"Da sind wir!" Brüllt Lukas quer durch das Auto. "Dankeschön!" Sage ich und drücke Lukas einen kurzen Kuss auf die Backe. "Nichts zu danken. Und viel Spaß euch!" Antwortet er und fährt davon. Jetzt stehen Luna und ich vor dem Restaurant, in das Nick uns eingeladen hat, aber von ihm fehlt jede Spur. "Vielleicht ist er schon drinnen." Merkt Luna an. Wir entschließen und hinein zu gehen und uns dort um zusehen. "Da sitzt er." Sage ich und zeige in eine Ecke. "Wie nett, dass er wie ein Gentleman vor der Tür gewartet hat." Sagt Luna ironisch. Ich zeige ihr mit einem Grinsen, meine Zustimmung. "Hallo ihr!" Werden Luna und ich von Nick begrüßt, er steht noch nicht mal auf. "Setzt euch!" bietet er uns einen Stuhl an. Jetzt erst steht er auf und schiebt uns die Stühle vor. Luna und ich bedanken uns und lassen den Abend beginnen. "Ihr zwei seht sehr gut aus..." schleimt er ein weinig. Ich weiß, dass ich nicht so gut aus, wie ich das gerne hätte. Ich hatte keine Chance mehr zu duschen oder mir andere Sachen anzuziehen, außer denen, die ich heute in der Schule anhatte. Auch Luna sieht an sich herunter. Sie hat auch ein wenig geschwitzt. Sie beugt sich kurz zu mir und flüstert mir etwas ins Ohr. Sie sagt, dass Nick wohl eine rosarote Brille trägt oder irgendwas genommen hat, weil er nicht sieht, dass wir zwei total fertig sind. Ich stimme zu und beuge mich wieder zurück. Ein Kellner kommt und bringt uns unsere Karten und fragt, ob wir uns schon für etwas zu trinken entscheiden haben. Ich bestelle ein Wasser, nach dem Training ist das das beste was ich machen kann. Nick und Luna bestellen beide eine Cola. Ich schaue gefasst in die Speisekarte, ich war noch nie spanisch Essen und deshalb bin ich total gespannt, was es gibt und wie das schmeckt. Ich liebe es neue Speisen zu entdecken, deshalb bestelle ich mir Carne Guisada. Das ist ein Gericht aus Fleischstücken, Kartoffeln und Gemüse. Ich bin gespannt wie das schmeckt. Der selbe Kellner taucht wieder auf mit unseren Getränken und nimmt unsere Essensbestellung auf, dann verschwindet er wieder. "Und wie geht's euch Girls?" Beginnt Nick Smalltalk. "Gut!" rufen Luna und ich im Chor. Ich frage nach, wie es ihm geht, auch ihm geht es gut. "Franzi, du siehst ein bisschen müde aus." bemerkt er. "Ja, ich hatte gerade Training." Erzähle ich. "Was machst du denn für einen Sport, dass du so fertig bist?" Will Nick wissen. Wie immer in dieser Situation denke ich mir eine Sportart aus. Am Besten kommt immer Fußball, danach ist man schon mal so müde. So benutze ich auch diese Lüge auch heute: "Ich spiele Fußball." Nick reißt die Augen auf: "Echt?" Fragt er erstaunt. "Ja klar! Ich liebe Fußball." Sage ich. Und das ist nicht gelogen, ich liebe Fußball wirklich und kann sogar eine Tricks, aber richtig gut spielen kann ich nicht. Muss Nick aber nicht wissen. "Das ist ja toll, ich liebe Fußball auch." Sagt er aufgeregt. "Und welches Hobby hast du, Luna?" Fragt Nick. Merkwürdig, die beiden sind seit 5 Jahren in der selben Klasse, aber Nick hat keine Ahnung, welches Hobby Luna hat. Ist das ein Zeichen dafür, dass er unaufmerksam ist oder hat Luna es einfach nie erwähnt. Frage ich mich. "Ich turne." Antwortet Luna nach einigen Minuten. Ungläubig starrt Nick Luna an. "Echt?" Fragt er nach. "Ja! Ich liebe es zu turnen." Antwortet sie. "Bist du denn gut?" Will er wissen. "Ich glaube schon. Ich habe einen Pokal gewonnen, das war letztes Jahr. Wir hatten eine große Kreismeisterschaft und da habe ich in meiner Kategorie gewonnen." Erklärt sie. Ich finde das ziemlich spannend, ich wollte früher auch total gerne turnen, aber ich habe mich nie getraut, weil ich dachte ich wäre zu schlecht oder nicht so graziös wie die anderen. Ich überlege mir, einmal mir Luna ins Training zu gehen, ich will unbedingt mal sehen, wie sie turnt. "An welchem Turngerät bist du am Liebsten?" Frage ich. "Ich liebe es am Stufenbarren zu turnen. Aber ich finde den Sprungtisch eigentlich auch ganz gut. Leider haben wir in unserem Ort keinen eigenen." Luna geht in diesem Thema auf, sie strahlt. "Was ist ein Stufenbarren?" Fragt Nick. "Das weißt du nicht? Der Stufenbarren ist eigentlich ein ganz normaler Barren, nur sehr viel höher und seine Holme sind auf verschiedenen Höhen, sodass man von einem zum Anderen schwingen oder auch springen kann." erklärt sie. Nick zeigt sich sehr interessiert in dem Hobby von Luna, was mich sehr wundert, da ich immer dachte, dass Jungs sich nicht im geringsten in solchen Sportarten interessieren. Aber ich finde es toll, dass Nick sich solche Mühe macht. Ich glaube, dass das doch noch etwas werden kann. Wir finden noch einige Themen, über die es sich sprechen lässt. Dann kommt unser Essen und Luna verschwindet auf die Toilette. Ich will von Nick wissen, ob es ihn wirklich interessiert oder er nur so tut als ob, um bei Luna und oder mir Eindruck zu schinden. "Ich interessiere mich wirklich dafür. Ich kenne sie schon sehr lange, aber ich wusste nie, was sie nach der Schule macht. Ich finde das echt toll, dass sie turnen kann. Turnen heißt für die meisten Jungs, Spagat und Flickflacks, also all das was dazu gehört. Das finden alle faszinierend, gerade weil wir es nicht können. Ich bewundere das, dass Luna das kann." antwortet Nick. "Okay. Und welche Art von Sport machst du?" frage ich. "Ich spiele Fußball und mache Judo." antwortet er. "Cool! Bringt Judo denn was? Ich weiß, dass es zur Selbstverteidigung dient, aber mit haben viele gesagt, dass es wohl nicht viel bringt." "Ich finde schon, dass es etwas bringt. Ich kann es dir empfehlen. Wir haben einen tollen Trainer, der uns alles sehr gut beibringt." erklärt Nick. "Ach nein danke, ich hab schon alle Hände voll zu tun mit Fußball." erwidere ich. "Wie das? Ich habe vielleicht 2 Mal in der Woche Training." "Ihr seit auch ein mini Verein und wahrscheinlich verdammt schlecht. Wir müssen 5 Mal in der Woche trainieren, wir spielen in einer höheren Liga." antworte ich ein wenig angeberisch, aber das musste jetzt sein. "Übertreibe mal nicht! Wir sind auch voll gut." bemerkt er. "Das glaube ich dir nicht, wenn ihr wirklich so gut seid, müsstet ihr mindestens 3 bis 4 mal in der Woche Training haben." sage ich und dann kommt Luna wieder. Jetzt erst fangen wir mit dem Essen an, wir habe extra auf Luna gewartet. "Das hier ist wohl der beste Spanier den es gibt. Wie schmeckt es euch?" fragt Nick. Luna und ich haben den Mund so voll, dass wir nicht antworten können, deshalb brummen wir einfach irgendwas, dass sich wie ein 'Ja' anhört. Wir benehmen uns nicht ganz wie Frauen sich in der Öffentlichkeit verhalten sollten, aber das ist jetzt halt so. Das Fleisch von meinem Carne Guisada ist butterweich und schmeckt hervorragend. Kombiniert mit dem Gemüse, ein Traum für den Gaumen. Auch Luna schlemmt fröhlich vor sich hin. Wir wissen nicht mehr über was wir noch reden können, da wir eigentlich schon über alles geredet haben, über das man reden kann. "Wollt ihr dann noch einen Nachtisch?" fragt Nick. Luna und ich schauen uns an, klopfen auf unseren Bauch und fangen an zu lachen. "Gegen einen Nachtisch spricht nie irgendwas." Lachen wir beide. "Okay, was wollt ihr? Ein Eis?" fragt Nick nach. Luna und ich wollen beide Churros mit Schokoladensauce. Ein Kellner kommt und nimmt kurz unsere Bestellung auf. Wir unterhalten uns weiter. Über unsere weiter Interessen, Sänger, Schauspieler, Serien, Filme und so weiter. Ich merke, dass wir 3 einige Gemeinsamkeiten haben. Nick, Luna und ich finden die Band