Es ist mein erster Schultag auf einer neuen Schule, das neue Schuljahr hat gerade angefangen. Meine Eltern, meine Schwester und ich, wir sind ungefähr vor einem Monat von Sachsen hier nach Hessen gezogen, es war eine unglaubliche Chance wieder in meine alte Heimat zu ziehen, in einen Ort, weg von meinen ganzen Freunden und von meinem anderen Leben. Meine Schwester hat uns vor einem viertel Jahr verlassen, sie ist auf einem Austauschjahr in den USA und mein Vater ist auf irgendeinem Einsatz von seine Job aus, den werde ich also auch eine Weile nicht sehen. Ab heute besuche ich eine neue Schule. Es wird mit sehr schwer fallen neue Freunde zu finden. Ich bin ein Gewohnheitsmensch und kann Veränderungen eigentlich gar nicht leiden. Vor allem besteht die Angst darin, dass sie mich nicht akzeptieren werden oder mich gar erkennen, aber meine Mutter sagt die ganze Zeit, dass das total unwahrscheinlich ist, da man sich hier in Deutschland niemals für das interessieren würde, was ich mache. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil ich mir so viele Gedanken gemacht habe, über das was sein könnte. Um halb 5 warf ich das letzte mal einen Blick auf meine Uhr, danach bin ich bestimmt eingeschlafen. Aber mein 1 1\2 stündiger Schlaf wird nun von meiner Mutter unterbrochen. "Guten Morgen mein Schatz, es wird Zeit aufzustehen. Du willst doch nicht deinen ersten Schultag in der neuen Schule verschlafen" flötet sie fröhlich. "Und ob ich das will" brumme ich. "Komm mein Schatz, es wird schon nicht so schlimm werden." ,versucht sie mir einzureden, "außerdem hat mir die Klassenlehrerin versichert, dass die Klasse sehr nett ist und mit neuen umgeht, wie mit allen anderen." Fügt sie strahlend hinzu. Die kann viel sagen... Denke ich nicke meiner Mutter aber zustimmend zu. "Also los geht's raus aus den Federn." sagt sie und zieht mir die Decke weg. Dafür könnte ich sie jedes Mal umbringen.. Ich verdrehe die Augen. Ein Bein nach dem anderen schwinge ich aus dem Bett. "Motivation wo bist du?" brumme ich und schaue überall nach, wo sie stecken könnte. Nachdem ich sie nach 10 Minuten suche, immer noch nicht gefunden habe, suche ich lieber nach meinen Handy. "Nichts neues, wie immer" Sage ich als ich es endlich gefunden habe. Wie immer checke ich erstmal alle Social Media Netzwerke und stelle wie immer fest, dass es nichts neues gibt. Skandale hier, Tier Babys da und "Heeey, was ist das? Schon wieder ein Anschlag? Was ist nur mit dieser Welt los?" stelle ich erschrocken fest. Wir sind im Jahr 2036 und es kommen immer noch solche Sachen vor, als ob sie selbstverständlich sind. Denke ich. "Franzi, los jetzt, wir müssen gleich los!" ruft meine Mutter von unten. "Verdammt, noch nicht mal angezogen, das gibt ärger" rufe ich erschrocken. "Jetzt aber schnell" sage ich weiter. Ich werfe irgendwas aus meinem Schrank, ziehe alles über. Ich renne aufgeweckt durch das komplette Obergeschoss unseres Hauses. Von meinem Zimmer ins Bad, wo ich meine langen, dunkelblonden Haare durchkämme und meine Haare zu einem Zopf flechte und mir meine Kontaktlinsen in meine blauen Augen einfüge. In solchen Momenten, bin ich froh, dass ich mich nicht schminke und mir nur ein wenig Abdeckstift ins Gesicht schmiere oder Nivea Creme. Andere Mädchen stehen Stunden vor dem Spiegel, während ich gerade einmal 1 Minute brauche. Dann renne ich wieder in mein Zimmer, schnappe meinen Rucksack, werfe ihn über die Schulter und falle die Treppen nach unten. Es poltert und meine Mutter rennt vor das Ende der Treppe. "Alles in Ordnung?" Fragt meine Mutter, als ich unten aufgeschlagen bin. Ich richte mich wieder auf klopfe mir den Schmutz von der Kleidung, grinse sie nur mit meinem falschen lächeln an und nehme meine Brotdose vom Tisch. "Bin nur die Treppe runtergefallen, mir geht es gut." Sage ich ironisch. "Also los, ab ins Auto, ich fahre dich." Sagt meine Mutter und nimmt ihre Autoschlüssel. Sie erkennt meine Ironie nie, also wundert mich es nicht, dass sie nicht schaut, ob ich mich verletzt habe. Ich mache mir auf der kompletten hinfahrt so viele Gedanken, mit denen ich mich heute Nacht noch nicht beschäftigt habe. Was ist wenn sie, wenn sie mich erkennen, wenn sie mich irgendwoher kennen? Ich schüttele den Kopf und schlage mir diesen Gedanken aus dem Kopf. "Mama, was ist wenn mich jemand erkennt?" Frage ich schließlich zum millionsten Mal. "Mach dir keine Sorgen mein Schatz. Wir sind aus einem anderen Bundesland extra hierher gezogen, dass du endlich normal zur Schule gehen kannst. Es ist nicht üblich, dass sich jemand für das interessiert, was du machst. Schon gar nicht hier." Zwinkert sie mir zu. Aber ich habe ein schlechtes Gefühl. Man hat mich auch in meinem alten Wohnort erkannt, wieso also, sollte mich hier niemand erkennen? "Wir sind da!" Ruft meine Mutter. Hoffen und beten. denke ich und halte meine Kette, während ich aus dem Auto steige. Die Kette habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen und halte sie jedes Mal, wenn ich Angst habe oder eine schwere Entscheidung treffen muss, in der Hand. Es ist ein schlichtes Kreuz, aber es erinnert mich sehr an sie und gibt mir mehr Kraft für alles was ich tue. "Du schaffst das schon mein Schatz." Muntert sie mich auf, zieht mich noch mal zurück ins Auto und drückt mir einen Kuss auf die Stirn. Ich nicke und steige ein weiteres Mal aus dem Auto. Ich hole ein weiteres Mal tief Luft, drehe mich zu meiner Mutter um, die schon dabei ist wegzufahren und betrete dann die erste Treppenstufe. "Dann mal los." Atme ich tief aus und laufe dann die Treppen nach oben. Ich schlage ich mir gegen den Kopf. "Ich bin so dämlich. Ich hab vergessen zu fragen, wo ich Unterricht habe." Flüstere ich. "Entschuldigung?" Eine Hand packt mich an meiner Schulter. Oh nein! Denke ich und schließe meine Augen, während ich mich umdrehe. "Kann ich dir helfen? Du bist neu oder?" Fragt eine weibliche Stimme. Ich öffne die Augen. Vor mir steht ein schlankes, blondes Mädchen. Ihre Augen sind hellblau. Sie ist sehr hübsch, ihre langen blonden Haare trägt sie zu einem Zopf gebunden. Sie trägt eine dunkelblaue Jeans sowie ein weißes Top und ein rotes Sweatshirt. "Ja, sieht man das so? Aber ich glaube nicht, dass du mir helfen kannst, es sei denn du kennst die Klasse..." ,ich überlege einen Moment, in welcher Klasse bin ich noch mal? "Klasse 10a.." "Ja, fällt schon etwas auf. Bist etwas orientierungslos, außerdem, habe ich dich noch nie auf dem Schulhof gesehen, klar der Hof und die Schule sind groß, aber in der Regel kennt man die meisten Gesichter." Sagt sie lächelnd. "Aber du hast Glück. Ich bin Luna, deine neue Klassenkameradin." Fügt sie strahlend hinzu. "Wow, was ein Zufall. Vielen Dank. Mein Name ist Franziska" Sage ich fröhlich und strecke ihr die Hand hin. "Weißt du zufällig deine Kurse. Wir haben jetzt Deutsch. Und da sind wir in Kursen eingeteilt." Fragt das Mädchen, dass sich gerade als Luna vorgestellt hat. Ich schüttele den Kopf. "Hmm" Brummt sie und läuft weiter. Ich bleibe einfach stehen. Plötzlich bleibt das Mädchen stehen und dreht sich verwirrt um "Kommst du oder willst du da stehen bleiben?" Fragt sie lachend. Ich fange auch an zu lachen, kratze mich verlegen am Kopf und sage: "Ups, ja natürlich. Wo gehen wir hin?" "Wir gehen uns nach deinen Kursen erkundigen. Du musst ja in irgendeinen Unterricht." Sagt sie lächelnd. Sie ist immer am lächeln, das finde ich toll. Und sie hat mich nicht erkannt. Toll, vielleicht finde ich die neue Schule ja doch gar nicht so schlecht. Lächele ich.
"Hallo Frau Bauer. Ich habe eine neue Schülerin aufgegabelt, leider weiß sie nicht in welche Kurse sie muss. Könnten Sie mal eben schnell nachsehen?" Fragt Luna die Frau hinter dem Schreibtisch. "Natürlich." Sagt sie fröhlich. "Ich brauche nur deinen Namen." Sagt sie. "Franziska Behrens." Antworte ich schüchtern. Die Frau nickt und haut auf den Tasten ihres Computers rum. Einige Minuten später sagt sie: "Ah ja, da haben wir dich ja. Du bist in der Klasse 10a und deine Kurse sind: Englisch, Deutsch, Französisch, Biologie, Physik A Kurs und Mathe und Chemie B Kurs." "Das ist genau die selbe Einteilung wie bei mir." Ruft Luna mir zu. Ich lächle sie an. Mir fällt es sehr schwer Kontakte zu knüpfen, deshalb bin ich sehr froh jemanden bei mir zu haben, mit dem ich mich unterhalten kann und der mich herumführt oder unterstützt. Ich kenne sie zwar noch nichtig, aber sie scheint sehr nett zu sein. "Dann haben wir jetzt Deutsch zusammen. Unser Lehrer heißt Herr Heinrichs. Er ist sehr speziell wundere dich bitte nicht über ihn." Sagt sie und fängt wieder an zu lachen. Ich lächle auch, weiß aber nicht wie lange noch.
