Die nächste Woche sollte ich mich noch schonen und lag deswegen den ganzen Tag im Bett, aber so schlimm war es nicht, weil Layne so gut wie immer bei mir war. Und da ich nicht so viel laufen sollte, musste er mich bedienen und mit mir im Bett kuscheln. Mein Bauch war auch in der letzten Zeit ziemlich gewachsen und wirkte zu meiner eigentlichen Figur schon zu groß, obwohl er nur minimal gewachsen war. Layne entschied sich jetzt ganz wieder zu uns zu kommen und seine restlichen Sachen aus seiner alten WG zu holen. Ich war wirklich glücklich in der letzten Woche, außer die Kopfverletzung schien alles ziemlich perfekt.
Nun war der Tag gekommen, an dem Layne seine restlichen Sachen aus seiner alten WG holen wollte und ich fuhr mit, weil ich nicht so lange von ihm getrennt sein wollte. Als wir an einer Ampel stehen blieben fing Layne an mich vom Handgelenk bis zum Hals zu küssen.
„Du sollst Autofahren!“, sagte ich energisch, als die Ampel wieder grünes Licht zeigte. „Vielleicht hätte ich doch nicht mitkommen sollen. Ich lenke dich einfach zu sehr ab.“
„Nein, tust du gar nicht.“, widersprach er mir und fuhr los.
„Das sieht man ja.“
„Wann bist du denn so zickig geworden?“, fragte er mich.
„Ich bin nicht zickig! Ich liebe es, wenn du mich küsst, aber bitte nicht beim Autofahren!“
„Na gut!“ Nach fünf Stunden Autofahrt kamen wir endlich an. Es war ein gelbes Hochhaus vor dem wir hielten. Layne stieg aus, öffnete die Autotür und griff nach meiner Hand. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock. Bevor sich die Tür öffnete, griff er um meinen Rücken und meine Beine, hob mich hoch und ging mit mir auf dem Arm in den Flur. Ich kreischte bis ich eine Stimme hörte und Layne mich schnell wieder absetzte. Als ich wieder auf meinen eigenen Beinen stand, sah ich einen blonden Jungen vor mir.
„Hey!“, sagte er und begrüßte Layne mit einem Händeschlag. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Begegnungen mit Layne’s Freunden nichts für mich waren und von mal zu mal immer peinlicher wurden.
„Julie, das ist Finn. Er wohnt mit mir zusammen in der WG.“
„Hi.“ Finn streckte mir die Hand entgegen. Kurz darauf befanden wir uns an dem Küchentisch in der WG.
„Was machst du hier?“
„Ich wollte meine restlichen Sachen holen. Ich ziehe wieder zu Julie.“
„Ich dachte du hast keine Freundin?!“ Hatte Layne nichts von mir erzählt, hat er nicht mal ein Wort über mich verloren? War ich in dieser ganzen Zeit so unwichtig für ihn geworden? Er muss mich doch mindestens ein Mal erwähnt haben. Vielleicht hat er so versucht über mich hinweg zu kommen. Na ja, jetzt ist wieder alles gut und ich habe ihn ja wieder.
„Ja, also zu der Zeit hatten wir uns getrennt, aber jetzt sind wir wieder zusammen. Wie man hoffentlich auch sieht.“ Er hob unsere ineinander verschränkten Finger hoch.
„Ja, sehen tut man das. Es scheint ja auch einen triftigen Grund dafür zu geben, oder? Man sieht es vor allem an Julie!“ Ich sah an mir runter und konnte nichts entdecken, was an mir anders aussah, dass ich es hätte wahrnehmen müssen. Was meinte er bloß damit? Layne lächelte in meine Richtung und schüttelte den Kopf. Hä? Was meinen die denn? Fragend schaute ich in die Richtung von Layne und wartete auf seine Antwort.
„Ja, ich weiß Finn, das alles ist jetzt irritierend. Das Kind war nicht geplant, aber es ist nun mal passiert. Als wir in unserer ersten Beziehung waren, wusste ich das noch nicht und hab sie verlassen. Per Zufall als ich meine Eltern besucht habe, habe ich sie gesehen. Und dann habe ich erfahren, dass sie schwanger ist. Na ja und jetzt in den letzten zwei Wochen sind wir uns wieder näher gekommen. Da das Kind von mir ist, ist es glaub ich wieder ganz gut, dass wir wieder zusammen sind.“ Er meinte also meinen Bauch. Mir fällt er schon gar nicht mehr auf, weil er einfach zu mir gehört und ich mich an ihn gewöhnt habe.
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Verändert auf einen Schlag
RomanceJulie war seit Jahren nicht mehr draußen. Sie war eingesperrt in ihr Zuhause und durfte niemanden mehr treffen, bis er auftaucht, der ihr das wirkliche Leben zeigt. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, wodurch sie viele Erfahrungen macht, aber auch...