TheChainsmokers total cool, auch lieben wir die selben Filme. Wir lachen bis unser Nachtisch kommt. Ich lecke mir mit der Zunge über die Lippen, die Churros sehen so köstlich aus. Wir schlagen alle zu und lassen uns unseren Nachtisch schmecken. Nachdem wir aufgegessen haben verschwindet Luna noch einmal kurz auf die Toilette. "Glaubst du es war in Ordnung für Luna?" will Nick jetzt wissen. "Ich weiß es nicht!" antworte ich ehrlich. "Und hat es dir gefallen? Wie fandest du es?" löchert er mich jetzt. "Man hat gemerkt, dass du dir Mühe gegeben hast, dich mit Luna zu verstehen. Ich fand es eigentlich ganz nett. Vielen Dank, dass du uns eingeladen hast!" antworte ich. "Okay. Das freut mich. Gerne!" erwidert er auf meinen Dank. Mittlerweile ist der Kellner wieder aufgetaucht um uns die Rechnung zu bringen. Nick verdeckt die Gesamtkosten nachdem er sie gesehen hat, greift nach seinem Geldbeutel und nimmt einen Schein heraus, den ich nicht erkennen kann. Ich vermute, dass es ein 100 Euro Schein war. Nick wartet noch zusammen mit mir auf Luna. Nachdem sie wieder da ist verlassen wir das Restaurant. Luna und ich bedanken und noch einmal bei Nick für seine Einladung, dann verlässt er uns. Ich rufe bei meiner Mutter an, dass sie Luna und mich abholt. "Wir hat es dir gefallen?" Will ich von Luna wissen, nachdem das Auto von Nicks Mutter um die Ecke gebogen ist. "Ich fand es sehr schön. Er hat in allem, was wir erzählt haben, Interesse gezeigt." lächelt Luna. "Und verzeihst du ihm?" platze ich gleich mit der Frage heraus, die mich schon die ganze Zeit interessiert. "Ganz überzeugt bin ich immer noch nicht, aber ich denke, dass das noch werden kann." erklärt sie. Ich freue mich irgendwie darüber, dass Luna ihm verzeiht, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht warum. Ich bin bereit ihm eine zweite Chance zu geben, soweit Luna damit auch einverstanden ist. "Okay Luna, wir sind da!" unterbricht meine Mutter meine Gedanken. "Dankeschön, dass Sie mich mitgenommen haben!" ruft Luna noch einmal zurück ins Auto, dann fährt meine Mutter los. "Und wie war es Schätzchen?" Will sie als erstes wissen. "Sehr gut. Luna und ich haben gemerkt, dass er sich für unsere Interessen begeistert. Ich fand ihn sehr viel gelassener als sonst." Erkläre ich ihr. Sie nickt, während ich erzähle und zeigt mir damit ihr Verständnis. "Freut mich, dass es dir gefallen hat. Meinst du aus euch beiden wird noch etwas? Ich meine ich fand das schon voll goldig, wie er dich immer zu besuchen wollte und dich sehen wollte." löchert meine Mutter mich. Ich schaue sie etwas verärgert an. "Ich meine ja nur." Ergänzt sie ihrem Satz. "Ich weiß es nicht. Aber du hast früher immer zu mir gesagt, 'Alles ist möglich' und vielleicht ergibt sich etwas im laufe der Zeit." Beantworte ich schließlich doch ihre Frage. Auch wir sind jetzt Zuhause angekommen. Als ich die Tür öffne , liegt mein Vater völlig fertig auf der Couch. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, aber was? Frage ich mich. Ich setze mich neben ihn. "Naa?" frage ich. Er zuckt kurz zusammen, er hat mich nicht Heim kommen hören. "Na Süße! Wie war's?" Fragt er. Ich erzähle ihm kurz alles. Ich erzähle ihm auch, das meine Schmerzen wieder da sind, er meinte, dass ich ihm sofort bescheid sagen soll, wenn die Schmerzen wieder kommen und das mache ich jetzt. Er untersucht meinen Fuß gründlich, kann aber auf den ersten Blick nichts entdecken. "Wir sollten ins Krankenhaus fahren, Süße." sagt er traurig. Er weiß wie wichtig mir, das Tanzen ist und dass der Arzt das, von jetzt auf gleich einfach beenden könnte, aber ich sehe ein, dass er Recht hat, also ziehe ich meine Schuhe wieder an und werfe eine Jacke über. Mein Vater macht er mir gleich, dann fahren wir los.
