Klaus kam auf mich zu, nachdem ich die Bühne verlassen hatte und mein Herz klopfte wie verrückt. Ob vor Aufregung oder Wut war mir nicht bewusst. Vielleicht war es ja auch beides. Die Menge im Grill wurde kleiner und die anderen Singles gesellten sich nun zu ihren Dates.
"Ich konnte dich gerade noch so retten, Liebes. Fast hätte dich dieser Alkoholiker bekommen, aber ich habe ihn dazu manipuliert die Nummern mit mir zu tauschen.", prahlte er und seine Grübchen kamen wieder zum Vorschein. "Also, worauf hast du Lust? Abendessen? Kino?"
"Sie Arsch.", funkelte ich ihn an und er zog überrascht eine Augenbraue in die Höhe. "Sie verschwinden einfach so. Für drei Tage. Ohne eine verdammte Nachricht zu hinterlassen. Wissen Sie, wie ich mich dabei fühle?! Sie sind zwar unsterblich, aber immer noch verletzlich! Und dann tauchen Sie wie aus dem nichts aus, tun einen auf Helden! Was erwarten Sie jetzt von mir?! Dass ich Sie drücke und happy bin?!" Es herrschte eine kurze Stille, ich starrte ihn immer noch wütend an.
"Du... hast dir Sorgen um mich gemacht?", hakte er völlig überrumpelt nach. Das war das einzige, was ihm in den Sinn kam? Wirklich?
"Und? Problem damit?", keifte ich ihn an und verschränkte meine Arme vor die Brust. Es war mir nicht peinlich, dass er das wusste. Es war mir peinlich, dass ich mich überhaupt um ihn so sehr kümmerte.
"Ich habe mich auch um dich gesorgt. Deswegen habe ich Caroline darum gebeten so oft wie möglich nach dir zu sehen." Er sah schon beinahe begeistert über meine Besorgnis aus. Freak.
"Verstehe ich richtig? Sie haben mich beschatten lassen, damit ich bei so einer Veranstaltung teilnehme?", fasste ich fassungslos seine Entschuldigung kurz.
"Ich gebe zu, dass hier war nicht geplant.", lachte er. "Und? Bist du noch sauer auf mich?" Er setzte seinen Hundeblick auf und ich hätte ihn dafür hassen können. Er wusste doch, dass er gut aussah und nutzte das auch noch aus. Doch ich gab mich geschlagen, schließlich gab ich zu, dass etwas fehlte, wenn er nicht da war. Und es war echt schwer, ihm eine Bitte auszuschlagen, wenn er so guckte. Mistkerl.
"Geht schon.", brummte ich. "Lass uns gehen. Dieser ganze Mist hier ist total bekloppt." Ich wandte mich schon zur Tür, als Klaus plötzlich nach meinem Handgelenk griff und mich fest hielt. Er bekam einen fragenden Blick von mir.
"Nicht doch. Das ist für einen wohltätigen Zweck. Außerdem habe ich dafür bezahlt, also kriege ich jetzt auch mein Date."
Ein höhnisches Lachen drang aus meiner Kehle. Allerdings starb dies, als ich seine ernste Miene mit seinem Grinsen sah. "Nein.", stieß ich aus. "Ist das Ihr Ernst? Ach, kommen Sie schon!" Doch er blieb stur und ich gab mich geschlagen. "Fein. Dann lass uns essen gehen. Sie entscheiden."
Er lächelte zufrieden und wir verließen den Grill, aber ich konnte nicht widerstehen, Caroline einen vernichtenden Blick wegen dieser scheiß Aktion zu werfen.
***
"Also, Lynn Hudson. Erzähl mir mehr von dir.", forderte er mich auf und saß gegenüber von mir. Wir befanden uns in einem italienischen Lokal und saßen direkt am Fenster an einem Zweiertisch. Eine Kerze brannte auf dem Tisch und eine Vase mit Rosen stand auch darauf. Date-mäßiger ging es gar nicht mehr. Ich seufzte.
"Na super, jetzt kennen Sie auch noch meinen Nachnamen."
"Ach, so schlimm?", entgegnete er und ich schwieg. Er fuhr unbekümmert fort. "Und jetzt, komm schon, erzähl. Ich will dich kennenlernen." Seine Augen leuchteten förmlich, warum hatte er überhaupt solch ein Interesse an mir? Schließlich war ich ganz normal. Ich beschloss ihm ein wenig mehr zu erzählen, da er eh keine Ruhe gegeben hätte und ich Stille nicht ab konnte.
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The Original Hybrid- Klaus FF
Fanfic1345 Ophelia ist Klaus' Geliebte, die mit achtzehn stirbt. Er bringt ihre Hexenfreundin dazu, einen Zauber sprechen zu lassen, der Ophelia wieder zurück bringt, allerdings als ihre Reinkarnation. 2015 Lynn Hudson ist eine achtzehnjährige Ausreißer...