HAPPINESS MIXED WITH PAIN

495 15 2
                                    


Nie hätte Cameron gedacht, eines Tages in den Armen eines fremden Kerls zu erwachen und sich wie eine Art innerlich total aufgewühltes Schneewittchen zu fühlen, das nicht vom bezaubernden Prinzen gehalten wird, sondern von einem düster drein blickenden Psychopathen. „Woah Kumpel, du hast mich nicht mal zum Essen ausgeführt, also pack deine Griffel von meinem Körper", mault der Schwarzhaarige verstört. Und kaum leistet Eric der freundlichen Bitte Folge, packt es, den von der Simulation geschwächten, Cameron mit einem dumpfen Laut auf den Boden. 



„Jeanie, du hinterhältiges Biest", beschwert sich der junge Mann darauf knurrend, da die blonde Ken ihn mal wieder mit ihren mental vergewaltigenden Simulationen ausgelaugt hat. Dieses Mal hat die Schlange ihn in 4D deine -selbstverständlich simulierte- Exekution miterleben lassen. Schnaufend rollt Cameron sich auf den Rücken und blickt darauf in das grelle Licht der Deckenlampe, das im nächsten Augenblick jedoch von einem Schatten verdeckt wird. „[Name]..." Irritiert blinzelnd streckt der Fraktionslose seine Hand nach dir aus, um dich zu berühren und sich zu versichern, dass es wahrhaftig du bist, die da über ihm kniet.


„Ich wusste, du würdest mich nicht im Stich lassen." Camerons Lächeln ist schwach und seine honigfarbenen Augen wirken matt vor Erschöpfung, doch in beidem liegt ein solches Vertrauen in eure Freundschaft, dass du dich davon, mehr als von einer Jacke, gewärmt fühlst. „Wir werden die Stadt jetzt verlassen, Cam, und nie wieder zurückkehren, okay?" Der Einundzwanzigjährige bringt lediglich ein müdes Nicken zustande, ehe er dann die Augen verdreht und in die Bewusstlosigkeit driftet. Und du sollst nie erfahren, was ihm da in der Simulation wiederfahren ist, das ihm die Tränen in die Augenwinkel getrieben hat.


Als Eric Jeanine dann, mittels eines stählernen Arguments an ihrer Schläfe, davon überzeugt, euch einen kleinen Gefallen zu tun, organisiert die Frau, unter der Bedingung, dass ihr sie am Leben lasst, ein Fahrzeug, das euch bis außerhalb des Zauns bringt. Und obwohl sie verspricht, euch die Flucht ohne weitere Konsequenzen zu gewähren, wenn ihr nie wieder nach Chicago zurückkehrt, erschießt Eric sie, gleich nachdem sie ihren Nutzen erfüllt hat.


Zehn Stunden nach Jeanines Tod und eurem Verschwinden aus der Stadt, werdet ihr vom Amt aufgegabelt. Als ihr dort dann erfahrt, dass man euch schon euer ganzes Leben lang durch lauter Monitore stalkt, rastet Eric erstmal dezent aus. Was danach geschieht, daran wird Cameron ihn noch wochenlang mit einem spöttischen Grinsen erinnern, denn die Schweine vom Amt spritzen dem Gepiercten so etwas Ähnliches wie ein Friedensserum, worauf er plötzlich ganz ruhig wird und wenige Minuten später darauf besteht, mit dir zum nächsten Laden zu fahren und dir die versprochenen BHs zu kaufen.







Drei Wochen später...


Während Eric auf seinem Bett liegt und liest, lümmelt Cameron, die langen Beine über die Lehne baumeln lassend, in einem Sessel und langeweilt sich. Derweil machst du dich fertig für die Abreise, denn das Amt hat euch nur so lange erlaubt, zu bleiben, bis deine Verletzungen zu einem akzeptablem Grad verheilt sind. Auch wenn diese Leute euch gastfreundschaftlich empfangen und euch eine temporäre Unterkunft geboten haben, so seid ihr -zumindest was dich und Eric anbelangt- nicht willkommen.


Heute ist der Tag, an dem man Eric und dich in eine Stadt mit einem funktionierenden Fraktionssystem schicken wird. Dort wollt ihr beiden dann euer gemeinsames Leben aufbauen, doch davor müssen die vom Amt euch mithilfe des Vergessens-Serums alle Erinnerungen an euer altes Leben in Chicago nehmen. Lediglich Cameron hat man eine Wohnung und einen Job angeboten. Zwar wollte er keinesfalls wieder von dir getrennt werden, doch du hast so lange auf ihn eingeredet, bis er dir schließlich -wenn auch nur widerwillig- versprochen hat, zu bleiben. Und obwohl dir der erneute Abschied von ihm verdammt schwer fällt, weißt du, dass es so richtig ist, denn nur im Amt ist sein Leben als Divergent sicher.


„Ach verdammt, ich gebe es auf", nörgelt der Einundzwanzigjährige, sich die Haare raufend, weil er sich bestimmt schon zum fünfmillionsten Mal verzählt hat. „Wie viele von den Dingern hast du, bitte?!" Düster blickt Eric von seiner Lektüre auf, nachdem er sich bereits seit über einer halben Stunde beste Mühe gibt, Cameron dabei zu ignorieren, wie dieser fraktionslose Freak immer wieder bei dem Versuch, all die Piercings des ehemaligen Anführers der Ferox zu zählen, scheitert. „Viele", knurrt Eric, genervt die Augen verdrehend, „ich lasse mir nämlich für jedes Mal, wenn ich an [Name] denke, eins stechen." Camerons honigfarbene Augen weiten sich vor Erstaunen. „Oh, du holst dir ja ziemlich oft einen runter." Der darauf von Eric geschmetterte Wälzer verfehlt Camerons Visage nur um Sackhaaresbreite, da der Schwarzhaarige sich gerade noch rechtzeitig aus dem Sessel schwingt.






„Und nun?"
„Keine Ahnung?"



Du grinst über die vier Worte, die euer Schicksal besser beschreiben, als alles andere auf der Welt. Wehmütig blickst du auf das Leben, das ihr beiden in Chicago hattet zurück. Zwischen dir und dem Mistkerl ist so viel vorgefallen und es schmerzt auch ein wenig, zu wissen, dass euch all diese Erinnerungen gleich genommen werden. Andererseits ist es besser so.


„Eric, werden wir uns wieder kennenlernen und unsere Hassliebe fortführen?" – „Natürlich", verspricht er und schlingt dabei beide Arme um deine Taille, als dir etwas einfällt. Im nächsten Moment nestelst du an dem Kettchen mit den zwei ineinander verschlungenen Ringen um dein Handgelenk und drückst es dann deinem Freund in die Hand. Auf seinen verwunderten Gesichtsausdruck hin, erwiderst du, dass er dir den Schmuck wieder zurückgeben soll, sobald ihr wieder zusammen seid. Nun grinst er. Fragend siehst du ihn an. „Was?"



„Sobald du anfängst zu langeweilen, suche ich mir eine Neue."



Deine Kinnlade klappt vor Entsetzten über diese erbarmungslosen Worte auf, woraufhin du ihm hart gegen den Oberarm boxt. „Verdammter Mistkerl!" Und obwohl du ganz genau weißt, dass er Spaß macht, verlangst du nun frech, dein Armband zurück. Doch er lacht nur, schüttelt den Kopf und steckt es in seine Hosentasche. Und bevor man euch dann das Serum injiziert, küsst der Mistkerl dich, sein Miststück, ein letztes Mal in diesem Leben.









ENDE – JETZT ERNSTHAFT! xD






AUTHOR'S NOTE: Ja, ich weiß, ich bin menschlicher Abschaum xDD Aber sagt mir, wie könnte ich es nur wagen, eine Miststück-Story zu schreiben, ohne selbst ein totales Miststück zu sein, mh? *Trollface*



ANKÜNDIGUNG: Wir lesen uns hundertpro nicht zum letzte Mal! *breit grinst*
Ich habe eine neue Story in Planung und ich fühle mich verdammt geehrt, dass sich einige von euch bereits einen Platz auf der noch nicht vorhanden Leserliste reserviert haben ^^
Der Titel der neuen Story lautet: Բ ૯ ℛ ℴ〤? – Ꮍou ጦeᏌn ૯ric Ꮜnd իiގ ദiᎢcիeގ?

 http://www.fanfiktion.de/s/580293790005b9c8316f180e/1/Բ-૯-ℛ-ℴ-ou-e-n-૯ric-nd-իi-i-cիe-


ZUM SCHLUSS: Bleibt „miststückig" ^^  

мιѕтѕтücĸ х мιѕтĸerlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt