Die Nacht verlief unnormal gut. Das hätte ich nicht gedacht. Jedoch war ich am Morgen abnormal froh, als die Schwestern mir etwas Genießbares zu essen brachten. Sie brachten mir einen warmen Kakao und eine Schüssel Cornflakes - also wie immer Haferflocken, Bananen, Apfelstückchen, Rosinen und Milch. Komisch, irgendwie hatte ich Krankenhaus-Essen ekliger in Erinnerung. Nachdem ich mit frühstücken fertig war, kam der Arzt vorbei, um die Abschlusstests durchzuführen und ein paar Werte zu messen.
Als alle Tests durchgeführt worden waren, war auch der ganze Tag schon rum und ich war echt richtig kaputt. Also ging ich schon 22 Uhr schlafen. Aber das war keine so gute Idee, wie ich später merken würde. Denn ich hatte meine Blocktabletten nicht mit.
×~×~×
Ich lag in einem Kampfraum. An meinen nackten Armen spürte ich das kalte Metall der Wände. Ich sah verschwommen, als ich die Augen geöffnet hatte und hörte nur, wie jemand an Metallfesseln zerrte. Es hörte sich auf jeden Fall so an: wie Klirren von Metallketten. Ich setzte mich auf und schaute in den düsteren Raum. Dann erklang ein Surren und Licht ging an. Dazu hörte ich eine Stimme aus einem Lautsprecher.
"Guten Tag, Storm. Leider muss ich ihnen mitteilen, dass sie aus diesem Gefängnis ausbrechen müssen. Die Apokalypse hat bereits begonnen und auf ihrem Weg nach draussen werden sie auf viele Zombies treffen, jedoch kommen sie nicht ohne Gewalt an ihnen vorbei. Kämpfen sie sich diesen Raum zombierein, dann erhalten Sie draussen Waffen. Mit diesen Waffen können sie alle Mutierten in dem Gang zum Ende des Gefängnisses töten, also strengen sie sich an. Wir zählen auf sie."
Vor mir lagen wirklich Zombies an den Boden gekettet und sie zerrten an ihren Fesseln. Tja, meinem Gehör konnte ich schon immer vertrauen. Das Surren hörte auf, und augenblicklich hoben sich die leblos scheinenden Köpfe vom Boden. Ihre gelben Augen erblickten mich und sie kamen auf mich zugelaufen. Also machten die Obersten der Sekte keine Scherze damit. Wäre ja zu schön gewesen.
Ich wandte alle Kampftechniken an, die ich beherrschte, um die ungebetenen Gäste loszuwerden, und nach einiger Zeit klappte das auch. Die Tür schwang auf und dahinter sah ich Pfeil und Bogen und einen Dolch liegen. Meine beiden Lieblingswaffen. Ich war mir total sicher, dass ich die Prüfung bestehen würde, keine Frage. Doch dann kamen meine nächsten Gegner auf mich zu. Es waren - wie sollte es auch anders sein - alle Personen die ich liebte. Ich schluckte die aufkommenden Tränen runter und wunderte mich, wie wahrheitsgetreu und echt alle aussahen. Selbst bei meinem damals Geliebten stimmte jedes Detail.
Ich durfte mich davon aber nicht beirren lassen, schliesslich war es nur eine Halluzination. Das versuchte ich mir einzureden. Am Anfang wirkte es auch, aber mit der Zeit und mit jedem getöteten Freund meinerseits liess diese Wirkung nach. Und dann kamen die beiden. Taddl und Alex. Sie schauten mich kühl aus ihren schwarzen Augen an und kamen auf mich zu gestürmt. Ich lieferte mir einen spannenden Kampf mit jedem von ihnen, doch meine Gefühle übermannten mich mehrmals, sodass ich nicht ohne Verletzungen davonkam. Schliesslich lagen ihre leblosen Körper alle um mich herum auf dem Boden und ich stürmte einfach auf den Ausgang zu. Es wurde alles hell und.......×~×~×
....ich wachte in meinem Krankenzimmer auf. Um mich drumherum standen mein Arzt und zwei Schwestern. Ich sah sie verängstigt an, doch sie schauten alle erleichtert. "Wie geht es ihnen? Sie haben uns gerade einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Wir dachten, sie würden uns wieder ins Koma gleiten, aber sie hatten 'nur' einen Alptraum. Ist denn sonst alles okay? Oder sollen wir ihre nette Tante anrufen?" Ich winkte dem Chefarzt dankend ab und versuchte wieder zu schlafen. Doch es ging nicht so wie gedacht.
