Kapitel 5 - Neuer Alltag

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Ein lauter nerviger Wecker reißt mich aus meinem Tiefschlaf. Irgendjemand schaltet den Wecker aus und ich frage mich, wer ihn ausschaltet. Wo bin ich überhaupt? Eine kleine Nachttischlampe geht an.

„Guten Morgen, Prinzessin! Hast du gut geschlafen?" Constantin lächelt mir müde entgegen.

Scheiße! Jetzt weiß ich wieder, wo oder besser gesagt bei wem ich bin. Ich habe gehofft, dass alles ein böser Albtraum war und ich jetzt wieder zuhause in meinem Zimmer erwache und wieder ein Gefühl in meinen Beinen habe aber dem ist leider nicht so.

Sauer drehe ich mich weg und ziehe mir die Bettdecke über den Kopf.

Ich höre, wie leise die Tür aufgeht und kurz darauf höre ich, wie er anscheinend überall in der Wohnung das Licht anmacht. Es rappelt hier und da, bis es schließlich ruhig wird. Offenbar ist er gerade im Badezimmer.

Aus der Küche höre ich eine Kaffeemaschine und ein leises Gedudel, das vermutlich aus einem Radio stammt.

Kurze Zeit später geht erst die Badezimmertür, dann die Schlafzimmertür auf.

Constantin setzt sich vor mir auf die Bettkante und zieht mir die Decke weg.

„Kleine, du musst langsam aufstehen. In etwa einer halben Stunde müssen wir los!"

Verwirrt schaue ich ihn an. Wir müssen los? Wohin müssen wir denn so früh am Morgen? Ich schiele auf den Wecker, der auf dem Nachttisch steht. Es ist 5:30 Uhr am Morgen. Müde und genervt drehe ich mich weg.

Er legt beide Hände um meine Hüfte und dreht mich wieder zu sich.

„Wie soll ich meinem Chef erklären, dass ich nicht kommen kann, weil du nicht aufstehen willst, hm?" Er fängt an zu lachen.

Mit beiden Armen hebt er mich hoch und trägt mich in das Badezimmer. Die grellen Lampen am großen Spiegel sind, wie Gift für meine Augen. Ich muss blinzeln, damit es nur noch halb so stark in meinen Augen schmerzt.

Er setzt mich auf der Waschmaschine ab und bringt mir meinen Kulturbeutel, sowie neue Kleidung aus meiner Reisetasche.

Ich fange an mir die Zähne zu putzen, währenddessen holt er meinen Rollstuhl. Er setzt mich in den Rollstuhl und schiebt mich an das Waschbecken heran. Ich mache alles allein und er geht in die Küche.

Ich bin fast fertig mit allem und muss mich nur noch umziehen, da kommt Constantin aus der Küche geschossen.

„Warte! Ich helfe dir."

Eigentlich möchte ich gar nicht, dass er mir hilft. Ihm scheint es aufzufallen aber es interessiert ihn nicht weiter.

Er hilft mir erst beim Ausziehen, wobei er mir wieder nur in die Augen schaut. Ich nehme mir meine Unterwäsche und ziehe sie schnell an, wobei ich ihn nicht aus den Augen lasse, dann reicht er mir ein Kleidungsstück, was er herausgesucht hat. Es ist ein buntes Kleid und nicht gerade für den Herbst geeignet. Ich ziehe es über und er hält mich kurz hoch, damit das Kleid bis nach unten hin fällt. Zu guter Letzt zieht er mir eine warme schwarze Thermostrumpfhose an und gibt mir meine weiche Sweatshirtjacke.

Pünktlich um 6 Uhr verlassen wir das Haus, nachdem Constantin seinen Kaffee ausgetrunken und alles Wichtige eingepackt hat.

Draußen ist es noch dunkel. Die Straße wird nur durch ein paar spärliche Laternen beleuchtet.

Es dauert eine Weile bis wir an einer Hauptstraße sind und schließlich an einer Haltestelle ankommen.

Nach ein paar Minuten kommt der Bus. Der Busfahrer kommt zu der ersten Tür gelaufen um die Rampe für Rollstühle auszuklappen. Ich fahre rein und Constantin bedankt sich bei ihm.

Mein neues Leben mit einem fremden Mann - #Wattbooks2017 #WPOlymphicsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt