"Da ist sie wieder, dieses komische Mädchen mit den blauen Haaren." - "Echt gruselig." - "Warum sie überhaupt noch lebt, sie hat niemanden." So wurde geredet, so wurde gelebt, an der so grauen hässlichen Marbury High School in Alabama. Der sonst so schöne Ort wirde mit diesen grauen Betonklotz niedergemacht, denn egal wie hässlich grau die High School von außen aussieht, die verschiedenen Charaktere der Schüler sind hässlicher. Denn diese von Narzissmus geprägten Wannabe-Superstars kannten nur 3 Worte: Sex, Drugs & Hating people. Nur wenige, die auf der Marbury High School waren oder sind, waren wie sie. Sie mit ihren so dunklen, fast schwarzen Augen und den blauen Haaren. Sie mit ihrem bleichen Gesicht und den ausdruckslosen und doch vollen rosigen Lippen. Ich schwörte mir schon damals, sie anzusprechen, als ich sie zum ersten Mal sah. Als sie von den Baseballspieler in den Mülleimer gesteckt wurde, wärend die Cheerleader ihr Sprite auf die Kleidung kippten. Als sie mit tränenverschmierten Make-Up und aller Kraft versuchte, aus den Mülleimer zu klettern, während alle anderen auf sie zeigten und auslachten, alle außer ich. Genau an diesem Tag wusste ich, dass ich das Mädchen mit den blauen Haaren und den tränenverschmierten Make-Up ansprechen will.
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Es war Herbst als Joyce alle einlud zu einer Party a là Project X. Joyce lud alle aus der High-School ein, auch sie, das Mädchen mit den blauen Haaren und den tränenverschmierten Make-Up. Sie sah wunderschön aus, auch wenn sie - so wie immer - ihre schwarzes kaputtes Kleid trug. Sie stand einfach da, mitten in einem Haufen voller narzistischen Teenies, die von dem Alkohol und von den Drogen nie genug kriegen würden. Ich lächelte sie an, zum ersten Mal, denn der Alkohol wirkte stark bei mir. Sie lächelte zurück - das erste Mal das ich sie lächeln sah. Und dann verschwand sie mit dem beliebtesten Baseballspieler. Und ich sah zu, ich sah einfach zu. Und während ich mit Joyce in ihrem Zimmer verschwand und Joyce das nahm, was sie nicht mehr wollte - ihre Jungfräulichkeit - dachte ich an das Mädchen. An das Mädchen mit dem blauen Haaren, den Tränenverschmierten Make-Up und ihrem kaputten schwarzen Kleid.
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Eine Woche verging und währenddessen lachten die narzistischen Menschen, sie lachten sie aus, als sie das Video auf Youtube sahen. Das Video, dass auf der Party gemacht wurde, während sie stark unter Drogeneinfluss stand, weil der beliebte Baseballspieler ihr K.O.-Tropfen in's Getränk mixte. Das Video, in dem sie grundlos vergewaltigt wurde von ihm, während er sagte, wie hässlich sie ist, sie mit ihren tausend Narben an ihren Armen. Doch sie bekam von all dem nur das schlimmste mit. Und niemand der narzistischen Teenies war erschrocken, niemand war wütend, dass er ihr etwas angetan hatte. Sie jubelten, und feierten ihn wie ein Held. Nur ich nicht, nur sie nicht. Denn sie versteckte sich auf der Mädchentoilette in der letzten Kabine, wenn sie es schaffte. Sie. Das Mädchen mit den blauen Haaren, mit dem tränenverschmierten Make-Up, ihrem kaputten schwarzen Kleid, und den tausend Narben auf ihren Armen.
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Jeder Tag im Herbst war ein grauer Tag, für mich, für sie. Dann saßen wir da, zusammen im Technologieraum und ihre Nähe lies mein Blut in den Adern erfrieren. Und sie kniff ihre Augen zusammen, um etwas am Whiteboard erkennen zu können. Wir saßen in der letzten Reihe, am Fenster. Ich fürchte, sie braucht eine Brille. Und während die Regentropfen an das Fenster wie Steine dagegenprallten, beobachtete ich sie. Sie mit ihren zusammengekniffenen Augen und das Veilchen an ihrem rechten Auge. Wieder wurde sie geschlagen, wieder von ihrem arbeitslosen, alkoholabhängigen Vater. Alle wussten es, doch keiner schwieg darüber, nur sie und ich. "Selber Schuld." - "Sie hat's verdient." tuschelten sie. Die narzistischen Teenies. Und die Lehrer, schauten hinweg, dafür haben sie nicht studiert. Und sie kramte in ihrem Rucksack, und holte den Test raus, positiv. Und ich sah sie an. Sie. Das mädchen mit den blauen Haaren, dem tränenverschmierten Make-Up, dem schwarzen kaputten Kleid, den tausend Narben auf ihren Armen und dem blauen Auge.
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I AM MIA
PoetryUND DA SASS SIE, STAND SIE, WIMMERTE SIE, WEINTE SIE, UND KEINER HALF IHR. UND JEDER LACHTE, AUSSER SIE UND ICH. GEMEINSAM GEGEN MOBBING ___________________________________ Dies ist mein geistiges Werk. Jedes geschriebene Wort entstand aus meinen e...