Ich saß noch spät in der Nacht an meinem Laptop und lernte für die anstehenden Prüfungen. Langsam fielen mir die Augen zu, aber ich durfte noch nicht einschlafen. Ich musste diesen Mist in den Schädel kriegen, koste es, was es wolle. Wenn ich diese Prüfung nicht schaffte, dann würde meine Mutter mir die finanzielle Unterstützung streichen und dann könnte ich meine Studiengebühren und die Miete für meine kleine Einzimmer-Wohnung nicht mehr zahlen. Mit einem Zischen öffnete ich die Dose eines Energydrinks. Irgendwie musste ich mich ja wach halten und Koffein war das Einzige, was half.
Ein Kratzen hinter mir ließ mich nervös aufschrecken. Ich sah zum Fenster, aber niemand war zu sehen. Ich glaubte, dass ich schon Gespenster sah. Mit einem Seufzen sah ich auf den noch fast vollen Energydrink. Zeit ins Bett zu gehen. Ich klappte den Laptop zu und machte mich auf den Weg ins Bad. Dort bürstete ich meine langen blonden Haare und band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen. Nachdem ich mir das Gesicht gewaschen hatte sah ich auf in den Spiegel. Ein blasses Gesicht mit blutunterlaufenden Augen mit schwarzen Schatten darunter sah mich an. Ich hatte seit Tagen nie mehr als eine Stunde am Stück geschlafen. Wenn ich nicht lernte, dann hatte ich solche merkwürdigen Albträume. Die wirkten sich schon auf mein ganzes Leben aus. Ich fühlte mich dauernd beobachtet, konnte nichts mehr machen ohne mich dauernd umzusehen und bei jedem Typen, der einen blauen Kapuzenpulli trug, schlug mein Herz schneller. Sie erinnerten mich an den Jungen aus meinem Traum. Diesen Jungen, der immer vor mir stand mit seinem Skalpell in der Hand. Das Schlimmste waren seine Augen: Er hatte keine. Er trug immer diese blaue Maske und an der Stelle, an der die Augen sein sollten, waren nur große Löcher aus denen eine schwarze Flüssigkeit tropfte. Und sein Lächeln...es lief mir kalt den Rücken runter, wenn ich nur daran dachte. Jedes Mal zeigte er beim Lächeln seine Zähne, sie waren spitz wie die eines Raubtieres. „Du wirst gut schmecken", schnurrte er jedes Mal mit seiner tiefen Stimme.
Erneut wusch ich mir kalt durch das Gesicht um die Gedanken zu verscheuchen. Ich wollte nicht auch noch vor dem Schlafengehen an diesen Kerl denken. Ich trocknete mich ab und putze meine Zähne. Als ich nach dem Ausspucken der Zahnpasta wieder nach oben blickte, schrie ich auf. Im Spiegel sah ich hinter mir den Typen mit der Maske stehen. Ich fuhr herum, aber es war niemand da. Meine Fantasie spielte mir Streiche. Kein Wunder. Mein armes Gehirn war vollkommen überlastet und durch den fehlenden Schlaf hatte es keine Chance, sich auch mal zu beruhigen.
Ich atmete ein paar mal tief durch um mich zu beruhigen und ging dann zurück in mein Schlaf-/Wohn-/Esszimmer um mich umzuziehen. Ich wechselte mein Top und die Jogginghose gegen ein viel zu großes rotes T-Shirt und schwarze Shorts und kroch unter die Decke. Kaum hatte ich das Licht gelöscht, kam meine Angst zurück. Die Angst davor, einzuschlafen und wieder zu träumen. So müde ich auch war, so groß war auch meine Angst. Ich kniff meine Augen zusammen und gab alles, um mich zum Einschlafen zu zwingen. Trotzdem musste ich auch diesmal auf Schlaftabletten zurück greifen. Ich nahm nur sehr leichte und auch nie viele. Normalerweise nahm ich überhaupt keine Medikamente, aber ich hatte im Augenblick keine andere Wahl wenn ich wenigstens ein bisschen zur Ruhe kommen wollte. Ich spülte zwei der Tabletten mit einem Glas Wasser herunter und legte mich zurück ins Bett. Ich drehte mich mit dem Gesicht zu Wand und wartete, bis die Tabletten wirkten. Dabei bemerkte ich die schwarze Person, die in der Ecke meines Zimmers stand, nicht.
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Creepypasta Love
FanficDies wird eine Sammlung einzelner Kurzgeschichten zu verschiedenen Creepypastacharakteren. Auch Killer haben ein weiches Herz und verlieben sich manchmal. Diese Geschichten beinhalten eine Sammlung an Liebe, Furcht und Sex. Ich hoffe, dass es eu...