37 | hiding

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>> R E W I <<

Tage waren nun vergangen seit unserem Gespräch und es war jetzt offiziell. Wir waren kein Paar mehr und würden es auch nicht mehr werden. "Ich meine, die Idee war sowieso absurd", sagte ich. Wir saßen gerade in der Cafeteria und izzi, Dner, Simon und ich unterhielten uns gerade darüber. "Wie meinst du?", fragte Dner. "Ich stand noch nie davor auf ein anderen Jungen. Ich glaube nicht, dass ich wirklich in ihn verliebt war. Von dem einen auf den anderen Tag kann man seine sexuelle Orientierung.. naja nicht umorientieren", erklärte ich. "Klar, du hast ihn nicht geliebt", izzi zog unglaubwürdig seine Augenbrauen hoch. "Ich glaube es hat nicht geklappt weil wir die ganze Zeit beieinander waren. Beziehungen brauchen ja auch Abstand und wir wohnen eben unter dem gleichen Dach, haben alles zusammen unternommen", sagte ich. Sie sahen mich skeptisch an. "Ich glaube, ich hab mich zu sehr da rein gesteigert." Dner verdrehte die Augen. "Ja, aber sicher. Du hast doch selber zu Felix' Oma gesagt dass man sich nicht in ein Geschlecht sondern in einen Menschen verliebt. Wieso musst du erst schwul werden um Felix zu lieben?", fragte er und stopfte sich seine Pommes in den Mund. "Aber wenn er sich in Felix verliebt hat dann ist er doch schwul?!", sagte izzi etwas überfordert. "Izzi, du bist so süß wenn du keine Ahnung von irgendwas hast", ich schmunzelte. "Hey! Meiner", Dner legte gespielt beleidigt seinen Arm um seinen besten Freund.

Izzi wurde rot und schaute beschämt zur Seite. Wir lachten und aßen weiter. Dner und izzi sind die allerbesten Freunde, die ich je kennengelernt habe. Sie kennen sich seit dem Kindergarten, gehen durch dick und dünn, sitzen im Unterricht immer nebeneinander und haben nie miteinander Streit obwohl das meiner Meinung nach zu einer gesunden Freundschaft gehört.

Zu einer gesunden Freundschaft? Dann doch eigentlich auch zu einer Beziehung, die funktionieren sollte. Also war es doch zur Abwechslung mal gut, wenn Felix und ich uns stritten. Oder? Nein! Das war kein Streit. Er hat fremdgeknutscht.

Ich schüttelte schnell meinen Kopf um meine Gedanken zu sortieren und um wieder am Gespräch teilzunehmen. "Weißt du, Rewi, du hättest vielleicht wirklich mit ihm reden sollen. Kannst du dir vorstellen wie er drauf war, als ihr zusammen wart? Er war so glücklich und er hat dich immer so zuckersüß angelächelt wenn du über irgendwas geredet hast. Und seine Augen haben so richtig krass gefunkelt und-", ich unterbrach izzi. "Wieso achtest du genau auf seine Körperhaltung und seine Augen und- und wieso merkst du dir das alles?" Erneut lachten wir. "Keine Ahnung, aber es war nun mal so. Ich denke, er liebt dich wirklich", sagte er wieder ernst. "Nein, das tut er nicht", bedrückt schaute ich weg. "Und ich liebe ihn auch nicht mehr. Hab' ich nie." Oh wusste, dass ich mich mit dieser Behauptung selbst belog. Denn das stimmte nicht. Ich liebte Felix über alles. Und genau das wurde mir in dem Moment klar. Ich liebte ihn einfach. Doch ich war zu stur um irgendwas einzusehen.

Bevor sich nun izzi auch noch meinen Blick merkte, sah ich auf meinen Teller. "Mach nicht ein auf Shirin David. Sowas kann man nicht so schnell abstellen", sagte er. "Rewi, du hast doch ein Auge auf Emma geworfen, oder?", fragte Simon und wackelte mit seinen Augenbrauen. "Emma?", ich sah ihn fragend an. "Die kleine Brünette, mit der hast du doch heute in Chemie zusammen gearbeitet", half er mir auf die Sprünge. "Ach ja, Emma. Nein, sie ist nicht so mein Typ", ich winkte schnell vom Thema ab. "Ja, weil sie gar kein Typ ist!", Simon lachte über seinen eigenen Witz. Wie immer. "Simon, versuch' ihn nicht direkt mir jemand zu verkuppeln. Er liebt Felix, und zwar nur Felix", beteuerte izzi. Er sah mich darauf hin einfühlsam an.

"Du vermisst ihn, gib's doch einfach zu."

Der Satz traf mitten in mein Herz. Vermisste ich ihn? Ja, vielleicht etwas. Ich vermisste seine Haare, durch die ich am liebsten wuscheln würde. Oder seine schönen Augen die, wie izzi es bereits erwähnt hatte, immer so wunderschön funkelten, wenn er glücklich war. Und ich vermisste seine Lippen, generell körperliche Nähe. Ich vermisste es, jeden Morgen mit ihm zusammen aufzuwachen. Na gut, meinen eingeschlafenen Arm, weil Felix die ganze Nacht darauf schlief vielleicht nicht, aber die Tatsache dass sein kleiner Kopf in meiner Halsbeuge liegt und er schlummert, ist der schönste Anblick für mich. Ich vermisste sein schönes Lachen, aber irgendwie auch unsere Beleidigungen. Wir waren wie Brüder, aber eben gleichzeitig ein Paar und beste Freunde. Und alles gleichzeitig zu verlieren, tut verdammt weh.

Vielleicht vermisste ich auch bisschen die Tatsache, dass ich nicht alleine war. Wenn ich nachhause kam, wusste ich, hier wartet jemand auf mich, der sich freut mich zu sehen. Und der mich liebt.

Der mich liebt?

Waren das alles die Anzeichen, dass er mich doch liebt? Dass seine Augen funkelten, wenn er mich sah? Dass er den ganzen Tag nach der Schule auf mich wartet und auf mich drauf springt, weil er sich freut? Weil er in meiner Anwesenheit glücklicher war? Dass er meinetwegen aufgehört hatte zu rauchen? Oder dass er es liebte, bei mir im Bett zu schlafen? Direkt neben mir?

"Rewi?!"

Ich schüttelte den Kopf. "Ich komme sehr gut ohne ihn klar", erwiderte ich. "Sicher?", fragte izzi. Ich nickte.

"Denn er anscheinend auch ohne dich", Simon deutete mit seinem Kopf auf die Eingangstür unserer Cafeteria. Felix kam rein- mit einem Mädchen. Er sah glücklich aus.

Doch das schlimmste war, dass ich mir dieses Mal nicht sicher war, ob er es nur spielte.
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Ich denke, für dieses Kapitel ist es sehr wichtig dass ihr Rewi's Gedanken wirklich lest.

Hoffe ihr mögt diese Wendung mal :)

Rewilz || Geschwister sollen sich nicht küssen!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt