6. Februar - Poached Eggs und Kino

172 23 16
                                    

06. Februar

20.24 Uhr (irische Zeit)

Tag 3/91

Schon wieder ist ein Tag rum. Es geht wirklich schnell und ich gewöhne mich immer mehr an dieses Land, die Sprache und die Menschen hier. Alle sind so freundlich und höflich, ich werde das wirklich vermissen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Genau so wie ich daran gewöhne, alles um mich herum nur auf Englisch zu hören. Klingt auch viel schöner, um ehrlich zu sein. Dagegen kommt selbst mir die deutsche Sprache ziemlich hart vor. Englisch ist viel weicher und fließender, einfach viel angenehmer. Wären meine Familie, Freunde und Tiere nicht daheim, würde ich wahrscheinlich hier bleiben. Wundervolles Land, wundervolle, freundliche, entspannte Menschen.

Heute Morgen konnte ich etwas länger schlafen und musste erst um zehn zum Frühstück in der Küche sein. Dort saßen bereits Ann und ihre Tochter Connie um gemeinsam mit mir zu essen. Ann hat poached Eggs und Bohnen gemacht, die wir mit etwas Baguette gegessen haben. Das erste Mal, dass ich so etwas zum Frühstück gegessen habe. Interessante Erfahrung, würde ich aber Zuhause wahrscheinlich nicht essen.

Ann hat nach dem Frühstück eine Freundin angerufen, die ebenfalls ein deutsches Mädchen bei sich wohnen hat. Sie hat für morgen ein Treffen zwischen uns ausgemacht. Wir werden in den Pub in Ashford gehen, von dem ich bereits vorher berichtet hatte, dort etwas sitzen und reden und dann werden wir zusammen mit ihrer „Gastmutter" eine „Jagd" anschauen. Falls ihr noch nie vom irischen Jagdreiten gehört habt, schaut einfach mal unter „Hunting in Ireland" im Internet nach. Es hat nichts mit dem zu tun, was wir unter dem Jagen verstehen (Tiere schießen), sondern ist ein Sport, bei dem man mit einer großen Gruppe Reiter Wiesen, Felder und Wälder sowie Hindernisse überquert. Scheint wirklich großartig zu sein, ich bin gespannt. Ich bin ebenfalls gespannt, ob ich mich mit dem Mädchen verstehen werde. Tue mich grundsätzlich immer etwas schwerer mit Mädchen, da sie oft nicht meine Interessen teilen und ich einfach keine Ahnung von Schminke und Klamotten und Stars habe. Was tatsächlich das ist, worüber die meisten reden, man soll's nicht glauben.

Nach dem Frühstück habe ich die restlichen Trensen geputzt, den Hunden etwas zu Fressen in den Regen rausgebracht und dann Champignons geschält. War mir neu, dass man das tut, Zuhause schneiden wir höchstens ein Stück vom Stiel ab und waschen sie. Aber na ja, anderes Land, andere Sitten, nicht wahr?

Anschließend sind wir dann nach Wicklow gefahren, wo Ann mir ein wenig die Gegend gezeigt hat. Ein paar nette Läden, die ich wahrscheinlich mal besuchen werde und das Meer. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich dort spazieren gehen werde. Wirklich ein wunderschöner Ort. Connie war übrigens auf dem Ausflug mit dabei. Danach sind wir nämlich in ein Einkaufscenter gefahren, in dem auch ein Kino ist. Dort haben wir uns den Film Ride Along 2 angeschaut. War wirklich nett, mit dem amerikanischen Akzent habe ich ja überhaupt keine Probleme. Den verstehe ich sehr gut, den irischen inzwischen auch sehr viel besser. Irisch ist übrigens der schönste englische Akzent, den ich bisher gehört habe. Obwohl ich nicht mal genau benennen kann, was mir daran so gut gefällt. Es ist einfach die Art, wie sie Dinge aussprechen und betonen.

In Irland gibt es übrigens kein süßes Popcorn im Kino, nur salziges. Ich hab's heute probiert und auch gegessen, aber ich ziehe definitiv das süße Popcorn vor!

Nach dem Kino sind wir in ein kleines Kaffee gegangen, wo wir ein paar Mini Muffings gegessen haben. Connie hat eine heiße Schokolade mit Marshmallows getrunken, Ann einen Capuccino und ich einen Tee. Danach habe ich mich eine halbe Stunde im TK Maxx umgeschaut. Dort gabs schönere Sachen als in dem in meiner Heimatstadt. Ich habe dort endlich mal ein Portemonnaie gefunden, das mir gefällt und es für zehn Euro gekauft. Der Preis ist okay, auch wenn ich es immer etwas komisch finde, Geld für etwas auszugeben, wo ich dann mein Geld hineintue.

Danach sind wir zurück gefahren, ich hatte eine Stunde Freizeit in meinem Zimmer. Um zwanzig nach sechs haben wir Chili (für mich vegetarisches) im Wohnzimmer bei Fernsehen und Kaminfeuer gegessen. Sehr gemütlich. Ich bin dann noch zwei Stündchen unten geblieben und habe mit Connie und Ann ferngesehen, dann bin ich in mein Zimmer verschwunden um diesen Eintrag zu schreiben.

Ich bin wirklich froh, dass ich mich hier so wohl fühle, ich so viel sehen und erleben darf und ich mich so gut mit den Leuten verstehe, bei denen ich lebe. Ich bin gespannt auf Morgen und sollte mal früher schlafen gehen, statt die ganze Nacht mit meinen Freunden zu schreiben. Wird aber sowieso nicht klappen.

Wir lesen uns wieder! Falls irgendwer von euch Fragen hat bezüglich meines Auslandsaufenthalts (Kosten, Organisation, Agentur usw.) kann er mich gerne anschreiben und ich werde sie beantworten, sobald ich die Zeit finde.

Liebe Grüße nach Deutschland!

Von Pferden und Whisky - Reisetagebuch IrlandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt