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Der Regen wurde immer stärker und meine Haare waren mittlerweile auch komplett nass. Einfach alles war durchnässt und ich wollte so schnell es ging nach Hause. Ich entschied mich dagegen Longboard zu fahren, da man durch den Regen beim fahren so gut wie nichts erkannte. Ich war wieder das Opfer unter hundert Passanten. Kein Regenschirm. Keine Kapuze. Ich sah aus als würde ich frisch aus der Dusche kommen. Ein Lachen durchbrach meine Gedankenkette und eine wärme durchströmte meinen Körper. Patrick? Er redete mit einem Mädchen und war selbst schon komplett durchnässt. "Danke für den schönen Tag Patrick", schon landete ein Kuss auf seiner Wange. Und da durchströmte mich die Kälte wieder. Mein Kopf hämmerte und alles schien sich irgendwie zu drehen. Deswegen hat er also abgesagt. Es tat weh. Es tat verdammt weh, sie einfach da lachend stehen zu sehen, während mein letzter Funken Hoffnung gerade in Stücke gerissen wird. Irgendwann stolzierte sie dann mit ihren Heals davon und ich sah unwillkürlich auf meine Schuhe. "Auch keinen Schirm dabei?" ich schreckte hoch und sah in Patricks fesselnden Augen. "Du hättest ja Miss 50kg Schminke im Gesicht fragen können ob sie dich begleitet", ich war so wütend, und verletzt und mit den Nerven am Ende. Er verstand sofort und sah auf den Boden. "Patrick ich weiß nicht was in deinem Kopf so vor sich geht. Und ich weiß nicht ob es mit Absicht ist. Aber hör auf mir weh zu tun. Du versetzt mich jedes Mal. Weißt du eigentlich wie erniedrigend  so etwas ist?" Er sah wieder zu mir hoch und sein Blick wurde plötzlich richtig ernst. "Ich mach das nicht mit Absicht! Ich hab nun mal keine Zeit für dich", ich starrte ihn an und erst jetzt realisierte er was er gerade gesagt hat. "Nein! Mia! Das war nicht so gemeint ich- ". Ich lächelte ihn an während die Tränen den Weg nach unten suchten. Der Regen prasselte auf uns ein und es kam mir vor als wäre es zu einem Sturm geworden. Die Kälte nahm Besitz in mir und lies mich erschaudern. Ich ging langsam rückwärts und drehte mich dann um um weiterzugehen. Ich habe ihn verloren, dass wusste ich schon. Doch das ich ihm so egal bin tut doch "etwas" weh. Ich fühlte mich als hätte jemand meine gesamte Energie aus meinem Körper gerissen und sie schadenfroh auf dem Boden zertrampelt. *ping* Wie ein erschrockenes Reh sah ich mich um. Oh ja mein Handy. "Wo bist du? Es soll ein schweres Gewitter kommen. Pass auf dich auf! xoxo". Die Nachricht war von Sophie. Ich sah nach oben. Der Himmel war von dunkelgrauen Wolken bedeckt und es regnete nach wie vor in Strömen.

Die Treppen hoch zu gehen war eine Qual. Alles war wie im Traum, es schwankte und es fühlte sich alles so unecht an. Ich hatte keine Ahnung in welchem Stockwerk ich war, war ich schon zu weit? Jede Stufe war eine Qual und brachte meine Lunge zum schreien. Außerdem sollte mal jemand die Fenster aufmachen, es ist viel zu heiß hier drinnen. Moment war mich nicht gerade kalt? Hier gibt es keine Fenster. Ich will wieder raus draußen war es kalt! Die Hitze brachte mich total zum ausflippen und ich wusste mittlerweile nicht mal mehr was ich tun wollte oder wer ich war. Es drehte sich alles, ich war in einem Karussell, aber das Karussell war so heiß. So unglaublich heiß. Ich versuchte halt zu finden aber ich konnte nicht mehr richtig laufen. Ich stütze mich an etwas weißem, oder war es grau? Und versuchte mich daran zu halten. Langsam ging mir die Luft aus. Ich brauche Luft!  Ich sah mich um, und irgendwo hörte ich Laute. Bilde ich mir jetzt schon Dinge ein? "Mia?!", ja ich bin eindeutig verrückt geworden. "Mia???" sagte derjenige diesmal lauter. Ich sank auf die Knie, da meine Beine mich nicht mehr halten konnten. "Hilfe - Keine Luft " flüsterte ich so gut ich konnte und plötzlich kam die Person auf mich zu gerannt. "Scheisse FELIX RUF DIE RETTUNG!", derjenige der sich als Simon entpuppte legte mich hin so das ich ihn sehen konnte und legte die Hände auf meine Wangen. "Mia, bleib da die Rettung ist jeden Moment hier. Hörst du?", der Boden schien unter meinen Füßen zu verschwinden und das Schwanken wurde mehr und mehr. Ich wimmerte und schnappte nach Luft. Langsam wurde alles schwarz vor meinen Augen aber ich versuchte krampfhaft mich dagegen zu wären. "Nein.. nein nein NEIN! MIA HEY!" er rüttelte mich und plötzlich wurde mir etwas auf den Mund gesetzt. "Tief ein und ausatmen!", sprach plötzlich eine weibliche Stimme. "Die Rettung ist gleich da! Beruhig dich!" Die Beatmungsmaske quetschte die Luft in meine Lunge bis endgültig alles schwarz war und ich nur mehr Sirenen hörte. 

- POV Paluten -

Die Rettung die vorbei fuhr übertönte die Musik die aus meinen Kopfhörern kam und lies mich zusammenzucken. Notarzt & Rettung ? Alles klar. Als sie jedoch vor meinem Wohnblock hielten war der Spaß vorbei. Die Angst machte sich in mir breit und mir wurde von einen auf den nächsten Schlag schlecht. Ich sah den Notarzt und die Sanitäter ins Wohnhaus stürmen und auch ich fing jetzt an zu rennen. Es war ganz am Ende der Straße und ich verfluchte mich dafür, dass ich so ein Schussel bin und mein Longboard in der Wohnung vergessen habe. Als ich am Eingang ankam hörte ich die Sanitäter schon die Treppe runterkommen, weshalb ich ihnen den Weg frei machte damit sie so schnell wie möglich los können. Ich konnte noch immer nicht sehen wer auf der Liege lag und stand wie benebelt neben der Tür, bis ich Mia's Gesicht unter der Beatmungsmaske sah. "MIA!"

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