Die Schule ist sehr klein im Vergleich zu meiner Alten und sie sieht sehr veraltet aus. Es gibt 1 Haupttür und 2 Treppenaufgänge. Die Wände sind sehr dunkel und alles ist mit Edding vollgeschmiert, die Mauern sind spröde und halb zerfallen. So sollte keine Schule aussehen, man fühlt sich hier eher wie im Gefängnis, wie in der Schule. Wir müssen die erste Treppe nach oben. Gleich die erste Tür auf der rechten Seite ist mein Deutschraum. Vor der Tür stehen viele weitere Menschen. Luna zieht mich zu einer Gruppe von Mädchen. "Leute" ,sagt sie, "Das ist Franzi, sie ist neu hier." Die Mädchen lächeln mir zu. "Franzi, das sind Valentina, wir nennen sie alle Valu, Anna, Carolina, alias Caro und Emma. "Sie ist jetzt bei uns in der Klasse" Erklärt Luna. "alles klar; Herzlich Willkommen, du wirst unsere Klasse lieben. Wir sind zwar sehr durchgeknallt, aber wir haben uns alle total gern." Versichert mir eines der Mädchen. Wer, wer ist, weiß ich leider noch nicht ganz. "Okay, also dann Mädels, wir sehen uns dann" Verabschiedet Luna sich und zieht mich hinter sich her. "Das sind Saskia, Maria, Sophie, Nick Jan und Lara. Sie sind auch bei uns in der Klasse. Sophie und Maria sind die besten Freunde. Und der große Typ da, Nick, er ist der Frauenschwarm bei uns in der Klasse. Er könnte jede haben, aber er wartet auf "die Richtige" so wie er das immer so schön sagt." Erklärt Luna und stellt sich zu Saskia und Lara. Ich stelle mich zu Luna und höre ihnen beim reden zu. "Luna? Wer ist das?" Fragt eine der beiden und setzt ihr wohl breitestes lächeln auf. "Mein Name ist Franziska, aber nennt mich Franzi. Ich bin neu auf der Schule." Sage ich und lächle dem braunhaarigen Mädchen zu. Beide nicken mir zu und unterhalten sich weiter mit einander. Da ich keine Ahnung von dem habe, über was die 3 reden, schau ich mich noch ein bisschen um. Plötzlich erblicke ich die beiden Jungen, die mich gefasst anstarren und über irgendwas reden. Bitte redet über alles, aber nicht über mich. Bitte. BITTE. Denke ich aufgeregt. Schnell drehe ich mich wieder zu den anderen um. "Da kommt unser Lehrer." Informiert mich das braunhaarige Mädchen. Ich schaue mich um und erblicke einen Mann. Er hat graue Haare und sieht schon etwas älter aus. Kann lustig werden. Denke ich und gehe in den Raum. "Du kannst dich neben mich setzen, wenn du magst, der Platz neben mir ist noch frei." sagt Luna und setzt setzt sich auf einen Stuhl in der letzten Reihe. "Gern. Danke" Sage ich und setze mich neben sie. "Er wird dich vermutlich nicht sofort bemerken. Ist immer so." Flüstert Luna und widmet sich dem Unterricht. Ich schaue mich in dem Klassenzimmer, auch das ist nicht mehr ganz so modern. Die Wände haben risse und es kann nichts daran gehängt werden. Die Tafel ist extrem abgenutzt, die Tische sind beschmiert und die Stühle zum größten Teil schon kaputt. Auch auf dem Boden sind sämtliche Schmierereien. Von kindlichen, bis zu Kunstwerken ist alles dabei. "Aufschreiben." Durchdringt es plötzlich meine Gedanken. Seine dunkle, tiefe Stimme durchbohrt meine Gedanken quasi, wie ein Bohrer die Wand. Ich greife zu meinem Mäppchen, öffne es und nehme einen Stift heraus. Ich warte bis der Lehrer anfängt zu diktieren. "Start up!" Sagt er und wartet, bis wir alle fertig sind mit aufschreiben. Dieses Start Up ist total cool. Wir gehen die ganzen Rechtschreibregeln noch einmal durch, sowie die Komma Regeln. Das dauert zwar eine Weile, aber immerhin machen wir das.
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Double Life (Wird überarbeitet)
Teen FictionFranziska und ihre Eltern sind gerade von einer Großstadt in ein Dorf umgezogen. Für ihre neuen Mitschüler ist sie ein ganz normales Mädchen, aber sie verbirgt ein Geheimnis, wegen dem sie aus ihrem alten Wohnort wegziehen musste. Sie versucht alles...