Warum kommen immer dann Probleme auf einen zu, wenn man sie nicht gebrauchen kann?
Vielleicht weil Probleme einfach immer ungelegen kommen...Harry's POV:
Ich trat in das kleine beschauliche Café und riss erschrocken die Augen auf. Scheiße, ich... Was mache ich denn jetzt? Ich kann das nicht! Ich muss hier weg, sofort! Ohne großartig über meinen Entschluss nachzudenken, drehte ich mich um und lief wieder hinaus. An der Ecke vor dem Café blieb ich stehen und lehnte mich an die Mauer. Ich holte tief Luft und begann mit mir selbst zu hadern. Jetzt sind sie bestimmt schon wieder wütend auf mich... Ich habe den Streit gerade erst niedergelegt mit ihnen. Aber warum ist er auch da? Ich will ihn nicht sehen... "Harry, kannst du mir mal erklären, was das hier soll?", fragte Louis verwirrt, der auch wieder umgekehrt war. "Nein.", meinte ich genervt. "Hey, ich bin nicht an der Situation schuld. Du hast keinen Grund mich so doof von der Seite anzumachen.", sagte er leicht gereizt. "Entschuldige.", murmelte ich und schüttelte den Kopf. "Wusstest du, dass er kommen würde?", fragte ich mit zusammen gebissenen Zähnen. "Ehrlich gesagt, nein.", gab er offen zu. "Ich gehe da nicht hinein.", sagte ich festentschlossen mit kräftiger Stimme. "Harry.", seufzte Louis leicht genervt. Ich werde da nicht hinein gehen. "Gebe mir dein Handy.", forderte er mich plötzlich auf. Irritiert schaute ich ihn an. "Na los.", meinte er ernst und streckte seine Hand aus. Mürrisch gab ich ihm mein Handy. Er nahm es in die Hand und schaute kurz darauf. "Kein Pin, ziemlich fahrlässig oder nicht?", fragte er und grinste schief. Was hat er vor? "Louis, was soll das?", fragte ich aufgebracht. Er scrollte wahrscheinlich durch meine Kontakte, danach sah es zumindest aus. Was will er verdammt nochmal? Er zwinkerte und hielt mein Handy an sein Ohr. Locker tippte er in einem undefinierbaren Takt auf den Boden und schien darauf zu warten, dass jemand ab nahm. Wen ruft er an? Warum sagt er mir es nicht einfach? Und vor allem, was soll der Scheiß eigentlich? "Nein, tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber ich bin nicht Harry.", sagte er schmunzelnd. "Louis.", meinte er grinsend. Meine Nerven waren ziemlich am Ende, weswegen ich kurz davor war auf ihn loszugehen, um mein Handy wieder zu bekommen, aber ich riss mich noch zusammen, weil es Louis war. "Ich gebe ihn dir gleich. Er lässt mal wieder den Idiot heraus hängen und steht vor dem Café wie ein trotziges Kind und will nicht hinein gehen. Kannst du mir helfen?", fragte er und streckte lachend die Zunge heraus. Mit wem spricht er verdammt nochmal? Louis begann lauter zu lachen. Worüber reden die bitte? "Okay, danke. Ich gebe ihn dir.", meinte Louis ziemlich zufrieden und reichte mir mein Handy, um dann zurück ins Café zu gehen. Der Sperrbildschirm war an, weshalb ich nicht sehen konnte, wer mit mir telefonieren würde. "Ja.", meinte ich etwas unsicher. "Harry, was ist los? Warum willst du nicht ins Café gehen?", fragte mich eine mir all zu bekannte Stimme. Bell... Sie klang besorgt und ich wusste, dass sie nervös war. "Robin ist im Café.", murmelte ich leise, doch ich wusste, dass Bell jedes Wort gehört hatte. "Wer ist Robin?", fragte Bell verwirrt. Ich habe ihr noch nichts von ihm erzählt... Mist! "Ich habe dir doch erzählt, dass Mum mich heraus geworfen hat wegen Differenzen zwischen mir und ihrem neuen Lebensgefährten und der ist Robin.", erklärte ich ruhig und schubste mich von der Wand ab, um ein kleines Stück den Bürgersteig entlang zu gehen. Sobald ich ihre Stimme höre, bin ich gleich viel ruhiger... Sie hat einfach mega Einfluss auf mich. "Und was war das Problem zwischen euch, also wenn ich fragen darf?", murmelte sie unsicher. "Klar, darfst du fragen.", sagte ich lächelnd. Sie ist immer so rücksichtsvoll... Ich holte tief Luft. Bell wartete geduldig am anderen Ende der Leitung. Sie ließ mir Zeit. Eine weitere Eigenschaft, die ich sehr an ihr schätze... "Ich habe ihn geschlagen.", gab ich nun ängstlich zu. Ich hörte Bell scharf die Luft einziehen. Es blieb kurz still. Scheiße, scheiße, scheiße... Was ist, wenn sie mich jetzt für einen gewalttätigen Idioten hält? "Wieso?", fragte sie ruhig. Verblüfft über ihre milde Reaktion, atmete ich erleichtert auf. "Ich war ziemlich betrunken.", murmelte ich, um es irgendwie rechtfertigen zu können. "Harry, das ändert nichts daran.", sagte sie ernst und sie klang enttäuscht. Ich schloss meine Augen. Scheiße... "Bell, ich...", begann ich, doch mir fehlten die Worte. Verzweifelt schlug ich leicht gegen die Mauer eines Gebäudes. Mir war es egal, wie doof mich die Leute in dem Moment gerade ansahen. Die zählen nicht... Allein Bell zählt und was sie von mir denkt. "Lass dir Zeit.", sagte sie beruhigend. "Er hat sich aufgeführt, als könnte er mir etwas vorschreiben. Ich war mal wieder feiern und kam sturzbetrunken nach Hause. Ich muss wohl ziemlich laut gewesen sein, denn, als ich ankam, war das halbe Haus wach. Er stand vor mir im Flur und meinte, dass ich meine Mum und Gemma mit meinem Verhalten verletzen würde und dass ich ein missratener Junge wäre. Ich weiß nicht, was in mich kam, aber dann habe ich ausgeholt und ich konnte nicht aufhören.", erzählte ich und wurde zum Ende immer leiser. Aus meiner Stimme hörte man die blanke Verachtung vor mir selbst. "Harry.", murmelte Bell bestürzt und ihre Stimme zitterte leicht. "Ich habe ihn Krankenhaus reif geschlagen.", flüsterte ich voller Scham und wischte über meine Augen, da diese wässrig wurden. Es war ein Fehler... "Bitte, hasse mich nicht.", flehte ich ins Handy und nun liefen mir endgültig Tränen die Wangen herunter. "Harry, sch, höre mir zu.", sagte sie mit ruhiger Stimme. "Ich könnte dich nie hassen, Harry.", beteuerte sie mit kräftiger Stimme. "Und ja es war ein Fehler, Harry, aber wir sind doch alle nur Menschen und Menschen machen Fehler. Dir tut es doch leid oder?", fragte sie zaghaft. "Natürlich.", beteuerte ich ernst. "Dann gehe da jetzt hinein und gebe offen zu, dass es dir leid tut. Das war ein Fehler, den du gemacht hast, aber der größere Fehler wäre es jetzt einfach zu gehen und vor dem Problem wegzulaufen.", erklärte sie mit ihrer sanften zarten Stimme. Ich nickte. Sie hat recht, wenn ich das jetzt nicht kläre, könnte das viel schlimmere Folgen haben... "Okay, ich gehe.", murmelte ich und raufte mir nervös durch die Haare. "Okay.", sagte sie glücklich und ich wusste, dass sie jetzt lächelte. "Ich denke an dich und ich weiß, dass sich das alles regeln wird.", sprach sie mir Mut zu. Sie weiß immer genau, wann ich Zuspruch brauche und wann ein ernstes Wort nötig ist... "Danke Bell.", meinte ich zaghaft lächelnd. "Ich liebe dich.", flüsterte sie ins Handy. "Ich dich auch.", antwortete ich glücklich. "Bis heute Nachmittag.", erweiterte ich meine Aussage. "Bis heute Nachmittag.", erwiderte sie ruhig. Nervös legte ich auf und ließ mein Handy in meine Hosentasche sinken. Okay, jetzt wird es ernst... Ängstlich öffnete ich die Tür zum Café und machte mich unsicher auf den Weg zum Tisch. "Er kommt.", hörte ich Gemma grinsend sagen. "Ich wusste doch, dass Annabell ihn überzeugen kann.", rief Louis triumphierend. Nervös kam ich am Tisch an...
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Do you rescue me? (Harry ff)
FanficAllein, wann ist man allein? Man kann allein sein, weil man weder Freunde noch Familie hat oder man besitzt beides und fühlt sich allein... Annabell ist 16 und ist eigentlich glücklich mit ihrem Leben bis etwas Schreckliches geschieht. Wer wird sie...