7. Single Tombola

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"Was willst du wieder?", stöhnte ich genervt und war kurz davor, Caroline die Tür vor die Nase zu knallen. Zurzeit kam sie manchmal hierher und nervte mich wahnsinnig mit ihrem Tyler Drama, ihrem Klamotten Drama, ihrem Drama Drama. Gestern hatte sie mich sogar dazu gezwungen, shoppen zu gehen. Okay, ich hätte es eigentlich nötig, da ich kaum Klamotten besaß, aber drei Stunden war doch zu anstrengend. Klaus war nie da, wenn ich Zeit mit Caroline verbrachte, allgemein war er zurzeit oft weg. Rebekah hatte seit dem ersten Tag gar nicht mehr mit mir geredet und erkundete nun das 21. Jahrhundert in den Großstädten, weshalb ich oft alleine war.

"Ich brauche deine Hilfe.", flehte Caroline mich an und schien zu bemerken, dass ich in Laune war. Obwohl ich daran gewöhnt war, hasste ich es trotzdem alleine zu sein. "Der Gründerrat macht eine Benefizveranstaltung. Man zahlt Lose und dann wird gelost, wer welchen von den zur Verfügung stehenden Single daten wird. Und du bist doch Single, oder?"

"Oh nein!", fauchte ich und knallte die Tür zu, doch Caroline konnte mich noch gerade so aufhalten.

"Bitte, Lynn! Ich leite das Ganze und ich brauche mehr Leute, die Single sind! Bisher habe ich nur Damon und acht weitere Männer, aber ich brauche wenigstens zehn Leute!" Es hörte sich so an, als wäre sie bereit dazu, auf die Knie zu fallen.

"Was interessiert mich das? Und Moment mal, selbst wenn ich da mitmachen würde, wäre ich das einzige Mädchen." Ich runzelte die Stirn.

"Ich würde ja mehr Mädchen fragen, aber man muss dazu mindestens 18 sein und alle Mädchen, die 18 oder älter sind, sind bereits vergeben. Bitte, Lynn, der Rat zählt auf mich!"

"Ich wäre also sogar das einzige Mädchen?! Willst du mich verarschen?! Das kannst du vergessen! Ich werde mich nicht für etwas einsetzen, nur damit ihr versnobten Säcke euch ein paar Gläser mehr Champagner leisten könnt!", entgegnete ich wütend.

"Es ist für einen guten Zweck! Wir wollen das Geld spenden. Ich bitte dich, Lynn, bitte!", bettelte sie und ich hielt für einen Moment inne.

"Was für einen Zweck?"

"Spende an Waisenkinder." Caroline setzte ein gezwungenes Lächeln auf und versuchte überzeugend rüber zu kommen. "Komm schon, ich bin am verzweifeln, okay?" Na super, da konnte ich schlecht nein sagen, wie könnte man auch?

"Fein.", stöhnte ich genervt und stieß einen Seufzer aus. "Ich habe traurigerweise eh nichts besseres zu tun. Meine Wohnung wird noch eingerichtet, niemand ist zu Hause und wenn ich rum laufen würde, würde ich mich nur verlaufen oder wieder entführt werden."

"Danke!", strahlte sie. "Ich hole dich heute Abend ab, es findet nämlich schon heute statt. Zieh dich dann ein bisschen schicker an."

"Was ist so falsch an eine Jeans und einem schwarzen T-Shirt?", fragte ich.

"Viel zu depri. Wenn möglich, zieh ein Kleid an! Danke!" Schon rannte sie in Vampirgeschwindigkeit weg, bevor ich mich beschweren konnte. Wollte sie mich verarschen?! Anscheinend hatte sie meine Reaktion schon erwartet und war deswegen geflüchtet, weshalb ich die Tür sauer zuknallte.

***

Ich konnte mich wenigstens dazu bringen, einen dunkelblauen Rock anzuziehen. Dazu trug ich ein cremefarbenes T-Shirt und einen braunen Gürtel. Elegant war das nicht, das gab ich zu, aber immerhin etwas. Meine Haare waren wie immer glatt und als Schminke benutzte ich immer nur Mascara und Lipbalmsam. Zwar hatte Caroline gesagt, ich sollte mich etwas aufstylen, aber mehr konnte sie wirklich nicht verlangen. Es klingelte an der Tür und ich ging die Treppe runter und machte sie auf.

The Original Hybrid- Klaus FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt