Joshuas Sicht:
Ich bin kurz etwas erstaunt über die Offenheit, die Marie mir gegenüber schon hat, aber ich erwidere die Umarmung natürlich. 'Es tut unheimlich gut von ihr in den Arm genommen zu werden.' Ich lege meinen Kopf in ihre Halsbeuge und kann für einen Moment die Probleme der letzten zweieinhalb Wochen vergessen. Ich löse mich nur ungern von ihr aber ich muss ihr den Rest noch erzählen. "Es geht noch weiter. Also als Daniel dich dann 'zusammengefahren' hatte, habe ich erst einmal geschrien. Es sah so schrecklich aus, doch Daniel fuhr einfach ein Stück zurück und fuhr dann an dir vorbei, als ob nichts gewesen wäre. Ich habe ihn dann angeschrien, dass er sofort stehen bleiben soll, aber ihn hat das alles gar nicht interessiert. Dann wollte ich die Türe aufmachen doch Daniel hatte von innen alles verriegelt. Und als ich dann die Rettungskräfte anrufen wollte um zumindest noch irgendwas zu machen musste ich feststellen das ich mein Handy nicht dabei hatte." 'Ich muss stoppen. Jetzt kommt alles wieder hoch. Diese Bilder wie Daniel Marie umfährt und sie dann hilflos auf der Straße liegt. Und ich konnte nichts machen rein gar nichts.' "Marie es ist meine Schuld das dir das alles zugestoßen ist. Es tut mir so unendlich leid. Ich hatte keine Möglichkeit dir zu helfen. Und im Grunde bin wirklich ich schuld. Ich hätte Daniel niemals so ins Auto steigen lassen dürfen." Jetzt fange ich richtig an zu weinen. Wie eine kleine Heulsuse, aber alles muss raus. 'Die letzten zweieinhalb Wochen habe ich alles in mich hineingefressen. Habe keinem etwas davon erzählt. Keiner meiner Freunde weiß etwas. Woher denn auch? Beim Training habe ich versucht alles so gut es geht zu verdecken und zu Hause habe ich mir dann die größten Sorgen und Vorwürfe gemacht.'
Maries Sicht:
'Jetzt sitzt Joshua hier weinend vor mir und gibt sich die Schuld an diesem Unfall. Das ist doch unmöglich! Er ist derjenige der hier von allen beteiligten noch die wenigste Schuld trägt. Er hat alles versucht diesen Daniel davon abzuhalten, nur war dieser zu betrunken und stur als das er auf ihn gehört hat' Ich muss Joshua noch einmal umarmen. 'Ich will nicht, dass er sich die Schuld gibt!' Ich nehme ihn also noch einmal in den Arm. Aber dieses Mal mehr.
Wir sitzen jetzt bestimmt schon 5 Minuten in dieser Umarmung aber es tut so gut mal wieder von jemandem diese Nähe zu spüren. Ich glaube auch das ich mittlerweile auch schon das Vertrauen von ihm bekommen habe. Auch nach dieser kurzen Zeit.
Ich mache ihm jetzt noch einmal deutlich klar das er keineswegs irgendeine Schuld an diesem Unfall hat. Was er dann sagt lässt mein Herz etwas höher schlagen. "Marie also ich muss dir jetzt mal eins sagen. Ich finde du bist so stark. Eigentlich bist du selbst zurzeit körperlich "am Ende" und hättest allen Grund dich hängen zu lassen und in ein Loch zu fallen. Aber ich bewundere dich, dass du trotz alledem solche starken Worte findest. Das hat mich echt aufgebaut. Danke!" Jetzt kullert mir eine Träne die Wange hinunter. 'Was ein emotionaler Nachmittag' Doch Joshua wischt sie sofort mit seinem Daumen weg.
Er bleibt noch so lange, bis das Abendessen kommt. Wir reden über Gott und die Welt und tauschen dann auch unsere Nummern.
Als ich dann mit dem Abendessen fertig bin, denke ich noch einmal über den Nachmittag nach und mir wird direkt wieder ganz warm ums Herz. Ich beschließe Joshua noch zu schreiben.
I: Hey Joshua! Ich bins Marie. (20:49)
J: Hey meine Starke :) Nenn mich ruhig Josh! (21:03)
I: Der Nachmittag war echt toll! Danke das du vorbeigekommen bist. (21:04)
J: Ich muss dir danken für deine Worte! (21:05)
I: Ach, quatsch! Das ist doch selbstverständlich. (21:06)
J: Das ist alles andere als selbstverständlich! (21:07)
I: Du Josh ich muss jetzt schlafen. :( der Tag heute war echt anstrengend (aber schön ;) Und morgen muss ich fit sein wenn ich wieder entlassen werde. Wir könnten uns ja so nochmal treffen wenn du Lust hast :) Gute Nacht ^^
J: Ich fand es auch richtig schön! Na dann viel Glück für morgen und ich würde dich sehr gerne noch einmal treffen. Gute Nacht :*
Mit einem Lächeln im Gesicht schlafe ich dann auch ein.
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Unfall mit Folgen
FanfictionNach Maries Unfall stellt sich ihr Leben auf den Kopf. Wird sie je wieder ein normales Leben führen können? - Viele Fragen schwirren in ihrem Kopf herum. Aber nicht nur die ganzen Fragen, sondern auch Joshua, der ihr mächtig den Kopf verdreht.