Die Klassenfahrt - Tag 4

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In der Nacht habe ich sehr unruhig geschlafen, wie soll man auch ruhig schlafen, wenn man vor Enrico einschläft? Na ja, egal... Auf jeden Fall fühle ich mich total durch den Wolf gedreht als ich aufwache. Die anderen schlafen noch und ich entscheide mich dazu auch noch ein bisschen weiterzuschlafen.

Zwei Minuten später klopft es an der Tür. Na großartig! Wer klopft den um diese Uhrzeit? Ich gehe nicht an die Tür, so viel steht schon mal fest!
Ein paar Sekunden später merke ich, dass es auch gar nicht nötig ist an die Tür zu gehen, weil der, der geklopft hat, sich einfach selbst rein lässt. Abbas, Tim und Enrico betreten den Raum.
"Auf stehen Mädels!" rufen alle drei im Chor.
Genervt drehe ich mich weg, doch Enrico hat es bemerkt und zieht mir sofort die Decke weg. Ich versuche ihm meine Decke zu entreißen und muss feststellen, dass ich keine Chance habe. Also drehe ich mich ohne die Decke auf die Seite und versuche irgendwie weiter zu schlafen. Enrico lässt mich aber nicht weiter schlafen! Er setzt sich neben mir auf das Bett und kneift mir in die Seite aber nicht so, dass es weh tut, sondern so, dass es kitzelt. Ich springe auf, nehme meine Sachen und gehe in das Badezimmer.

Zehn Minuten später bin ich fertig. Als ich raus gehe, bemerke ich, dass Tim und Abbas bereits gegangen sind. Enrico sitzt immer noch auf MEINEM Bett! Meine Mädels, die so langsam wach werden, regen sich lautstark über ihn auf. Kurzer Hand verlässt er das Zimmer und während er an mir vorbeigeht, wirft er mir noch mal ein Lächeln zu.

Beim Frühstück geht es dann natürlich sofort weiter. Ich möchte mir gerade etwas von den Cornflakes nehmen als er mir den Weg versperrt, dann, nachdem ich es endlich geschafft habe, mir etwas zu nehmen, setzt er sich neben mich und guckt mich die ganze Zeit grinsender Weise an. Mit dem Löffel rühre ich lustlos in meinen Cornflakes herum. Irgendwie schaffe ich es sogar die Cornflakes auf zu essen.

Nach einer weiteren halben Stunde Freizeit, treffen wir uns unten vor dem Haus. Jeder von uns soll sich ein Fahrrad aussuchen, was von der Größe zu uns passt. Bei mir ist es ein relativ kleines Fahrrad. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht bis wir endlich mal losfahren. Wir fahren über eine Landstraße und machen nach circa einer Stunde Pause. Wir lassen die Fahrräder oben am Weg stehen und rennen den Berg nach unten. Hier gibt es einen großen wunderschönen See. Da wo wir stehen erreicht uns das Wasser nicht aber würden wir ein paar Schritte weiter laufen, dann wären wir quasi mitten im See. Enrico lässt einen flachen Stein über das Wasser springen, den zweiten Stein gibt er mir. Ich werfe den Stein flach über das Wasser aber bei mir funktioniert es nicht. Also nimmt er einen weiteren Stein und versucht es mir zu erklären. Drei Versuche später springt der Stein wenigstens einmal über das Wasser und Enrico freut sich total.
Ein paar Minuten später fahren wir wieder los. Die Landschaft in diesem Ort ist wunderschön. Hier liegen viele Maisfelder und während einer kleinen Pause mopsen wir uns ein paar Maiskolben, die sind allerdings noch nicht ganz reif und deshalb schmecken sie auch fast nach gar nichts.

Nach drei quälenden Stunden sind wir endlich wieder in der Jugendherberge und können Pause machen. Bevor es dann weiter geht gibt es erstmal Mittagessen. Am Nachmittag erzählt ein Imker uns etwas über Bienen, zeigt uns welche und bastelt mit uns Wachskerzen. Wir haben alle Oberhaupt kein Bock und sind total Müde.

Danach haben wir zum Glück bis zum Abend Freizeit. Am Abend gehen wir Holz sammeln für ein Lagerfeuer. Als wir genug Holz gesammelt haben, machen unsere Lehrer den Grill an, denn heute grillen wir statt wie die anderen Klassen, die normal ihr Abendessen haben. Erst geht auch alles gut und jeder freut sich auf das Lagerfeuer, doch dann zieht plötzlich ein schweres Gewitter auf. Da meine Freundinnen und ich schon fertig sind mit abräumen, stellen wir uns um den Grill, genauso wie Enrico. Wir grillen uns Toast, weil wir noch Hunger haben und nicht auf unsere Zimmer dürfen. Etliche Toasts später stehen wir klitschnass um den Grill und trotz der blöden Situation geht es uns gut und wir freuen uns. Enrico sucht natürlich mal wieder Körperkontakt aber selbst das stört mich gerade nicht.

Nach gezahlter Ewigkeit kommen wir in einen kleinen Raum, wo wir kickern und Tischtennis spielen können. Enrico lässt nun gar nicht mehr von mir ab und wenn mir ein Junge zu nah kommt, wird er sofort komisch.

Ein langer aber schöner Abend geht zu Ende und nachdem wir uns alle fertig gemacht haben gehen wir schlafen.

Der alltägliche SchulwahnsinnWo Geschichten leben. Entdecke jetzt