und sah über ihre Schulter nach. Ebenfalls sah sie ihn und dieses Mädchen. Wieder wendete sie sich zu mir und sah mich warnend an.
„Wag' es jetzt nicht eifersüchtig zu werden!", warnte sie mich und drohte mich mit ihrem Zeigefinger.
„Schon zu spät", sagte ich emotionslos, was ich eigentlich in diesem Moment ganz und gar nicht war.
Ich schloss kurz die Augen und hielt mir eine Hand vor die Stirn. Schließlich schüttelte ich leicht den Kopf und machte meine Augen wieder auf.
„Ist ja auch egal", brabbelte ich vor mich hin.
Ich zupfte mir meine Klamotten zurecht und schulterte noch einmal meine Tasche, damit sie mir nicht runter rutschte.
Zum Abschied umarmte ich Addison und sagte noch:„Okay, wir hören uns", bevor sie dann auch rüber zur Bushaltestelle ging.
Ich atmete tief ein und wieder aus und schlenderte rüber zum Parkplatz. Wie zu erwarten, war das Mädchen immer noch gegen ihm gelehnt. Erst jetzt fiel mir auf, dass die beiden ihre Alltagsklamotten trugen. Das Mädchen trug eine olivengrüne Hotpants mit einer leichten, schwarzen Strumpfhose dadrunter. Als Oberteil trug sie eine dunkle Bluse von Hollister. Die schwarzen High Heels durften natürlich auch nicht fehlen. Jake hatte eine dunkle, eng sitzende Jeans angehabt und ein dunkelrotes Shirt angehabt. An seinem Hals baumelte ein silberner Kreuzanhänger herunter und er trug eine Sonnenbrille auf, somit ich leider seine schönen Augen nicht sehen konnte.
Ich verlangsamte meine Schritte und ging auf die zwei zu, die mich gar nicht bemerkt hatten, sondern miteinander rum machten. Ich fing an zu Husten, was aber nur gespielt war, doch trotzdem schenkten mir die zwei keine Beachtung, woraufhin ich meine Augen verdrehte und dann nach Jake rief. Wahrscheinlich habe ich das etwas zu laut gerufen, weil das Mädchen aufschrak und sich zu mir umdrehte. Sie hielt beide Hände hoch und sah mich erschrocken an. Als sie dann bemerkte, dass nur ein kleines, zierliches Mädchen vor ihr stand, ließ sie die Arme nach unten fallen und sah mich musternd an. Jake, der hinter ist stand, nahm seine Brille ab, sah mich desinteressiert an und fing dann auch an mich zu mustern.
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Dark Heart
Fiksi RemajaAn einem Samstagabend in Doncaster wird die 17-jährige Grace Mahone, die sich kaum an die Regeln hält, von einer Party aufs Polizeirevier gebracht und später wird sie dort von ihrer Mutter abgeholt. Zu Hause gibt es richtigen Zoff, wobei sich Grace'...