Mine sagte mir bei unserem letzten Treffen, dass die Alpträume wahrscheinlich erst aufhören werden, wenn ich alle Prüfungen noch einmal durchlebt hab. Das wird hart werden...aber zum Glück ist nurnoch die 5.Prüfung übrig. Die anderen hab ich schon hinter mir. Also schlief ich letztendlich doch ein.
×~×~×
Am nächsten Morgen wurde ich durch aufgezogene Gardinen und Sonnenschein geweckt. Als ich meine müden Augen aufschlug, sah ich meinen aufgeweckten Trainer vor mir. Er stand genau vor dem Fenster und ich war mega geflashed, ihn hier zu sehen. Ich meine, ich hatte ihn lang nicht mehr gesehen, weil ich zwischendurch einen Trainerwechsel hatte. Aber ich hab ihn ultra gern. Er war gutaussehend, heiss, durchtrainiert. Was wollte man mehr? Hahahah, Spass beiseite.
Auf jeden Fall stand er nun vor mir und ich konnte mein Glück nicht fassen. "Wow Stormy, du bist ja richtig erwachsen geworden." Jeremy grinste mich breit an, worauf ich merkte, dass die Ärzte die Geräte von mir abgeschnallt hatten und ich sprang auf. Ich lief so schnell es ging auf ihn zu - wobei ich ziemlich strauchelte - und drückte ihn fest an mich. Er lachte leise in mein Haar. "Ich hab dich so vermisst die letzten zwei Jahre, Honey. Wie geht's dir? Ich hab von Mine von dem letzten Zwischenfall erfahren.." Ich schaute ihn an und wir setzten uns auf mein Bett. Ich erzählte ihm von den Alpträumen und von den Herzstörungen. Dazu wollte er alles über den Uni-Alltag wissen, ob dort alle soweit okay sind oder ob er mal 'aufräumen' soll. Obwohl er doppelt so alt war wie ich, konnte ich mit ihm reden, als wäre er 25. Er war einfach so mega cool, locker drauf, aber trotzdem auf die entscheidenden Themen fokussiert. Und genau dafür bewunderte ich ihn. Er hatte seine fünf Prüfungen - ja, er hatte genau die gleichen wie ich gemacht - in drei Jahren geschafft. Das war eine der schnellsten Zeiten die es bis jetzt gab.
"Wie wärs, wollen wir ein wenig rausgehen? Mine hatte mich beauftragt, bei dir einzuziehen, damit ich auf dich aufpassen kann, falls etwas passiert. Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich dich heute Abend wieder mit heimnehmen kann, aber nach Siena fährst du nicht mit!" Er schaute mich tadelnd an und ich nickte erschlagen. Ich sagte ihm, was Alex mir berichtete und er nickte verständnisvoll. "Ja okay. Naja, wenn du hier bleibst dann ist da ja umso besser. Also machen sie Montag schon los? Wollen da du und deine Freunde noch etwas machen?" "FREUNDE?! Ja, Alex wollte morgen vorbeikommen bevor er fährt, aber die anderen beiden können mir gestohlen bleiben." Als ich das sagte, fing er an zu lachen und setzte sich auf den Stuhl. Ich blieb auf meinem Bett und nahm mein Müsli, welches die Schwester im gleichen Moment in mein Zimmer reichte. Im Endeffekt war Jeremy jede Sekunde in meiner Nähe und half mir abends beim Sachen packen.
Als wir zuhause ankamen, wurde ich von einem großen Hund angesprungen und abgeleckt. Ich wusste nur allzu gut wer das war. "Icy! Mein Baby, hallo! Du hast mir garnicht gesagt, dass du sie mitgebracht hast, Hawk!" Jeder nannte meinen Trainer nur Hawk, weil er ein ausgebildeter Bogenschütze war. Ich kuschelte mit meinem ehemaligen Husky, ich hatte sie das letzte Mal gesehen, als sie ein Welpe war. Jetzt war sie verdammt groß. Und verdammt schwer. Aber ich liebte meine Prinzessin noch genauso wie am ersten Tag.
"Damit du jemanden zum Kuscheln hast wenn du schlecht träumst." Ich dachte an seine Begründung und sein Grinsen, als ich später in meinem Bett lag und versuchte einzuschlafen. Sie lag neben mir, ich drückte mein Haustier an meinen Körper und schlief letztendlich doch beruhigt ein, jemanden in meiner Nähe zu haben falls etwas passiert.
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[ABGESCHLOSSEN] Fight, Love, Apocalypse. ~Taddl FF~
FanfictionDie Kampfelite der Übernatürlichen. Sie war dafür da, um die Menschen zu beschützen. Egal, vor was. Und jedes Jahrzehnt werden neue Auszubildende rausgesucht. Er ist unter ihnen. Taddl. Er fährt mit ins Trainingslager. Und dann, dann sieht er sie...