5. Kapitel

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Im Schein, der Laterne und der angezündeten Kerzen auf den Küchentisch, hatte ich eine Schüssel gesucht, diese dann mit Wasser gefüllt und eine Mullbinde zum Auswaschen seiner Wunde benutzt. Danach verarztete ich seinen Hinterkopf.

„Keine weiteren Verletzungen?", fragte ich ihn gerade und ertappte ihn dabei, wie er mich anblickte.

Er schüttelte den Kopf und verzog sogleich sein Gesicht. Ich kramte daraufhin in der Tasche und entnahm dieser meine kleine Taschenlampe...

„Verzögerte Pupillenreaktion", fügte ich flüstert zu meinen Befunden hinzu.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie eine leichte Gehirnerschütterung haben. Eigentlich würde ich da Bettruhe empfehlen, aber ich schätze, die werden sie eh nicht einhalten."

Ein zustimmendes Brummen.

„Sie sollten aber in den nächsten paar Tagen auf kein Pferd steigen und wenn ihnen schlecht werden sollte, einen Arzt aufsuchen." Ich hatte wieder ins Englische gewechselt.

Nun blickte er mich überrascht an. Bei diesem Anblick musste ich schmunzeln.

„Ich erkenne den Geruch. Berufs- und Hobbyerfahrung. Ich bin nämlich Doktor Elayne Schuster, Tierärztin aus Leidenschaft, aber keine Sorge ich verstehe mich auch auf Menschen."

Man konnte einen Wandel in seiner Haltung und seinem Blick erkennen. Freundlicher.

„Freut mich Dylan McKenzie, Gestütbesitzer und nun frustrierter Pferdehalter. Also sagen Sie Elayne, wie lang soll ich meine Pferde unberührt lassen?".

Das Grinsen, das er dann aufsetzte war verzaubernd, sodass ich zurücklächeln musste.

„Unberührt? Das sagte ich nicht. Sie sollen sich nur nicht draufsetzen."

Die Küchentür schwang in diesen Moment auf und einen völlig entspannt wirkende Mary trat ein.

„Und habt ihr euch zusammengerauft, oder warum sitzt ihr hier noch bei Kerzenschein?".

Schon hatte sie auf den Lichtschalter betätigt und Dylan und ich mussten unserer Augen schließen.

„Alles klar. Tiere verbinden, wenn ich gewusst hätte das Elayne Tierärztin ist, dann wäre ich netter gewesen.", sagte er mit einen unverwechselbaren Klang.

Dafür bekam er von mir einen Schlag auf den Oberarm.

„Man kann Nettsein doch nicht an so etwas fest machen. Seit wann ist der Strom wieder da?".

Ich schaute demonstrativ und breit lächelnd zu Mary.

Gefühle im NebelWo Geschichten leben. Entdecke jetzt