In der Notaufnahme müssen wir noch Ewigkeiten warten bis wir an der Reihe sind. Eine junge, nette, braunhaarige Frau führt uns in den Behandlungsraum. Dort müssen wir noch einmal 10 Minuten warten bis ein Arzt die Tür hereinstürmt. "' Tag! Doktor Fischer. Fiona Behrend?" lächelt er und drückt meine Hand. "Eine Ehre, dich behandeln zu dürfen." Ich möchte im Boden versinken." Wo drückt denn der Schuh?" Auch noch ein Witzbold.. denke ich. "Ich habe starke Schmerzen im linken Fuß." Erkläre ich dem Arzt. "Wüsstest du aus welchem Grund, der Fuß so schmerzt? Hast du dich im Sport irgendwie verletzt?" fragt er. "Ja im Tanzen, ich habe mir innerhalb der letzten Jahre, den Fuß einige Male gebrochen oder verstaucht." mache ich dem Mann klar. "Okay, ich verstehe." Ich soll meinen Schuh kurz ausziehen, dann drückt er auf meinem Fuß herum. Ich zucke immer wieder weg und schreie vor Schmerz. Dann stoppt er die Aktion und sagt:" Wir werden deinen Fuß röntgen, dann werden wir weiter sehen." Er schickt mich nach unten zum Röntgen. Eine Frau betritt den Raum, legt mir eine Art Mantel, wegen der Strahlung, platziert mich richtig auf dem Tisch und verlässt den Raum wieder. Einige Sekunden später kann ich schon wieder nach oben, in das Behandlungszimmer. Wenig später kommt auch der Doktor wieder mit dem Röntgenbild in der Hand. "So. Ich habe die Aufnahmen deines Fußes gründlich untersucht und musste Feststellen, dass er schon wieder gebrochen ist." er zeigt auf das Röntgenbild. "Der Fuß ist glatt durchgebrochen. Wie oft hast du dir den Fuß denn schon gebrochen? Und ist das jedes Mal wieder richtig verheilt?" fragt er mich. Ich schaue meinen Vater an. Ich weiß die genaue Anzahl nicht, also muss mein Vater antworten: "4 mal gebrochen und 2 mal verstaucht." "Der erste Bruch konnte richtig verheilen, aber die anderen drei nicht." füge ich seiner Erklärung hinzu. "Okay, alles klar. Komm mal mit." Er winkt mich in einen anderen Raum. Dort bekomme ich einen Gips angelegt und Krücken. "Ich weiß, dass dir das jetzt schwer fallen wird, aber ich glaube es wäre besser, wenn du das Tanzen für einige Monate, wenn nicht sogar ein Jahr, unterbindest. Deine vorherigen Brüche waren zu gravierend und es war ein Fehler sie nicht richtig verheilen zu lassen, es tut mir leid. Wenn es bis in einem Monat, von den Schmerzen her, nicht besser wird, werden wir wohl möglich operieren müssen und dann haben wir keine Garantie, ob du jemals wieder tanzen können wirst." Und mit diesen Worten entlässt der Arzt meinen Vater und mich.
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Double Life (Wird überarbeitet)
Teen FictionFranziska und ihre Eltern sind gerade von einer Großstadt in ein Dorf umgezogen. Für ihre neuen Mitschüler ist sie ein ganz normales Mädchen, aber sie verbirgt ein Geheimnis, wegen dem sie aus ihrem alten Wohnort wegziehen musste. Sie versucht alles...