Unsere fünf Tage in Belfast, gingen nun dem Ende zu. Fünf Tage, geprägt von Distanz, was Jess und mich betraf, abgesehen davon, dass sie mir jeden Tag mehrmals die Haare machte. Natürlich hatten wir uns oft unterhalten und waren nach der Show, zwei Mal mit den anderen auf die Aftershowparty gegangen, jedoch herrschte zwischen uns eine eigenartige Stimmung.
Es schien mir, als finge wieder alles von vorne an. Ich hatte geglaubt, sie hätte, mir gegenüber, ihre undurchlässige Schale, ein für alle Mal abgelegt, doch offensichtlich, hatte ich mich getäuscht.
Hatte sie unser Kuss, wirklich so irritiert? Oder wollte sie mir, mit ihrem Verhalten zeigen, sie empfinde nichts für mich? Ich kam ihren Gedanken, einfach nicht auf die Schliche und bezweifelte, es jemals zu schaffen. Vielleicht war es gerade das, was sie so interessant auf mich wirken ließ.
Keine Ahnung, dachte ich zum hundertsten Mal und kippte noch schnell meinen Cocktail runter, dass ich wieder auf die Tanzfläche gehen konnte.
Auf einmal, kam ein dunkelhaariges Mädchen auf mich zu, das genau meinem Geschmack entsprach. "Moment Mal, das ist doch Jess!" murmelte ich vor mich hin, als sie vor mir stand, ich aber, in meinem Zustand, ihr Gesicht nicht genau erkennen konnte.
"Was hast du gesagt?" fragte sie mit einer ungewöhnlich hohen Stimme. Wahrscheinlich, weil sie schon, wie ich, ein bisschen zu viel getrunken hatte.
"Ach nichts, willst du tanzen?", ohne ihre Antwort abzuwarten, nahm ich ihre Hand und zog sie etwas von der Masse weg, wo wir dann zu tanzen anfingen. Irgendwann drehte sie sich um tanzte, eng an mich gedrückt weiter.
Machte sie gerade einen auf Sex?! Was soll des das jetzt bitte? Und wieso fühlte es sich, so eigenartig an? Ich verdrängte die ganzen Fragen und legte meine Hände an ihre Hüfte. "Du bist so heiß." hauchte ich in ihr Ohr und zog sie noch enger an mich. Dann fing ich an ihren Hals zu küssen.
Ruckartig drehte sie sich um und küsste mich. Doch diesmal, gab es keine Explosion, kein Feuerwerk in mir. Ob es an der Atmosphäre lag? Oder daran, dass diesmal keine Spur von Zärtlichkeit im Spiel war? 'Scheissegal' dachte ich mir, als sie mir ihre Zunge in den Hals steckte und mich an meinem T-Shirt von der Tanzfläche, richtung Toiletten zog.
Wahnsinn, wie ein bisschen Alkohol einen Menschen, komplett verändern konnte.
Ohne die Augen zu öffnen, drückte ich sie gegen die nächste Wand und sofort, schlang sie ihre Beine um meine Hüfte. Unser Kuss entwickelte sich zu einer wilden Knutscherei und immer wieder, versuchte sie mir, mein Shirt auszuziehen.
Doch mit einem Mädchen, das ich so sehr liebte, für das ich so viel empfand, betrunken, ungeschützten Sex auf dem Diskoklo zu haben, fand ich sogar in diesem Zustand, billig. Vor allem von Jess. Aber gegen ein bisschen heißes Knutschen, hatte ich wirklich nichts.
Plötzlich hörte ich eine bekannte Stimme, meinen Namen schreien. Ich setzte Jess auf den Boden ab, um zu sehen wer nach mir gerufen hatte. Neben den Waschbecken, zwei Meter vor uns, stand jemand. 'Eine zweite Jess?! Bin ich jetzt komplett verrückt?!' dachte ich. Obwohl, die, die mich gerufen hatte, sah der echten schon viel ähnlicher, als die, mit der ich bis vor ein paar Sekunden, rumgemacht hatte.
"Jess?" sagte ich zu der, bei den Waschbecken. "Jess?!" wandte ich mich nun, an die neben mir. Ich hatte so ein komisches Gefühl, als hätte ich gerade, ziemlichen Mist gebaut.
"Du bist doch komplett betrunken!", die Jess vom Waschbecken packte mich wütend am Kragen und zog mich in eine Kabine, wo sie meinen Kopf in die Klomuschel drückte und die Spülung betätigte, sodass mich ein eiskalter, starker Wasserstrahl traf. Glücklicherweise, war ich wirklich sehr betrunken und machte mir nicht weiter Gedanken darüber, was sie gerade gemacht hatte und wie ekelhaft das sei, denn was mir jetzt klar wurde, würde Ärger bedeuten.
Die Spülung hatte mir gut getan, jetzt erkannte ich alles gleich viel besser. Schräg vor mir, stand Jess, bereit mich zur Rede zu stellen und auf der anderen Seite ein, mir unbekanntes, ebenfalls total betrunkenes, dunkelhaariges Mädchen, das ich offenbar für Jess gehalten hatte.
"Bist du jetzt wieder nüchtern?!" fauchte mich Jess böse an.
Ich nickte geschockt und sah noch immer zwischen ihnen hin und her.
"Gut dann können wir jetzt gehen, die anderen warten." sagte sie eiskalt, doch bevor sie mich am Handgelenk packte, um mich mit sich zu ziehen, trafen sich unsere Blicke. Ihre Augen in denen ich immer wieder versinken könnte... Hatten sich da etwa Tränen gesammelt? Bestimmt täuschte ich mich und der Alkohol, hatte seine Wirkung noch nicht ganz verloren. Oder?
Wie ich ins Auto gekommen bin, weiß ich nicht mehr so ganz genau, auf jeden Fall hatte mich Jess hingebracht und auf der Rückfahrt ins Hotel, bin ich an Zayn angelehnt eingeschlafen. Der hat mich, im Hotel angekommen, in mein Zimmer gebracht.
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Keep calm and do hair (1D/Harry Styles FF)
FanfictionJesminda Young (Jess) wird, nachdem sie das dritte Mal beim Rauchen auf dem Schulgelände ihres Internats, Colver Creek, erwischt worden ist, von der Schule geschmissen. Ohne Schulplatz und ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, entschließt sich...