Starker und kalter Wind pfiff um meine Ohren und ich setzte meine Kapuze auf. Mrs Cole und die anderen Leiter standen ein paar Meter von mir entfernt und beobachteten die restlichen Kinder.
" Bell, komm mit.", sagte Tom und reichte mir seine Hand.
" Wohin gehen wir?"
" Weg. Denen wird es nicht auffallen."
" Und wohin?"
" Zur Klippe."
" Du weißt, dass wir da eigentlich nicht hin sollen, oder?"
" Eben deshalb macht es noch mehr Spaß.", konterte mein Bruder und ich schüttelte den Kopf.
" Da hast du Recht."
" Ich hab immer Recht."
" Na ja.", kicherte ich.
" Los jetzt komm.", Tom und ich liefen Hand in Hand den Hang hinunter und erreichten schließlich die ersten Felsen. Mit Leichtigkeit sprang Tom von einem Felsen zum anderen. Etwas zögerlich folgte ich ihm.
Unter mir rauschte das Meer und die Wellen brachen an den Felsen, die Tom fast schon erreicht hatte. Nur noch 3 Felsen trennten uns beide. Eine starke Windböhe kam auf und eine Welle kam direkt auf mich zu. Ich schrie und hob meine Hände. Die Welle bremste, wurde kleiner und überschwemmte schließlich nur meine Schuhe.
" Was habe ich da gemacht?", fragte ich Tom und krallte mich an ihm fest.
" Ich weiß nicht. Schau dort.", er nickte nach Süden und ich erkannte die Höhle, von der ein älterer Junge mal erzählt hatte.
" Die Höhle. Können wir dorthin?"
" Aber pass auf. Die Gefahr lauert überall."
" Sei still, Tom.", er brauchte mir nicht noch mehr Angst machen. 30 Meter unter mir war das Meer, welches dunkelblau und eiskalt war. Ein falscher Schritt und ich würde fallen. Nach einer kurzen Zeit hatten wir die Höhle erreicht und setzten uns auf den kühlen Felsboden. Hier wehte kein Wind und auch die Wellen erreichten diesen Felsen nicht. Es war wunderschön.
" Wollen wir zurück?", fragte mein Bruder und unterbrach die Stille.
" Ich glaube das wäre ganz gut.", stimmte ich zu, stand auf, hielt ihm meine Hand hin und zog ihn hoch. " Komm, Bruderherz.", Es war dunkler geworden und in der Höhle konnte man kaum was erkennen. Daher legte ich meine Hand an die Felswand und erschrak. " Was um alles in der Welt ist das?", fragte ich ängstlich und zugleich fasziniert. Die Wand hatte sich bewegt und vor uns lag ein großer schwarzer See.
" Wir werden wiederkommen und es herausfinden.", murmelte Tom, nahm meinen Hand und führte mich Richtung Ausgang. Der Geruch von Meer stieg mir sofort wieder in die Nase und es begann zu regnen.
" Pass auf. Es kann rutschig sein.", warnte ich meinen großen Bruder, der wieder mit Leichtigkeit die Felsen nach oben kletterte.
" Mir ist auf den Hinweg nichts passiert, also wird mir jetzt auch nichts passieren.", erwiederte dieser. " Komm schon.", er kletterte weiter. Auch ich begann langsam aufwärts zu klettern und hatte Tom fast eingeholt, als sich ein Stück vom Felsen löste und ich in die Tiefe gerissen wurde.
Ich fiel tief. Sehr tief. Ich erwartete einen harten Aufprall - und er kam. Ein unerträglicher Schmerz breitete sich in mir aus. Ich schnappte nach Luft und versuchte von den Felsen weg zu kommen, doch ich konnte nicht schwimmen. Die Wellen waren zu kräftig und trieben mich immer weiter in Richtung der Felsen. Noch drei Meter lagen zwischen mir und den Felsen. Noch zwei Meter. Ich schloss die Augen, hörte Tom nach mir rufen, öffnete meine Augen, sah die nächste Welle und begann ein Stoßgebet zu beten.
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Dark secret #WattyOscars2017
FanfictionDurch Zufall braut Isabella einen Zaubertrank, der sie für immer sechzehn Jahre alt bleiben lässt. Zumindest so lange, bis ein Gegenmittel gefunden wird. Nach einiger Zeit kommt sie wieder zurück nach Hogwarts und freundet sich schnell mit den Rum...