27.Kapitel

602 16 2
                                    

Am nächsten Morgen hörte Haley einen Hahn krähen. Sie lief ins Badezimmer, putzte sich die Zähne und ging in die Küche. Ingrid deckte den Frühstückstisch. „Guten Morgen, Haley. Hast du gut geschlafen?“, begrüßte Harrys Großmutter sie. Die Sängerin nickte: „Guten Morgen. Ja, ich hab gut geschlafen, danke. Kann ich dir was helfen?“ Ingrid setzte sich an den Tisch und sagte: „Du musst dich einfach nur hinsetzen und frühstücken.“ „Warten wir denn nicht auf die Anderen?“, fragte die 18-Jährige. Ingrid lachte: „Nein! Ich weiß nicht warum, aber Otto und Harry sind nicht so die Frühaufsteher.“ Haley grinste und frühstückte gemeinsam mit Harrys Großmutter. Ingrid fragte die junge Sängerin, ob sie Lust hätte, mit ihr bummeln zu gehen. Die 18-Jährige freute sich über das Angebot und stimmte zu. Eine Stunde später saßen die Zwei schon im Auto. „Wo warst du in den letzten Monaten eigentlich?“, fragte Ingrid. „Na ja, ich hab einfach ein wenig Zeit für mich gebraucht.“, antwortete Haley. Harrys Großmutter blieb an einer roten Ampel stehen und schaute die Exfreundin ihres Enkels an. „Du hast Harry nicht einmal angerufen, oder?“, fragte Ingrid. Die 18-Jährige schüttelte den Kopf. Die Ampel wurde grün und sie fuhren weiter. Um die Stille zu unterbrechen, schaltete Ingrid das Radio an. Haleys Song 'Want you back´ lief gerade. Die 18-Jährige rieb sich die Augen und schaltete das Radio aus. Die Sängerin holte tief Luft und erklärte dann: „Ingrid, glaub mit bitte, ich wollte Harry nie verletzen. Okay, ganz zu Beginn, als wir noch in London waren, wollte ich ihn mit Cody eifersüchtig machen. Aber ich konnte doch nicht ahnen, dass Cody nach der Tournee plötzlich vor meiner Haustür steht und mich mit nach LA nimmt. Ich meine, die ganze Sache war nicht so geplant. Das ganze letzte Jahr hab ich mich nicht gemeldet, weil ich Angst davor hatte, was Harry sagen könnte und dann war da noch Rebecca.“ Die Zwei stiegen aus dem Auto und liefen auf die andere Straßenseite. Ingrid lächelte: „Du solltest mal mit Harry über Rebecca reden.“ Die beiden schlenderten durch ein kleines Dorf mit vielen Geschäften. „Ich muss noch kurz ein paar Medikamente für Otto holen. Du kannst hier warten.“, sagte Ingrid und verschwand in einer Apotheke. Nur wenige Leute liefen durch die Straßen. Eigentlich wunderte Haley sich darüber, dass noch niemand sie angesprochen hatte. Doch sie genoss die Zeit. Die 18-Jährige schaute sich das Schaufenster des nächsten Ladens an. Fasziniert blieb sie stehen. Nach wenigen Minuten stand Ingrid neben ihr. „Schönes Kleid, findest du nicht?“, fragte Harrys Großmutter. Haley sah sie an, als wurde sie gerade aus ihren Gedanken gerissen. Die beiden standen vor einem Brautgeschäft. Ein wunderschönes, langes Kleid wurde im Schaufenster ausgestellt. An der Taille war das Kleid ganz eng geschnitten. Das weiße Kleid fiel unten mit viel Tüll auseinander. Haley schaute an dem schönen Kleid entlang. Eine Frau in dem Laden hatte gerade eines der Brautkleider an. Die Frau strahlte bis über beide Ohren und drehte sich mehrmals vor dem Spiegel. „Sie wirkt so glücklich.“, murmelte die 18-Jährige. Ingrid öffnete die Tür des Ladens und ging herein. „Was?“ Haley folgte Harrys Großmutter. Die Verkäuferin kam sofort zu ihnen. „Guten Morgen, kann ich Ihnen weiterhelfen?“, fragte sie freundlich. „Die junge Dame neben mir würde gerne das Brautkleid aus dem Schaufenster anprobieren.“, antwortete Ingrid. Die Verkäuferin lächelte und holte das Kleid. „Was hast du vor?“, flüsterte die 18-Jährige verwirrt. Als die Verkäuferin zu ihnen kam, lächelten die Beiden. „Ich habe Ihnen das Kleid in die Kabine gehangen.“, sagte die Frau zu Haley. „Danke.“, sagte die Sängerin und ging gemeinsam mit Ingrid zu der Kabine. „Was soll das werden?“, fragte Haley geschockt. „Viel Spaß beim Anprobieren!“, wünschte Ingrid ihr und schob sie in die Kabine. Nach ein paar Minuten öffnete sich der Kabinenvorhang und Haley stand mit dem bodenlangen Kleid vor ihr. Ingrid nahm ihre Hand und führte sie zu einem Spiegel. Die 18-Jährige betrachtete sich und lächelte Ingrid zu. Die andere Frau aus dem Laden, die ebenfalls ein Brautkleid anhatte, stellte sich neben sie. „Sie haben wohl auch den Mann ihrer Träume gefunden.“, meinte die Frau. Haley schaute in den Spiegel. Ihr Lächeln verschwand. Die 18-Jährige schaute zuerst zu der Frau, dann zu Ingrid. „Ich zieh mich mal wieder um.“, sagte Haley. Sie hob das lange Kleid ein wenig hoch. Ingrid lächelte, als sie die schwarzen Converse sah, die die Sängerin trug. Nach zehn Minuten kam die 18-Jährige mit ihren normalen Kleidern aus der Kabine. „Okay, dann kaufen wir das Kleid.“, beschloss Ingrid. Die Verkäuferin lächelte. „Bist du verrückt? Das Kleid kostet 900 Euro. Dass kann ich mir nicht leisten.“, flüsterte die 19-Jährige Harrys Großmutter zu. „Du bist Millionärin. Wieso kannst du dir dieses Kleid dann nicht kaufen?“ „Erstens, weil ich nicht heirate und zweitens, weil ich kein Geld mehr habe. Ich hab das ganze letzte Jahr keinen Cent verdient, aber ein Strandhaus in Miami gekauft und meinem Bodyguard ziemlich viel Geld überlassen, damit er sein ganzes Leben lang gut leben kann.“, erklärte Haley. An der Kasse stand die Frau, die etwas verwirrt war, durch Haleys Blicke. Die 18-Jährige legte ihre Hand auf ihre Schulter und sagte: „Ich wünsche Ihnen viel Glück und eine wunderschöne Hochzeit.“ Haley nickte Ingrid zu und sie verließen den Laden. „Du wärst eine atemberaubende Braut.“, erwähnte Ingrid auf dem Weg zum Auto. Die Sängerin lachte. „Ich denk mal drüber nach.“, beschloss die 18-Jährige. „Dir doch ein Brautkleid zu kaufen?“, fragte Ingrid nach. Haley schüttelte den Kopf: „Nein. Heiraten zu gehen. Ich bin doch eine atemberaubende Braut.“ Die Beiden lachten und stiegen ins Auto ein. Kurz vor zwölf kamen sie wieder an der Farm an. „Weißt du, wo Harry ist?“, fragte Haley Otto, der auf dem Hof herumlief. „Er schläft noch, wieso?“ „Ach nur so.“, murmelte die 18-Jährige und lief ins Haus. Sie stellte ihre Tasche im Gästezimmer ab und schlich sich in Harrys Zimmer. Der 19-Jährige schlief noch tief  und fest. Haley setzte sich an den Schreibtisch und beobachtete ihn eine Weile. Dann schaute sie auf den Schreibtisch und entdeckte einen Stapel Papier mit Songtexten. Die Sängerin schaute zu Harry, um sicher zu gehen, dass er wirklich schlief. Allen Anschein nach hatte Harry die Songs geschrieben.

Haley James - Mein Leben als Rockstar (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt