Alex sah mich verwirrt an.
„Wieso entschuldigt sie sich? So schlimm war's echt nicht. Und wieso sitzen wir in der Scheiße?"
Er hielt inne, ließ das Stück Pizza in den Karton fallen und trat neben mich, während ich immer noch den Flur hinuntersah, an dessen Ende Alex' nächtlicher Besuch durch die Tür verschwunden war.
„Sophia?"
Ich sah ihn an und er zog die Augenbrauen hoch.
„Du guckst, als sei die Apokalypse ausgebrochen."
Ich schüttelte den Kopf, schnaufte und fuhr mir durch die Haare.
„Alex, das war Vivi."
„Stimmt, so hieß sie. Ich war mir vorhin nicht mehr so sicher. Und das Problem daran ist? Woher kennt ihr euch?"
„Vivi... Vivianne... Samus Exfreundin."
Alex riss die Augen auf und starrte mich an.
„Du verarscht mich."
„Ich wünschte ich könnte das bejahen." Meinte ich und setzt mich an den Küchentisch.
Er legte die Hände vor seine Augen, strich sich runter durch den Bart und legte den Kopf in den Nacken.
„Fuck." Murmelte er. „Fuck!"
Er schnaufte laut aus und sah an die Decke.
„Ich... ich hatte keine Ahnung. Bei dem Namen hat bei mir nichts geklingelt. Scheiße!"
Ich vergrub das Gesicht in meinen Händen und stütze die Ellenbogen am Tisch auf, als Alex sich mir gegenüber geräuschvoll auf den Stuhl fallen ließ. Noch beschissener hätte die Situation nicht werden können. Wir hatten noch immer nicht wirklich abschließend darüber gesprochen, wie, wann und ob wir Samu nun von unserem Ausrutscher erzählen sollten und nun das.
„Hat euch irgendwer gesehen?"
„Beim Sex?"
Ich seufzte und rollte die Augen.
„In dem Club. Habt ihr rumgemacht?"
„Naja. Ja. Also draußen. Joonas hat's gesehen und einer seiner Kumpels."
„Es wäre blöd, wenn Samu das von einem Dritten erfährt. Ich weiß nicht mal, ob die mittlerweile offiziell getrennt sind. Obwohl sie das Risiko wahrscheinlich nicht ingehen würde, wenn es nicht so wäre. Mensch Alex. Hier gibt's so viele andere. Warum gerade die?"
„Ich wusste es doch nicht. Glaubst du das hätte ich gemacht? Jetzt fühl ich mich noch beschissener."
Er ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken.
„Hättest du mal dein Höschen angelassen." meinte ich leise.
Trotz der blöden Situation musste ich grinsen.
„Hör auf! Das darf doch nicht wahr sein. Ich bin ein verdammter Idiot."
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, sah wieder an die Decke und streckte die Beine unter dem Tisch aus.
„Fest steht, dass wir mit ihm reden müssen. Über alles. Wir können nicht das mit Vivi sagen und den Rest verschweigen. Nach dem Abend gestern und der letzten Nacht kann ich das sowieso nicht. Du hattest recht. Ich will ihn nicht anlügen, aber ich weiß auch nicht, wie ich ihm das sagen soll."
„Glaubst du ich? Ich kann ja schlecht zu ihm gehen und sagen: "Hey, nimm's mir nicht übel, aber eine Ex hat nicht gereicht." Wenn ich einen Plan hätte, hätte ich das längst geäußert oder es selbst in die Hand genommen."
„Du machst jetzt erstmal gar nichts."
„Ich geh jetzt duschen und wasch mir die Schuld ab." Brummte er und tapste den Flur runter Richtung Badezimmer.
„Wenn das so einfach wäre." Sagte ich leise zu mir selbst.
Alex hatte sich vom Bad aus direkt in seinem Zimmer verkrochen und kam auch erstmal nicht wieder raus. Ich trank noch einen Kaffee, ging auch duschen und tat es ihm gleich. Grübelnd lag ich in meinem Bett. Auf der einen Seite war ich so wahnsinnig glücklich, dass der Abend und die Nacht mit Samu so gut gelaufen war. Endlich waren wir uns wirklich näher gekommen und endlich funktionierte es wieder. Ich beneidete ihn fast etwas um seine Selbstbeherrschung, wäre es nach mir gegangen, wäre der Abend anders verlaufen. Eigentlich sah ihm das nicht ähnlich, aber trotzdem war es irgendwie spannend. Wir waren irgendwie nie gut darin gewesen uns mit irgendetwas Zeit zu lassen oder uns zu bremsen. Ich hätte verstanden, wenn er mich nicht hätte drängen wollen nachdem, was in Berlin passiert war, aber nachdem ich ihm eindeutig signalisiert hatte, dass es für mich okay war, hatte er trotzdem immer wieder die Bremse gezogen, bis ich aufgegeben hatte. Und das war okay gewesen. Ich hatte großartig geschlafen und heute Morgen in seinem Arm aufzuwachen, hatte dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Wir konnten wieder miteinander reden, schwiegen uns nicht an und fanden Gesprächsthemen. Wir konnten wieder gemeinsam lachen und waren ungezwungen miteinander. Es war meine größte Angst gewesen, dass genau diese Dinge nicht mehr funktionierten, dass wir beide zu verletzt gewesen waren und uns bereits zu weit voneinander entfernt hatten. Aber gestern und auch heute Morgen war alles anders gewesen. Bis ich nach Hause gekommen und Vivi im Flur gesehen hatte, war meine Welt mehr als nur in Ordnung gewesen. War ich den Weg von Munkkiniemi nach Hause praktisch geflogen, war ich jetzt definitiv auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Als hätte mich jemand von meiner persönlichen Wolke 7 geschubst. Alex höchstpersönlich.
Ihn traf keine Schuld. Niemals hätte er Vivianne mit nach Hause genommen oder sie überhaupt angesprochen, wenn er das gewusst hätte. Natürlich wollte ich ehrlich zu Samu sein und ihm von mir und Alex erzählen. Jetzt, da es anscheinend wirklich noch einen Weg für uns gab, konnte ich ihm nicht ins Gesicht lügen und das wollte ich auch nicht. Ich wusste nur nicht wo und wie und erstrecht nicht wann. Aber bevor er die Sache mit Vivi vielleicht von jemand anderem erfuhr, war es mir lieber, wenn es relativ bald geschehen würde.
Ich zappte durch die Kanäle meines Fernsehers, gab es aber relativ schnell wieder auf, schaltete die Anlage ein und lauschte dem John Mayer-Album. Gedanklich hing ich noch immer am gestrigen Abend fest und auch, wenn mich die Realität hier zu Hause eingeholt hatte, erinnerten mich die Schmetterlinge in meinem Bauch daran, wie es sich angefühlt hatte Samu wieder zu küssen und zu berühren und das trieb die negativen Gedanken über das drohende Gespräch weit in den Hintergrund.
Als hätte er gewusst, wohin meine Gedanken abgedriftet waren, meldete sich mein Handy neben mir auf der Matratze.
„Hey Miss Pretty Face, was machst du? Just came home von die boat trip."
Ich musste lächeln und tippte sofort los.
„Ich liege im Bett und höre Continuum. Muss ständig an gestern Abend denken."
„Me too. Riku hat gefragt, warum ich grinse the whole time. I said, dass ich bin so happy mit die boat. Ich bin auch in die bed. Watching TV. The sheets smell like you're still here. I like that."
Mein Grinsen wurde immer breiter und ich wusste fast nicht, was ich darauf antworten sollte.
„Das war ein wirklich schöner Abend gestern. Ich hoffe wir wiederholen das bald. Es ist irgendwie komisch, dass wir in derselben Stadt sind und jeder in seinem Bett liegt. Vollkommen neue Situation."
„Ja, ich habe gedacht das auch. It's strange. But I like the idea of this kind of dating. We never did that before. So, what do you think? Morgen? Wanna spend the day with me?"
"Total gern. Was machen wir denn?"
„Musst du in die studio?"
„Wenn ich mit Alex verhandle, nicht. Also nein : -) Ich bin ja froh, dass er hier ist. Sonst hab ich ja die Gelegenheit nicht, mal blau zu machen."
„Dann ich hole dich ab. Ich will shoppen eine bisschen. Um 11 mit eine late breakfast?"
„Ich freu mich auf dich! :-* "
„Ich auch. Schlaf gut. <3"
Sofort flogen die Schmetterlinge in meinem Bauch wieder los und ließen mich die halbe Nacht nicht schlafen.
Am Morgen lief mir Alex das erste Mal wieder in der Küche über den Weg. Ich wollte ihn am Abend nicht mehr stören. Ich wusste, dass er ein schlechtes Gewissen hatte und er hätte sich sicher bemerkbar gemacht, wenn er das Bedürfnis gehabt hätte noch weiter über die Sache zu reden.
„Ich bleibe die nächste Woche noch hier." Meinte er, schob sich eine Zimtschnecke in den Mund und spülte mir Kaffee nach. „Ich habe gestern Abend noch ein paar Mails abgesetzt und erklärt, dass wir hier noch eingebunden sind und ich länger bleiben muss. Ich will die Sache mit Samu auf jeden Fall geklärt wissen, bevor ich nach Hause fliege und so hast du auch noch ein wenig mehr Zeit mit ihm. Wir wissen ja nicht, wie er reagiert und wenn das böse endet, will ich dich hier nicht allein sitzen lassen. Ich sitze schließlich mit dir im Boot. Wenn es sein muss kriege ich sogar noch etwas mehr Zeit rausgeschlagen. Und wenn es sein sollte, dass er das gut wegsteckt, dann hast du einfach mehr Zeit für ihn."
Ich stellte mich hinter seinen Stuhl, umarmte ihn und küsste seine Wange.
„Danke." Flüsterte ich.
„Ich will dabei sein, wenn du es ihm sagst, okay? Wir machen das zusammen. Wenn ich länger hier bin, ergibt sich da vielleicht eher eine Situation mit ihm zu reden." Meinte er ruhig.
„Okay."
„Wir haben beiden Scheiße gebaut. Absichtlich und unabsichtlich. Und ich will nicht, dass du das allein regelst."
„Mach ich nicht. Versprochen."
„Ich hab so lange gegrübelt gestern. Sorry, dass ich nicht mehr rübergekommen bin."
„Ist okay. Ich hab auch nachgedacht."
„Kommst du mit in Studio?", fragte er.
„Ehrlich gesagt wollte ich dich fragten, ob du heute übernimmst. Ich treffe mich mit Samu. Er holt mich nachher ab."
„Hab ich mir irgendwie gedacht." Grinste er. „Nein, er hat mir gestern geschrieben, ob wir die Tage was trinken gehen. Alle zusammen. Er will mir die Band vorstellen und meinte, dass wir so schnell nicht die Gelegenheit finden werden was gemeinsam zu machen. Er hat mich schon vorgewarnt, dass ich heute alleine arbeiten darf." Grinste er.
Ich lächelte gegen Alex Wange.
„Wann hat er dir geschrieben?"
„So gegen 10."
Ich grinste. Er hatte sich die Türen also selbst aufgeschlossen. Mich hatte er erst danach kontaktiert.
Ich trug meine Haare offen, schlüpfte in blaue Skinny-Jeans und einen engen schwarzen Pulli.
15 Minuten zu spät hörte ich den BMW die Auffahrt rauffahren, zog meinen beigen Trenchcoat über, schlüpfte in meine schwarzen Boots und öffnete die Haustür, vor der Samu bereits stand und gerade klingeln wollte.
Ich war aufgeregt. Nicht, weil ich Angst hatte, dass wir wieder in unser altes Muster verfielen und uns anschwiegen. Ich freute mich einfach ihn zu sehen und konnte seit 36 Stunden ans nichts anderes denken, als diesen Mann zu küssen.
Er trug schwarze Jeans, graue Chucks, ein graues Shirt, eine schwarze Lederjacke und sah mich überrascht an, als ich die Tür öffnete, bevor sein Finger auf der Klingel landen konnte. Die Sonnenbrille hatte er in die Haare geschoben und er lächelte.
„Guten Morgen." Brummte er.
„Guten Morgen." Ich schulterte meine Handtasche und zog die Tür hinter mir ins Schloss.
Ich ging den letzten Schritt auf ihn zu und guckte zu ihm hoch. Samu grinste mich breit an. Legte eine Hand an meine Wange und küsste mich vorsichtig.
„Let's go." Murmelte er an meinen Lippen. „I'm starving."
Samu erzählte die Fahrt über von seinem Ausflug mit Riku und das er Alex vorgeschlagen hatte, dass wir uns die Tage alle zusammen mal trafen.
Ich freute mich Sami wiederzusehen, bei den anderen hatte ich ein ungutes Gefühl. Erstrecht bei Mikko. Den wollte ich nach dem Drama im SoHo noch weniger wiedersehen, als sonst schon. Aber ich konnte mich ja jetzt nicht auf alle Ewigkeit davor verstecken. Letzten Endes ging es darum, dass Alex die Jungs traf und wir etwas zusammen unternahmen und ich mochte den Gedanken, dass Samu offen damit umging und mich nun nicht erstmal unter den Teppich kehrte. Vielleicht hätte mich das auch unsicher gemacht, wenn er verheimlichte, dass wir wieder Kontakt hatten. Eigentlich gab es ja auch kein böses Blut und Sami hatte mir bereits gesagt, dass Samu nicht sehr wortreich mit dem Thema unserer Trennung umgegangen war.
Als er an der Ampel kurz vor der Einfahrt zum Parkhaus von „Stockmann" hielt, sah er mich von der Seite hinter seiner Sonnenbrille an.
„Was?" grinste ich.
„Nothing. Ich war very exited, dass wir treffen uns heute."
Lächelnd zog ich ihn an der offenen Jacke ein Stück zu mir rüber und küsste ihn.
„Ich auch."
Nach einem kleinen Frühstück und einem großen Becher Kaffee, schob Samu mich aus dem Laden durch das Kaufhaus. Er legte den Arm um meine Schulter und küsste meine Schläfe, als wir das Café verliefen und ich legte den Arm um seine Taille und schlenderte neben ihm her.
„Was willst du kaufen? Keine Schuhe! Ich kaufe keine Schuhe mit dir. Das kannst du vergessen."
Er lachte kehlig und schob gespielt eine Schippe.
„No shoes for Samu. I don't know. Let's take a look. Maybe new shirts oder pants. Not sure"
Wir blieben vor einem der Schaufenster stehen und begutachteten einige der Outfits, die die Schaufensterpuppen trugen. Samu begutachtete die Kleidung, ich sah auf unser Spiegelbild in der Scheibe und musste lächeln. Das Bild gefiel mir und den Schmetterlingen in meinem Bauch noch mehr.
Wieder zog Samu mich ein Stück dichter und küsste meine Schläfe.
„Was sagst du? I like this jeans."
"Mmh." Machte ich und grinste noch immer unser Spiegelbild an.
„Ok, let's go."
„Sag mal, was ist eigentlich mit Vivianne?" platzte es aus mir heraus.
Samu zog eine Augenbraue hoch und sah von der Seite auf mich runter.
„Vivi?"
„Ist eure Trennung mittlerweile offiziell?"
„Warum du fragst?"
„Nur so. Ich denke immer noch, dass hier gleich jemand hinter einer Treppe rausspringt, ein Foto macht oder fragt, wer ich bin und wo deine Freundin ist."
Samu lachte.
„Du hattest sonst keine Angst, wenn wir waren here."
Ich zuckte die Schultern.
"Naja. Ich würde schon gern wissen, wie die Situation jetzt ist."
„In fact, I didn't say anything. I thought people should think whatever they want. I don't talk about private stuff anymore. Wenn sie sehen mich mit eine andere girl oder sie sehen Vivi mit eine guy... what the fuck? I don't mind. I'm sick and tired about this game. So everything is fine and now we go shopping."
Er grinste, zog mich zu einem Kuss an seine Lippen und schob mich in den Laden.
Samu stand in der Umkleidekabine und ich schleppte massenweise Jeanshosen, die eigentlich fast alle gleich aussahen, Richtung Vorhang. Am Ende lagen 5 Hosen, die alle einen ähnlichen Farbton und denselben Schnitt hatten an der Kasse.
„Hast du von denen nicht schon massig im Schrank?"
„They're old und some sind kaputt oder die color ist nicht mehr so nice."
Im nächsten Laden kaufte Samu eine neue Sonnenbrille, dann eine Mütze und ein T-Shirt und jedes Mal, wenn ich gedankenverloren die Auslage begutachtete und irgendwelche Shirts auffaltete oder von der Kleiderstange nahm, stand er dicht hinter mir, parkte seine Hände an meinen Hüften und lehnte seinen Kopf an meine Schulter. Ich genoss es, dass er meine Nähe suchte und interessiert daran war, was ich mir ansah.
„I like that. Try it."
"Ja? Ich weiß nicht."
„Doch. Looks nice. Du musst auch kaufen etwas. I feel guilty, wenn nur ich mache shopping." lachte er.
Im Vorbeigehen griff ich noch nach 2 Kleidern, einem Shirt und einer hellgrauen Jeans, ehe ich in der Umkleidekabine verschwand.
„Die Hose mag ich, aber das Shirt sieht blöd aus. War das da nicht auch in grün. In rot sehe ich aus wie tot." Meinte ich durch den Vorhang und zog das Shirt wieder aus. Ohne zu antworten steckte Samu den Kopf in die Kabine und grinste.
„Ey du Spanner." Lachte ich. „Ich bin auch nicht in deine Umkleidekabine gekommen."
„Nice jeans." Brummte er und sah dabei aber weniger auf meine Hose als auf meinen schwarzen BH.
„Raus mit dir. Ich bin noch nicht fertig."
Samu interessierte das herzlich wenig, denn mit einem Schritt stand er neben mir in der Kabine und zog den Vorhang wieder zu. Auf 2 Quadratmetern war es etwas eng und ich wich automatisch ein Stück zurück, bis ich die kalte Wand hinter mir fast fühlte. Er biss sich auf die Unterlippe und grinste schelmisch.
„Hör auf damit." Kicherte ich und legte meine Hand an seine Brust, um ihn auf Abstand zu halten. Auch das war ihm herzlich egal und er legte seine Hände an meinen nackten Rücken und zog mich in einen innigen Kuss. Plötzlich war die Zurückhaltung gewichen. Seine Zunge suchte meine und seine Hände fuhren meinen Körper entlang, bis sie auf meinem Po liegenblieben.
„Like I said: Nice jeans."flüsterte er an meinen Lippen, während ich schwer atmend in seinen Armen hing und mich an seinem Nacken festhielt.
„Raus aus der Kabine." Keuchte ich mit geschlossenen Augen.
Ich merkte, wie er stumm lachte. Nochmal drückte er seine Lippen auf meine.
„I go and get that one in green." brummte er, schnappte sich das rote Shirt und verschwand wieder auf der anderen Seite des Vorhangs. Ich lehnte mich an die Wand und schnaufte. Lange hielt ich dieses Vorspiel nicht mehr aus.
Ich kaufte die Jeans und ließ das grüne Shirt zurück, fand es dafür aber in schwarz. Auch ich fand eine neue Sonnenbrille, einen Schal und eine lange roségoldenen Kette mit passenden Ohrringen und Armreifen. Auf dem Weg zur Kasse griff ich nach einem Paar schwarzen High Heels, die ich schon beim Betreten des Geschäftes gesehen hatte.
„No shoes." Grinste Samu und ich streckte ihm die Zunge aus, als ich die Schuhe zu den anderen Sachen auf den Kassentresen legte.
Ich hatte das Gefühl wir waren seit einer Ewigkeit in diesem Kaufhaus und langsam stellte sich der Hunger ein.
„Was wollen wir essen?", fragte Samu und sah auf die Uhr. Es war bereits fast 6 und ich überlegte, wo wir in der Nähe essen konnten.
„Some italian stuff? Pasta? Antipasti?"
Ich nickte.
"Wir kaufen here. We can eat at my house." Meinte er, legte den Arm um mich und zog mich mit sich in einen italienischen Feinkostladen.
Kurz darauf saßen wir in seinem Wagen auf dem Weg nach Munkkiniemi. Im Fußraum stand eine Tüte mit mehreren Wärmeboxen und Plastikschachteln, gefüllt mit allerhand Leckereien, deren Duft den Innenraum des Wagen erfüllten. Der Kofferraum war vollgestopft mit Tüten und Samu summte zufrieden mit dem Radio mit. Seine Hand parkte auf meinem Knie und an jeder roten Ampel zog ich ihn ein Stück zu mir rüber, um mir einen Kuss abzuholen.
„Dir ist klar, dass du mich nachher wieder nach Hause fahren musst. Mein Wagen steht zu Hause und muss morgen ins Studio. Wollen wir sonst bei mir anhalten und ich hole ihn? Dann musst du nachher nicht nochmal los."
„No problem." Brummte er. „Du hast eine neue Outfit und ich habe eine shower und eine toothbrush at home. I'll take you back tomorrow."

DU LIEST GERADE
Heimkehr
FanfictionSamu & Sophia Teil 3. Fortsetzung von "Von der Muse geküsst" und "Klimawandel". Inklusive der beiden OS in meinem Account zu finden. Nach Sophias Rückkehr nach Los Angeles scheint die Trennung von Samu endgültig. Wäre da nicht noch etwas, was sie in...