56. Gemeinsam

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   Es war mitten in der Nacht als wir den Flughafen verließen. „Soll ich heute Nacht wieder bei dir bleiben?", fragte mich Diego sanft. Fürchterlich erleichtert und erschöpft lehnte ich mich an ihn. „Mach es nicht von mir abhängig... Wenn du unbedingt bei mir sein willst, dann kannst du gerne bei mir bleiben, aber ich könnte gut verstehen, wenn du lieber in deinem eigenen Bett schlafen möchtest", murmelte ich müde. „Ich mache es aber von dir abhängig, weil ich nicht will, dass du alleine bist, wenn es dir nicht gut geht! Ich finde es echt süß von dir, aber ich könnte bei mir zuhause kein Auge zu machen, wenn ich wüsste, dass du vollkommen fertig alleine zuhause sitzt", erklärte er mir ernst und legte seinen Arm um mich. Ich seufzte müde und nickte. „Dann bleib bei mir... Das mit Martin sitzt mir immer noch tief in den Knochen", sagte ich leise und starrte auf den Bürgersteig, den wir langsam entlang gingen. „Hat er dir weh getan? Hat er dich irgendwie verletzt?", fragte Diego mich besorgt. „Nein, hat er nicht. Mach dir keine Sorgen um mich, mein Süßer!", hauchte ich erschöpft und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Ich mache mir aber Sorgen, Prinzessin. Du bist mein Leben! Ich könnte es nicht ertragen, wenn dich jemand verletzt oder mir gar wegnimmt! Ich will nicht mehr ohne dich leben", seufzte Diego und streichelte zärtlich über meine Taille. „Ich will auch nicht mehr ohne dich leben!", sagte ich sanft und genoss seine Nähe. Der Rest des Weges verlief weitgehend schweigend. Nach einer gewissen Zeit wurde das Schweigen sehr unangenehm. 

„Wir sind gleich da", flüsterte Diego ruhig und strich mir sanft über meinen Arm. „Ich weiß", flüsterte ich zurück und lächelte beruhigt. Ich war endlich wieder zuhause. An einem Ort, wo ich mich wohlfühlte und keine Angst mehr haben musste. Ich löste mich von Diego und rannte los bis zur Haustür. Aufgeregt kramte ich nach meinem Haustürschlüssel in meiner Handtasche. Diego hatte inzwischen aufgeholt und stand neben mir, als ich den Schlüssel aus meiner Tasche zog und die Tür aufschloss. Gemeinsam betraten wir das Haus und ich schloss die Tür hinter Diego wieder. Alles war aufgeräumt als ich mich in meinem Haus um sah. Diego fand die alte Tageszeitung auf dem Tisch. Wieder waren wir darauf zu sehen, nur dieses Mal war es im Krankenhaus, wie wir aneinander gekuschelt im Bett lagen und schliefen. „Deine kleine Schwester ist ganz schön frech, weißt du das?", meinte er lachend und zeigte auf das Bild. Ich grinste leicht. „Aber es ist doch wirklich süß das Bild oder nicht?", verteidigte ich Lara. „Es ist wunderschön!", gab Diego zu und zog mich an sich. „Wir sollten jetzt aber besser schlafen gehen! Es ist mitten in der Nacht und ich möchte diesen Tag so schnell wie möglich vergessen!", sagte ich und gähnte leise. Diego nickte und hob mich hoch. Ich quiekte erschrocken und hielt mich an ihm fest. Im Brautstil trug er mich die Treppe hoch und legte mich sanft auf meinem Bett ab. Er hauchte mir leicht einen Kuss auf die Stirn und lief dann wieder nach unten um die Koffer zu holen. Ich zog mich in dieser Zeit blitzschnell um und setzte mich auf die Bettkante. Als Diego das Zimmer wieder betrat war auch er fertig umgezogen und musterte mich lächelnd. „Ich habe eine wunderschöne Freundin!", meinte er behutsam und voller Liebe. Ich sah ihn müde lächelnd an. Er kam langsam auf mich zu und küsste mich sanft. Ich erwiderte den Kuss zärtlich und zog ihn etwas näher an mich. „Meine wunderschöne Prinzessin!", hauchte Diego gegen meine Lippen. Ich lächelte sanft und löste mich langsam von ihm. „Mein wunderbarer Prinz!", hauchte ich strahlend. 

„Schlaf jetzt, Prinzessin! Du bist hundemüde, das sehe ich dir an!", sagte er und legte sich mit mir zusammen hin. „Du musst aber auch noch ein wenig Schlafen!", murmelte ich leise. Ich merkte wie er nickte. „Das mache ich auch... Aber ich warte bis du eingeschlafen bist!", antwortete er mir genauso leise. „Ich liebe dich!", hauchte ich im Halbschlaf. „Ich dich auch, Prinzessin!", kam es sanft von Diego zurück. Lächelnd schlief ich ein. Durch ein leises Murmeln wurde ich wieder wach. Leise lauschte ich der Stimme und ich erkannte, dass es Diego war. „... und dann saß Martin da und hat dich im Arm gehalten. Ich wurde total eifersüchtig und hatte total Angst um dich. Du gehörst zu mir! Du bist meine Prinzessin! Außerdem hatte Martin dich gar nicht anzufassen! Ich musste dich doch beschützen... Tut mir echt leid, dass du so Panik bekommen hast wegen mir. Aber ich bin immer für dich da! Ich werde immer auf dich aufpassen! Ich liebe dich so sehr, Clari!", murmelte Diego und zog mich näher an sich. Sanft fuhr er über meine Taille und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. „Niemand kann mehr an dich rankommen! Dafür werde ich schon noch sorgen! Du wirst schon sehen... Mein Prinzesschen", sagte er leise. „Aber Ezelchen lässt du schon noch in meine Nähe, oder?", fragte ich ihn und spürte wie er erschrocken zusammen zuckte. „Ich... ich dachte, du...", stotterte er überrascht. „Ja, ja, ja, du dachtest... Und ich dachte, ich hätte dir eine Frage gestellt!", meinte ich grinsend und sah ihn an. „Klar, darf er! Ich will mich nicht in deine Freundschaften einmischen. Außerdem hat Eze uns beide ja auch gerettet!", meinte Diego lächelnd. „Ich weiß, aber nur weil ich wegen dir neuen Mut geschöpft habe! Ohne dich hätte ich es nicht geschafft...", gab ich verlegen zu. Ganz zärtlich fuhr mir Diego durch die Haare und ließ seine Hand in meinem Nacken liegen. „Ich liebe dich einfach, Clari! Es war dumm von mir, dir einfach zu folgen... Aber es hat mir doch etwas gebracht. Das Schicksal hat mir ein wunderbares Geschenk gemacht!", lächelte er mit einem hinreißenden Lächeln. 

„Ach ja? Was denn für eins?", fragte ich abwesend, durch seine wunderschönen Augen abgelenkt. „Das Schicksal hat mir dich gegeben!", hauchte er glücklich. Ich küsste ihn daraufhin und er erwiderte lächelnd. Leicht zog ich ihn auf mich. Er hielt inne und löste sich leicht von mir. „Es ist alles in Ordnung!", versicherte ich ihm und lächelte sanft. Diego war noch nicht ganz überzeugt. „Es ist wirklich alles in Ordnung, mein Süßer! Schließlich will ich es so", meinte ich ruhig und küsste ihn wieder. Zögerlich erwiderte Diego. Er wollte nichts tun, was ich nicht wollte und das spürte ich. Er legte seine Hände auf meine Taille und strich sanft über den Stoff meines Oberteils. Ich legte meine Hände auf die seine und er hörte sofort auf zu streichen. Ich musste lächeln. Vorsichtig schob ich seine Hände unter mein Oberteil. Meine Haut kribbelte stark und ich spürte, wie irritiert Diego gerade war. Schnell nahm ich meine Hände weg und legte sie um seinen Hals. Zärtlich streichelte Diego über meine Haut. Wir beließen es erst mal nur beim Küssen, denn für mehr war ich noch nicht bereit. Auch wenn ich glaube, dass ich nie bereit dafür sein werde. Wir lösten uns schwer atmend voneinander. Wir lächelten uns an und Diego streichelte sanft über meinen Bauch. „Ich liebe dich, Diego!", hauchte ich atemlos. „Ich dich noch viel mehr, Clari!", antwortete er mir glücklich. Er rutschte von mir runter und legte seinen Kopf auf meine Brust. Er streichelte weiterhin über meinen Bauch und malte mit dem Zeigefinger kleine Kreise. Lächelnd schlang ich meine Arme um ihn und anschließend schliefen wir beide zusammen ein. Es war ein wunderbares Gefühl richtig geliebt zu werden und dieses Gefühl ließ mich ruhig schlafen.




Claras Vergangenheit ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt