"Ist sie das? Das Mädchen von den Hudsons? Sie ist eigentlich ziemlich hübsch." Die Stimme meiner Nachbarin war nicht zu überhören. Sie hatte anscheinend nicht bemerkt, dass ich von hier unten hören konnte, wie sie auf dem Balkon mit ihrem Mann über mich redete. Ich tat so, als ob ich sie nicht hören konnte und montierte weiter an meinem rostigen Fahrrad herum, welches auf dem Grundstück des Hauses stand.
"Vorsicht. Sie könnte einen schlechten Einfluss auf unsere kleine Leila haben. Du weißt doch, was die Hudsons uns über Lynn erzählt haben.", warnte ihr Mann sie. Dabei hatte ich der fünfjährigen Leila noch nie was getan. Wir spielten nur ab und zu auf dem Spielplatz miteinander.
"Aber Leila ist so verrückt nach Lynn. Sie würde weinen, wenn wir ihr verbieten würden mit Lynn zu spielen.", seufzte die Nachbarin und das Quietschen der Hollywoodschaukel war zu hören. Dieses alte Teil quietschte schon seit ich hier wohnte.
"Sie wird eines Tages verstehen, dass sie nur von guten Menschen umgeben sein soll. Schlechte Menschen bringen nur Probleme und beeinflussen ihr ganzes Leben."
"Ist das nicht ein wenig zu übertrieben? Ich weiß ja, dass Lynn nicht die Beste ist, aber-"
"Kein aber.", unterbrach der Mann sie. "Wenn ihre Eltern sie schon so schlecht behandeln, dann ist das nur gerecht. Wir sollten lieber auf Nummer sicher gehen und Leila von Lynn fern halten. Ich lasse doch nicht die Zukunft meiner Tochter durch ein verzogenes Nachbarskind vermasseln." Kurze Stille.
"Du hast recht. Wir kennen Lynn nicht so gut, aber wenn sie schon von ihren Eltern, die Personen, die sie am besten kennen, verstoßen wird, dann ist das kein gutes Zeichen."
"Na siehst du? Alles geregelt. Leila!", rief Mr Hastings seine kleine Tochter. "Geh heute nicht mit Lynn spielen! Wir haben andere Pläne. Und keine Widerrede." Autsch. Das tat mal jetzt überhaupt nicht weh. Aber bevor ich Leilas Antwort hören konnte, zuckte ich durch seine Stimme zusammen.
"Lynn. Beeil dich gefälligst mit dem Fahrrad und geh dann lernen.", rief er und seine Stimme war voller Zorn und Kälte. Die Nachbarn waren längst von meiner Angst ausgeblendet.
"Warte doch einen Moment, ich bin noch nicht fertig- "
"Immer noch nicht?", redete er dazwischen und kam mit langsamen, aber festen Schritten auf mich zu. Nein. Nein, nein, nein, bitte nicht! "Brauchst du noch Motivation oder was?" Seine Stimme war so kalt. Als ich noch ein kleines Kind war, hätte ich schwören können, dass seine Stimme Wasser zu Eis gefrieren lassen hätte können.
"Lynn?" Klaus' Stimme riss mich zurück in die Realität und ich zuckte zusammen. "Kommst du? Schließlich war es deine Idee einkaufen zu gehen." Er wartete im Müsli Bereich auf mich, während ich noch am Eingang stand und das kleine Mädchen, das mich an Leila erinnerte, angestarrt hatte, weswegen diese Erinnerung hochkam.
"Auch nur weil ihr nur Blutbeutel im Kühlschrank habt.", brummte ich genervt und ignorierte dieses merkwürdige Stechen in meinem Herzen. Danke, Nostalgie, ich hab dich auch lieb. Ich ging mit dem Einkaufswagen auf ihn zu und griff mir ein paar Müsli Riegel.
"Wir sind nunmal keine Menschen.", grinste er und schien meine leichte Abwesenheit zum Glück nicht zu bemerken. "Und du willst wirklich ausziehen? Ich meine, du bist immer bei uns willkommen." Wir bewegten und weiter zu den Nudeln.
"Ich habe nicht vor mit Ihnen zu wohnen." Ich rollte mit meinen Augen. "Ich habe schon genug Probleme, danke. Einen Verehrer kann ich nicht gebrauchen."
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The Original Hybrid- Klaus FF
Fanfiction1345 Ophelia ist Klaus' Geliebte, die mit achtzehn stirbt. Er bringt ihre Hexenfreundin dazu, einen Zauber sprechen zu lassen, der Ophelia wieder zurück bringt, allerdings als ihre Reinkarnation. 2015 Lynn Hudson ist eine achtzehnjährige Ausreißer...