7. April - Das Kaninchen

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07. April


22.52 Uhr (irische Zeit)


Tag 64/91



Gestern ist nichts wirklich spannendes passiert, nur der normale Arbeitsalltag. Nichts wirklich, für das sich ein eigener Eintrag lohnen würde.


Heute hatte ich dafür ein etwas anderes Erlebnis. Seit gestern ist Anns Sohn zu Besuch. Erstmal hat er heute Morgen zum Frühstück ein unglaublich leckeres Käse Omelette, von dem ich etwas abhaben durfte. Wirklich toll. Noch froher darüber, dass er zur Zeit da ist, war ich aber heute Vormittag. War nach dem Frühstück zu den Pferden runter gegangen und hatte die älteren reingeholt. Ich war dann gerade dabei das Wasser der grauen Stute aufzufüllen, als Lucie, einer der Hunde, plötzlich etwas großes, graues im Maul hatte. Ich ahnte Böses. Als sie näher kam, erkannte ich das Kaninchen. Bin ihr dann eilig hinterher gelaufen, hab sie gepackt und versucht sie dazu zu bewegen, das Kaninchen auszuspucken. Wollte sie natürlich nicht. Also habe ich mit meinen Händen in ihr Maul gepackt und es aufgedrückt, bis das Kaninchen endlich befreit war. Leider zu spät. Es war so schwer verletzt, dass man nicht mehr viel tun konnte. Tja... was nun? Ein wenig verzweifelt, denn ich bin niemand, der ein Tier töten kann, habe ich das arme Ding mit einem Taschentuch aufgehoben und bin zum Haus hoch, wo ich es draußen auf dem Tisch abgelegt habe. Bin dann schnell rein und habe Anns Sohn gesucht und ihn um Hilfe gebeten. Er kam sofort mit raus und schaute sich das Kaninchen an. Er war derselben Meinung wie ich - nichts mehr zu machen außer den Qualen ein Ende bereiten. Ich sagte ihm, dass ich dazu nicht in der Lage sei, also erklärte er sich bereit das Kaninchen zu erlösen. Habe er schon mal machen müssen, meinte er. Ich bin dann gegangen, bevor ich irgendwas mitbekommen konnte. Nicht schön, wirklich nicht.



Der Wasserbottich der grauen Stute war natürlich inzwischen schon lange am Überlaufen. Hab das Wasser dann ausgestellt und einen kleinen Spaziergang über die Weide gemacht, um nachzuschauen, ob die Tränke wieder funktioniert. Dann habe ich die Pferde fertig gemacht und bin fürs Lunch hoch zum Haus. Anwesend waren dann Ann inklusive drei ihrer Schwestern, die alle gekommen sind um Anns Sohn zu sehen.


Nach einer kleinen Pause habe ich dann die Pferde getauscht und die anderen versorgt, ehe ich am Ende gemistet, Heu und Wasser gemacht habe.


Der Weg ist leider immer noch nicht fertig. Immer, wenn ich wieder anfangen wollte, hat es angefangen zu schütten. Ich hoffe, ich komme morgen weiter.



Liebe Grüße nach Deutschland und einen Herzlichen Geburtstagsglückwunsch an meinen allerliebsten Papa! Ich hab dich lieb!


Von Pferden und Whisky - Reisetagebuch IrlandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt