Kapitel 13

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      Ich machte meine Schulsachen zurecht und dachte noch einmal über Jasmine's Worte nach. Was ist, wenn sie Recht hatte? Wenn ich im Inneren wusste, dass er sich noch in Köln befand, dass er hier in der Nähe wohnte und ich am Ende jeden Tag nichts ahnend an ihm vorbei lief? Den Grund mit dem "noch nicht verkraftet haben" hielt ich nicht für möglich, weil wir fast jeden Tag zusammensaßen und wir beide die Prüfungen mindestens 100mal genau untersucht hatten. Ich hatte insgesamt immer ein Jahr Zeit, um mich von der letzten Prüfung erholen zu können, denn jedes Jahr kam eine neue dazu. Das machte mich ziemlich immun gegen viele Dinge. Aber es liess mich auch viele Dinge nicht wahrnehmen, zum Beispiel Anschläge in der Außenwelt, Naturkatastrophen oder andere Disaster, weil ich einfach in dieser behinderten Höhle festsaß.
      Sie war in einem Wald und am Ende eines Hügels, ausserdem befand ich mich dort - wie früher schon gesagt - in einem Labyrinth. Also hätte ich nicht abhauen können. Jedoch hat mich dieses Geheimprojekt oder Spezialtraining zu einer....Kampfmaschine gemacht. Zu einer rücksichtslosen eiskalten Killerin. Ich konnte meine Gefühle ausstellen und ich wusste meine Verwandlungszeiten gut zu nutzen. Darüber hinaus lernte ich Heilungszauber und Vernichtungszauber, die mir im Kampf helfen konnten.
Jedoch wird kein Kampf kommen, dachte ich, jedoch unschlüssig darüber ob es positiv oder negativ war.

      Schliesslich machte ich mich bettfertig und sah auf die Uhr in meiner Küche. 21Uhr. Eigentlich könnte ich noch mal eine Runde schauen, was im Fernseher kommt. Also schmiss ich mich kurzerhand auf die Couch und zappte im TV Programm rum. Ich erwischte einen Sender, bei dem Navy CIS kam und war sofort wieder Feuer und Flamme dafür. Ich hatte diese Serie schon fünf Jahre nicht mehr gesehen, jedoch war ich vor dem Training schon ein riesiger Fan gewesen. Ich schaute die Folgen bis 23 Uhr, doch wurde danach von einem Klingeln unterbrochen. Es war mein Handy und zeigte einen Anruf von Alex an.
      "Ja sweetheart, was gibts?" begrüßte ich ihn. "Hab ich dich geweckt? Ich wollte dich nur daran erinnern das Skript für morgen früh mitzubringen."sagte er müde. Ich antwortete ihm lachend: "nein, keine Sorge ich war noch wach. Konnte die letzten Tage auch schon nicht so gut schlafen von daher machte mir das nichts aus. Und danke für die Erinnerung, ich hätte es sicher vergessen." "An deiner Tollpatschigkeit hat sich in den letzten Jahren also nicht wirklich was verändert.", lachte er ins Handy und redete dann weiter, "aber, wenn du jetzt sagst dass du nicht schlafen kannst wie wäre es, wenn ich bei dir übernachte oder du bei mir morgen? Mir fällt schlafen zurzeit auch ein wenig schwer. Was hältst du davon?"
      Eigentlich war die Idee garnicht so schlecht. Schliesslich hatten wir uns viel zu erzählen, nehme ich mal an. Also sagte ich ihm zu und wir verabschiedeten uns. Als erstes - weil ich es sonst vergessen würde - nahm ich meine Tabletten und trank ein Glas Wasser hinterher. Dann steckte ich das Skript in meine Schultasche und ging ins Badezimmer Zähne putzen. Ich steckte mein Smartphone an die Steckdose und machte den TV und alle Lichter in meiner Wohnung aus. Danach ging ich in mein Schlafzimmer und legte mich in mein Bett.

×~×~×

      Die Nacht verlief angenehm ruhig und schon im nächsten Augenblick rief mir mein Wecker "ZEIT ZUM AUFSTEHEN!" zu. Nur auf eine sehr nervtötende Art und Weise. Erstaunlicherweise klappte auch das etwas früher Aufstehen immer besser und ich lief - erfreut über diese Erkenntnis - glücklich in die Küche, um mir ein warmes Getränk machen zu lassen. Während die Maschine surrte und klapperte, las ich mir nochmal das Skript durch, beziehungsweise die Kurzbeschreibung des ersten Teils.

~ Im Zentrum der Geschichte steht die 21-jährige Amerikanerin Julia Roden. Julia erfährt aus dem Brief ihrer Tante, bei der sie und ihre Zwillingsschwester nach dem Tod der Eltern aufgewachsen sind, dass es ein Familiengeheimnis in Siena gibt. Ein Geheimnis, das auch ihre unter mysteriösen Umständen gestorbene Mutter aufdecken wollte. Ihr einziger Anhaltspunkt ist ein Schlüssel, der zu einem Geheimfach in der Bank im Palazzo Tolomei führt. Julia reist nach Siena, und schon auf dem Flughafen lernt sie scheinbar zufällig eine reiche Italienerin aus dem Hause Salimbeni kennen, die sie in die Gesellschaft Sienas einführt. Deren Neffe, der zunächst eher ruppig als romantisch daherkommt, entpuppt sich später als ein Nachfahre des echten und ersten Romeos. Julia entdeckt anhand der im Bankfach schlummernden, längst vergessenen ersten Fassung der Romeo-und-Julia-Geschichte von 1340, dass auch ihre Familienwurzeln direkt zum größten tragischen Liebespaar der Literatur nach Siena führen. Genauer: zu den noch immer existierenden, ehemals tödlich verfeindeten Familien Tolomei und Salimbeni. ~

      Wie man auf so etwas geniales kommen kann, ist mir Immernoch ein Rätsel. Aber eins ist klar, um dieses Geheimnis der Geschichte zu lüften, musste ich mehrmals mit diesem Typen rumknutschen, und der ist mir nicht geheuer.

      Während ich darüber nachdachte, nippte ich mehrmals an meinem Cappuccino um erstmal klare Gedanken fassen zu können. Als ich die Tasse vollständig geleert hatte, wusch ich sie noch schnell ab und räumte sie in den Schrank. Ich mochte es nicht, wenn ich nach der Uni heimkam und mich zuhause ein Chaos erwartete - was sonst immer der Fall war. Ich entschied mich, auf dem Weg zur Universität noch einmal zu Starbucks zu gehen, um mir etwas zu Essen zu holen. Also machte ich mich schnell fertig, schnappte mir meine Sachen und stieg die Treppen hinab in die Tiefgarage. Ich startete den Motor und fuhr in Richtung Starbucks, bei dem auch Lili wohnte. Also schrieb ich ihr, dass ich mich auf ihren Parkplatz stellen würde und dann nach der Vorlesung wieder wegfahren würde.

      Nachdem ich mir im Starbucks etwas Genießbares gekauft hatte, lief ich mit einem Kaffee in der Hand in die Richtung meiner Lehrstätte. Davor erwarteten mich bereits Alex, Lili, Max, Jonas und Moritz und wir beschlossen, hinein zu gehen - ich meine, ich liebe Natur. Aber es war arschkalt draussen, ich musste sogar meine Stiefeln und eine Strickjacke unter meine normale anziehen, um nicht zu erfrieren.

      Alex und ich machten uns schliesslich auf den Weg zu unserer Tutorin in den Bühnenraum und ich bereitete mich schon moralisch auf das erste RICHTIGE Zusammentreffen mit Ardian und Thaddeus vor. Es wird natürlich nicht leicht werden. Aber wir bekommen das schon hin.
 

    Die beiden BadBoys waren sogar schon an ihren Plätzen, als wir den Raum betraten und Alex und ich setzten uns neben sie. "So Leute, dann fangen wir mal an. Ich denke, ihr habt euch schon mal das Skript durchgelesen wenigstens die Kurzbeschreibung. Und Naja, ich denke wir fangen erstmal damit an, dass ihr euch in die Rollen reinversetzt und sie erstmal richtig lest. Ihr müsst die Wut, Eifersucht, Liebe, Leidenschaft und alles andere Fühlen können, bevor ihr sie spielen lernt! Also los, damit werdet ihr euch heut in den ersten vier Stunden beschäftigen, bevor die nächste Lesung für euch beginnt. Also los, Hopp Hopp, allez allez ich möchte euch lesen hören und miteinander sprechen sehen, wenn ich nach euch sehen komme!"

      Mit diesen Worten verschwand sie wie ein Wirbelwind aus dem Raum und liess uns Studenten allein da sitzen. "Na super. Das werden tolle Tage, Wochen und Monate, die wir miteinander verbringen werden."hörte ich aus Alex' Mund. Und dem konnte ich nur zustimmen.

[ABGESCHLOSSEN] Fight, Love, Apocalypse. ~Taddl FF~Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt