Das Leben kann sich in kürzester Zeit vollkommen verändern und im Nachhinein fragt man sich, ob es wirklich alles nur aneinander gereihte Zufälle waren...
Niall's POV:
Annabell löste sich aus meinen Armen und stürmte förmlich aus dem Raum. "Es tut mir leid.", murmelte Greg total verunsichert. Ich wusste nicht, wie ich es ihm erklären sollte. Ich meine, er kann ja auch nicht wissen, dass ihr Dad tot ist. Es war totenstill. Im Hintergrund vernahm man das Türschloss. "Bell, was ist passiert?", hörte ich eine bekannte Stimme besorgt sagen. Harry... Gut, er wird sich um Annabell kümmern, während ich Greg aufkläre. Ich setzte mich seufzend und suchte nach den richtigen Worten. Theo schaute mich neugierig mit seinen großen blauen Augen an und spielte mit Greg's Zeigefinger der rechten Hand. "Also.", begann ich und zog das "o" in die Länge. "Annabell's Dad, Theo, ist letzte Woche Montag bei einem Autounfall gestorben.", erklärte ich schnell, um es hinter mir zu haben. Greg's Augen weiteten sich vor Schock und sein Mund klappte auf. Sofort spiegelte sich Reue in seinen Augen wieder. "Ich, scheiße, das wusste ich nicht. Es tut mir leid.", murmelte er missmutig. "Du konntest es ja nicht wissen.", sagte ich, um ihm ein besseres Gefühl zu geben. "Und sie ist unsere Schwester?", fragte er vorsichtig, um sich noch einmal zu vergewissern. Ich nickte zustimmend. "Ja, sie ist unsere Halbschwester.", fügte ich lächelnd hinzu. Neugierig musterte er mich und begann zu lächeln. "Du hast sie schon ins Herz geschlossen oder?", fragte er, aber wusste es eigentlich schon. "Ja, sie ist mega lieb, fürsorglich, witzig und süß.", beschrieb ich sie kurz. "Ich schätze, ich habe jetzt mit dem Satz von gerade schon bei ihr verschissen.", meinte Greg missmutig. "Das glaube ich nicht, Annabell verurteilt einen nicht für seine Fehler.", sagte ich felsenfest davon überzeugt. Wie ich heraus gehört habe, hat sie Harry auch schon ziemlich viel verziehen... Jeder hat aber auch eine zweite Chance verdient, das ist nur fair. Es klopfte leise an der Tür. Greg's und mein Kopf drehten sich schlagartig zur Tür und selbst Theo schaute neugierig auf. Die Tür ging langsam auf und herein kam eine lächelnde Annabell. Ihre Hand verweilte in der von Harry, der etwas hinter ihr stand. Er macht sie so glücklich... "Harry?", fragte Greg geschockt. Greg du hast einfach zu viel verpasst... Wärst doch mal ans Telefon gegangen... Schließlich habe ich ihn dreimal versucht zu erreichen. "Hey Greg.", begrüßte ihn Harry und lief mit Annabell zusammen in die Küche. Er schloss die Tür hinter sich, während Annabell zurück zum Wasserkocher ging und diesen nun startete. "Setzt du dich neben Greg, ich glaube, das wäre besser?", flüsterte Harry leise in mein linkes Ohr. Ich nickte, stand etwas mühsam auf und setzte mich neben Greg. Theo schaute zu mir herüber und wedelte mit seinen kleinen Armen in meine Richtung. Er will zu mir! Ich begann zu strahlen und hob ihn von Greg's Schoß auf den meinen. Harry setzte sich auf meinen Platz und drehte sich leicht zu Annabell, um nach ihr zu sehen. Ich erkenne ihn wirklich nicht wieder, obwohl ich es sollte. Da sitzt mein Freund, den ich solange missen musste. Annabell hat ihn nicht verändert, sie hat ihm seine Maske weggenommen und den wahren Harry aus seinem Versteck gelockt. Dafür bin ich ihr wirklich dankbar. Irgendwie ist das ja auch alles ein wenig verrückt... Harry war mein bester Freund, dann veränderte er sich und ich habe ihn verloren. Die ganze Zeit über glaube ich, dass meine Mum tot ist. Annabell tritt in Harry's Leben und holt den wahren Harry wieder hervor. Ich erfahre, dass meine Mum noch lebt und bekomme dazu noch eine wunderbare Halbschwester, die mit Harry zusammen ist und nun sind Harry und ich wieder befreundet. Klingt irgendwie nicht nach Zufall oder? Der Wasserkocher piepte, weshalb ich aus meinen Gedanken auftauchte. "Wieso bist du hier?", fragte Greg mehr als verwirrt. "Ich bin Bell's Freund.", gab Harry lächelnd zu. "Bell?", fragte Greg irritiert. "Das bin ich.", flüsterte Annabell unsicher und stellte eine Tasse Tee auf den Tisch. Sie schob sie zaghaft zu Greg herüber. "Danke.", murmelte Greg in Gedanken. Theo spielte mit einem Plüschtier aus seinem Maxi-Cosi und kuschelte sich dabei an meine Brust. "Okay, kann mir mal jemand erklären, was hier genau läuft?", forderte Greg uns auf. "Alles begann, womit begann es eigentlich?", fragte Harry verwirrt. "Mit dem Anruf meiner Mum in der Schule. Ich stürmte zum Krankenhaus und bin dabei in dich hinein gelaufen. Das war unser erstes Treffen. Als ich im Krankenhaus ankam, erfuhr ich, dass mein Dad Hirntod war und dann haben sie die Maschinen abgestellt.", erklärte Annabell flüsternd und eine kleine Träne rollte ihre rosane Wange herunter. "Das tut mir leid.", nuschelte Greg unsicher. Harry schaute Annabell überrascht aber zu gleich auch stolz an. Er weiß, wie schwer es ihr gerade gefallen ist, das zu erzählen. Bell wischte schnell die Träne fort und schaute zu Harry. Sie schenkte ihm ein leichtes Lächeln, dass er erwiderte. "Dann trafen wir uns in der Schule wieder und ich habe mich Hals über Kopf in meine Bell verliebt. Sie ist ganz anders als alle anderen Mädchen. Sie hat mich zu einem besseren Menschen gemacht und sie gibt mir einen Grund so zu bleiben.", erzählte Harry weiter und verlor sich beim Erzählen in Annabell's Augen. Ihre Augen strahlten ihn voller Liebe an und ehe ich mich versehen konnte, lagen Annabell's Lippen kurz auf Harry's. "Okay.", sagte Greg nachdenklich. "Und wie ging es weiter?", fragte er neugierig. "Dann kam ich.", rief ich aufgeregt. Annabell und Harry begannen zu lachen. "Ja, dann stand Niall plötzlich vor ein paar Tagen vor unserer Haustür.", erzählte Annabell lächelnd. Harry legte seinen Arm um ihre Schulter und sie lehnte sich an die seine. Plötzlich erklang ein dumpfes Geräusch, gefolgt von einem Quietschen und das Weinen von Theo. Besorgt schaute ich zu ihm herunter. "Hey, warum weinst du denn, Kleiner?", fragte ich beunruhigt. "Sein Kuscheltier ist herunter gefallen.", erklärte Annabell und sprang förmlich aus Harry's Armen, um das quietschende Plüschtier aufzuheben. Sie hob es auf und reichte es Theo. "Hier, da ist es schon wieder.", flüsterte sie und kitzelte Theo leicht. Er begann zu kichern und strampelte leicht mit seinen Füßen. "Du bist einfach so süß.", murmelte Annabell lächelnd und lief zurück zu Harry, der sie mit einem Lächeln beobachtet hatte. "Na ja und dann hat Annabell dafür gesorgt, dass ihre Mum kam und uns die Situation erklärt hat.", erzählte ich langsam weiter.
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Do you rescue me? (Harry ff)
FanfictionAllein, wann ist man allein? Man kann allein sein, weil man weder Freunde noch Familie hat oder man besitzt beides und fühlt sich allein... Annabell ist 16 und ist eigentlich glücklich mit ihrem Leben bis etwas Schreckliches geschieht. Wer wird sie...